AVM Streaming Stick – Kurzer Erfahrungsbericht

Quelle Screenshot www.avm.de

Quelle Screenshot www.avm.de

Bereits beim Erscheinen der Labor-Firmware haben wir über die neue Möglichkeit zur Nutzung eines Fritz!WLAN Sticks berichtet. Eigentlich hatte ich mir einen ziemlich ausführlichen Test bzw. ein Tutorial vorgenommen. Leider wurde meine Euphorie bzgl. dieser neuen Option schnell gebremst. Das liegt aber nicht an AVM oder der neuen Funktion an sich, denn diese funktioniert genau so, wie von AVM beschrieben.

Für den von mir geplanten Einsatz ergeben sich aber aber leider nicht die erhofften Vorteile. Durch die neue Laborfirmware ist es möglich, Inhalte von einer an der Fritz!Box 7270 angeschlossenen Quelle oder z.B. der  Windows Medienfreigabe an ein beliebiges Abspielgerät mit USB zu übertragen. Somit macht man nicht netzwerkfähige DVD-Player, digitale Bilderrahmen oder Flachbildschirme quasi netzwerkfähig. Natürlich nur, was die Übertragung/Streaming von Mediendateien angeht und nicht als Ersatz für einen WLAN-Adapter. Somit kann ich durch den AVM Streaming Stick beliebige Mediendateien z.B. an eine XBOX 360 übertragen, aber natürlich nicht darüber die Verbindung zum XBOX-Live Dienst aufbauen. Das war mir aber von Anfang an klar. Ich hatte gehofft, dass ich darüber evtl. über die NTFS-Hürde und die damit verbundene Dateigrößen-Beschränkung bei vielen Playern hinweg komme. Dem ist aber leider nicht so. Die Fritz!Box gibt die Quelle 1:1 an den AVM Streaming Stick und somit an das Abspielgerät weiter. In der Praxis bedeutet das: wenn an der Fritz!Box ein Datenträger mit NTFS angeschlossen ist oder die Freigaben auf einer solchen Festplatte liegen, kann mein LG BD 370 Blu-ray Player oder auch die XBOX damit nichts anfangen. Die Quelle muss also auch FAT 32 sein, wenn das Abspielgerät nicht mehr unterstützt.

Somit ist die Lösung „nur“ für diejenigen interessant, die überhaupt keine Internetverbindung an ihrem Abspielgerät haben oder sich das Umstecken von ihrer Medienfestplatte an das jeweilige Abspielgerät ersparen wollen. Da eine XBOX 360 meist sowieso für XBOX-Live oder Updates am Router hängt oder mit WLAN-Adapter versehen ist, ergeben sich hier keine Vorteile. Die Nintendo Wii kann im Originalzustand mit dem USB-Anschluss und Medien so gut wie nichts anfangen und somit sind auch hier keine wirklichen Vorteile vorhanden.  Bei meinem LG BD 370 Blu-Ray Player ist der Vorteil, dass ich mir das Umstecken der Medienfestplatte sparen kann (kann dauerhaft an der Fritz!Box hängen). Auch mit meinem Samsung LE40F86 kann ich so auf Netzwerkinhalte zugreifen. Da die Medienunterstüzung des Samsung aber sehr begrenzt ist (ist ja nicht mehr der Neuste), macht das auch wenig Sinn. Die Urlaubsbilder kann ich über den LG BD 370 deutlich besser und schneller wiedergeben. Somit wird der AVM Streaming Stick bei mir leider nicht zum Einsatz kommen. Wenn es technisch machbar wäre, die Übertragung so zu gestalten, dass NTFS-Quellen an Abspielgeräten mit „nur“ FAT32 möglich wären, hätte ich mir durchaus auch mehrere Fritz!WLAN Sticks zugelegt.

Alles in allem muss man aber ganz klar sagen, dass AVM nicht zu viel versprochen hat. Die Lösung entspricht genau den Angaben des Herstellers. Meine Hoffnungen gingen in dem Fall einfach über die Fakten hinaus. Da es sich um eine kostenlose Funktionserweiterung handelt, gibt es sowieso nichts zu meckern. Es ist bemerkenswert, dass AVM hier so aktiv ist.

Wer also seine Medienquelle an der Fritz!Box angeschlossen hat und nicht immer umstöpseln will, findet in der AVM Streaming Stick-Lösung eine sehr komfortable Möglichkeit. Wer über ein Gerät mit USB-Anschluss und ohne jede Netzwerkfähigkeit verfügt, findet in dem AVM Streaming Stick eine sehr gute Möglichkeit, um auf Datenquellen an der Fritz!Box oder auch auf dem PC zuzugreifen. Die Quelle muss an dem USB-Aschluss der Fritz!Box verbunden sein oder von einem UPnP AV-Mediaserver (Software/Hardware) im Heimnetzwerk zur Verfügung stehen. Alternativ funktioniert es auch mit einem Online-Speicher (WebDAV) im Internet.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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