Test: Microsoft Kinect Sensor für die Xbox 360

Microsoft Kinect Sensor für die Xbox 360Vor etwas mehr als 2 Wochen haben wir unseren Kinect Sensor direkt vom Microsoft Store geliefert bekommen. Wir hatten unser Exemplar bereits im August vorbestellt. Pünktlich zum Release am 10. November konnten wir dann erstmals ohne Controller spielen. Wir haben Euch ja bereits unseren ersten positiven Eindruck geschildert. Nun haben wir viel Zeit mit Kinect und entsprechenden Spielen verbracht und sind immer noch sehr positiv gestimmt. Es macht einfach Spaß und ist etwas völlig anderes als die Bewegungssteuerung der Nintendo Wii oder der Sony Playstation 3 mit Move. Nun wollen wir aber ganz vorne anfangen und Euch unsere Erfahrungen und alle Stärken und auch Schwächen im Testbericht aufzeigen.

Im Lieferumfang des Kinect Sensors befindet sich neben dem Sensor selbst ein entsprechendes Netzteil (nur für ältere Konsolen vor der Xbox 360 Slim erforderlich), ein WiFi-Verlängerungskabel (klingt blöd aber Microsoft hat es so benannt – mehr dazu später), das Handbuch und das Spiel Kinect Adventures.

Der Sensor ist ca. 30 cm breit und leider wieder in Hochglanz-Optik und somit empfindlich. Ich hoffe, dass den Designern solcher Gehäuse bald mal was Neues und Unempfindlicheres einfällt.

Kincet für die Microsoft Xbox 360Kommen wir zuerst mal zum Aufbau des Kinect Sensors. Bei den alten Arcade-, Pro- und Elite-Konsolen muss der Kinect Sensor per mitgeliefertem Netzteil mit Strom versorgt werden. Wer schon über eines der neuen Xbox 360 Slim-Modelle verfügt, kann auch die Stromversorgung über die Konsole und ohne das zusätzliche Netzteil sicherstellen. Wer eine ältere Konsole mit dem original WLAN-Adapter von Microsoft betreibt, benötigt das WiFi-Verlängerungskabel. Dieses verlängert natürlich nicht die drahtlose Übertragung, sondern das USB-Kabel am WLAN-Adapter. Kinect muss zwingend mit dem hinteren USB-Anschluss verbunden werden (laut Microsoft: höhere Übertragungsgeschwindigkeit). Daher muss der WLAN-Adpater dort abgestöpselt werden und mit dem sogenannten WiFi-Verlängerungskabel vorne an die zwei USB-Ports verbunden werden. Das ist optisch nicht wirklich schön, aber es funktioniert einwandfrei. Wer eine Xbox 360 Slim nutzt oder per LAN-Kabel verbunden ist, hat diese Unschönheit natürlich nicht. Hat man die USB-Verbindung und die Stromversorgung hergestellt, ist der Kinect Sensor fast schon einsatzbereit.

Um Kinect an der Xbox 360 nutzen zu können, muss das aktuelle System-Update (Dashboard-Update eingespielt werden). Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder regulär über die Xbox Live-Verbindung oder über die Spiele-CDs. Es gibt auch die Möglichkeit, sich dieses Update am PC herunterzuladen und dann per USB-Stick oder CD auf die Konsole aufzuspielen. Da sich das Update aber auch auf den Kinect Spiele-DVDs befindet, ist das eigentlich überflüssig.

Wenn das Systemupdate vorhanden ist, kann die Einrichtung und KalibrieErfahrungsbericht - Microsoft Kinect - Testrung des Kinect Sensor beginnen. Vorher sollte man sich schon Gedanken über die Aufstellung des Sensor machen. Er kann unter oder über dem Fernseher platziert werden. Wenn man Kinect unter dem Fernseher platzieren will, muss der Sensor mindestens auf einer Höhe von 60 cm positioniert werden. Bringt man den Sensor über dem Fernseher an, dürfen es nicht mehr als 1,80 m sein. Grund ist, dass der Kinect Sensor Euch von Kopf bis Fuß “sehen” muss, um das optimale Spielerlebnis zu ermöglichen. Achtet deshalb auch darauf, dass der Sensor nicht durch den Fernseher selbst (wenn man es leicht versetzt oben hinter dem Fernseher platziert) oder andere Gegenstände gestört wird. Der Kinect Sensor hat einen Motor und neigt sich dadurch entsprechend selbstständig. Deshalb ist auch ein fester Stand des Sensors sehr wichtig. Man sollte ihn also auf keinen Fall sehr wackelig aufstellen oder so, dass er sich durch das Kippen verschiebt. Wir haben die besten Erfahrungen mit der Positionierung über dem Fernseher gemacht (da ich selbst auch über Kinect Sensor für Xbox 360 - Testbericht1,90 m groß bin).

Sehr schade ist, dass sich Microsoft hier nicht etwas mehr Gedanken über die Befestigung des Sensors gemacht hat. So befindet sich für die Wandmontage leider kein entsprechender Halter im Lieferumfang. Nicht jeder hat ein Regal über dem Fernseher und dort noch Platz, um das Kabel sauber hinter dem Regal zu verlegen. Es gibt entsprechende Halterungen von einem Drittanbieter, welche mich aber beide nicht überzeugen. Einmal ist es eine Wandhalterung und einmal eine Lösung für die VESA-Befestigung am Fernseher. Die Wandhalterung ist leider für mich unbrauchbar, da mein Fernseher genau vor einer Raumecke steht. Momentan dient der stabile Karton meines Canon-Druckers (hinter dem Fernseher auf dem Rack platziert) als Zwischenlösung. Auch ein sogenannter Floor-Stand ist geplant, was nichts anderes ist als eine Art Stativ für den Kinect Sensor. Ich hab dann noch eine Halterung gesehen, welche oben an den Rahmen des Fernsehers geschraubt wird (Schraubzwinge); das will aber wohl niemand seinem Hochglanz-Fernseher antun. Leider ist die Halterung am Kinect Sensor auch nichts genormtes (wie z.B. ein Standard-Stativgewinde). Das hätte man besser lösen können, denn nicht jeder hat Platz vor dem Fernseher und bei vielen ist das TV-Möbel eben keine 60 cm hoch. Das ist wirklich ein kleines Manko, wobei wir sagen müssen, dass wir hier größere Probleme bei der Aufstellung erwartet hätten. Mit ein wenig Kreativität haben wir an beiden Teststandorten eine schnelle Lösung gefunden und planen nun eine kleine Ablage über dem Fernseher.

Als weiterer Schwachpunkt wird häufig der benötigte Platz vor Fernseher angegeben. Sicher, für so manches Kinder- oder Jugendzimmer wird die Umsetzung wohl kaum machbar sein. Es werden mindestens 1,80 m (besser 2 m) für einen Spieler gefordert. Für das zeitgleiche Spielen von zwei Spielern müssen es mindestens 2,50 m (besser 3 m) sein. Natürlich sollte man dann hinter sich nicht direkt das Sofa, den Wohnzimmertisch oder Ähnliches haben. Man wird sein Wohnzimmer also ein wenig umräumen müssen. Aber auch in meiner kleinen Wohnung war dies durchaus zu bewerkstelligen und das Rücken von Möbeln verbrennt auch schon Kalorien. Zwinkerndes Smiley In einer Mietwohnung könnte der Untermieter sich dadurch und durch das spätere Springen allerdings etwas gestört fühlen. Wenn man dann alles zwischen Sensor und Spielfläche entfernt hat und nach hinten auch noch etwas Freiraum ist, kann es mit der letzten EinriKinect Tuner - Xbox 360chtung losgehen.

Über den sogenannten Kinect-Tuner sieht man zuerst einmal ein exaktes Bild von dem, was der Kinect Sensor so wahrnimmt. Hier sollte von Kopf bis Fuß alles im Bild sein. Der Raum sollte auch nicht ganz dunkel sein (Besitzer eines Beamers sollten hier mal reinschauen) da die Erkennung darunter leiden kann. Die Gestensteuerung geht meist noch, aber die Erkennung der verschiedenen Spieler oder die Kamerafeatures leiden natürlich darunter. Danach wird noch das Mikrofon kalibriert. Derzeit gibt es in Deutschland leider noch keine Sprachsteuerung, diese wird im Frühjahr 2011 nachgeliefert. Eine Ausnahme bildet hier das Spiel Kinectimals; hier funktioniert die Spracheingabe im Spiel bereits jetzt.

Testbericht zu Microsoft Kinect Sensor - Xbox 360Danach wird noch eine kurze Kalibrierung mit der „Sensor Calibration Card” durchgeführt. Das ist eine Art Postkarte mit einem kleinen Gesicht auf der Vorderseite. Dieses muss man in verschiedenen Abständen zum Sensor in die Kamera halten. Das geht schnell und danach ist die notwendige Einrichtung erledigt. Wer möchte, kann seinem Profil noch eine sogenannte Kinect-ID hinzufügen. Dafür muss man ein paar Mal in verschiedenen Posen vor den Sensor treten. Dadurch unterscheidet der Sensor verschiedene Profile und Personen. Somit muss man sich nicht mehr lästig anmelden (vor allem bei Partyspielen). Jeder Spieler wird einmal “gescannt” und danach wird automatisch das passende Profil für die gerade vor dem Fernseher befindliche Person ausgewählt. Das macht es deutlich einfacher als z.B. bei der Nintendo Wii mit dem Hin- und Herreichen des Controllers an andere Spieler.

Testbericht und Erfahrungsbericht zu KinectNun kommt man erstmals in den Genuss der komplett controllerfreien Steuerung. Einfach vor den Fernseher stellen, kurz winken und schon wechselt das Dashboard-Menü in den Kinect-Hub. Der Kinect-Hub ist eine eingeschränkte Version des normalen Menüs, welche dann aber per Gesten zu steuern ist. Bewegt einfach Eure Hand vor dem Fernseher um eine Auswahl im Menü vorzunehmen, lasst die Hand länger an einer Stelle und der entsprechende Punkt wird ausgewählt. Das ist beim ersten Mal ein ziemlich seltsames aber auch extrem cooles Gefühl. Man hat sich schnell an diese Steuerung gewöhnt und dann klappt die Auswahl einwandfrei. Kritiker werden jetzt sagen, dass es mit dem normalen Controller viel schneller und auch präziser geht. Das stimmt natürlich, aber es macht dafür auch nicht halb so viel Spaß.

Microsoft Kinect - TestÜber das Menü findet man dann noch die Bereiche “Zune-Marktplatz” und “Video Kinect”. Über den Zune-Marktplatz kann man auch per Handbewegung Filme und Videos auswählen und anschauen. Auch hier “wischt” man quasi mit der Hand vorm Fernseher, um in den Inhalten vor- und zurückzugehen. Das geht auch im Sitzen (aber der Oberkörper muss ziemlich aufrecht sein). Also im Liegen geht es derzeit nicht, aber da könnte die zukünftige Sprachsteuerung helfen. Die Steuerung in den Menüs ist gut, aber da lässt sich sicher in Zukunft noch einiges machen. In den einzelnen Kinect-Spielen kommen schon etwas andere Gesten zur Steuerung zum Einsatz, was ansatzweise zeigt, was hier möglich wäre. Über Video Kinect kann man Video-Chats mit anderen Kinect-Besitzern (oder Nutzern des Windows Live Messenger) führen. Dazu benötigt man allerdings eine Xbox Live Gold-Mitgliedschaft. Dann funktioniert der Chat aber sehr gut und ist für manche mit Freunden in der Ferne sicher eine gute Möglichkeit zur Videokommunikation.

Testbericht - Kinect Adventures für Xbox 360Nun haben wir alles eingerichtet und auch die Randfunktionen betrachtet, aber eigentlich geht es bei Kinect um das Spielen. Damit Käufer des Kinect Sensor gleich loslegen können, liegt das Spiel Kinect Adventures dem Paket direkt bei. Legt man dieses ein, werden während des Ladens einige Sicherheitshinweise angezeigt. Diese müssen zum Schutz des Herstellers vor gerichtlichen Klagen bei Verletzungen oder Beschädigungen sicher sein. Jeder sollte wissen, dass es durch Nichtbeachtung der Hinweise zu solchen Problemen kommen kann. Es sollte also nichts im Weg sein und zwei Spieler sollten ausreichend Abstand halten. Im Vergleich zur Nintendo Wii sind diese Hinweise aber dezent während den Ladezeiten platziert und sind lange nicht so nervig für erfahrene Spieler. Zuerst wird dann immer die Position des Spielers geprüft, also ob der notwendige Platz vorhanden ist. Danach landet man im Hauptmenü und kann zwischen den verschiedenen Mini-Spielen von Kinect-Adventures wählen. Hier gibt es viele verschiedene Disziplinen und Schwierigkeitsgrade, sodass für jeden etwas dabei sein sollte. Kinect Adventures ist aus unserer Sicht ein guter Einstieg. Auch uns haben andere Spiele wie Kinect Sports oder Dance Central noch besser gefallen, aber man sollte dem beigelegten Spiel eine Chance geben und vielleicht nicht gleich alle anderen Spiele (falls vorhanden) ausprobieren. Auf der DVD von Kinect Adventures gibt es auch Demo-Versionen von Dance Central, Your Shape:Fitness Evolved und Kinect Joy Ride. Somit kann man sich einfach einen guten Eindruck der anderen Spiele verschaffen.

Microsoft Kinect - Testbericht - Xbox 360Lustig in den meisten Spielen ist auch die Kamera-Funktion. So werden während der laufenden Spiele zwischendurch Fotos von den Spielern gemacht und man kann sich danach selber in Aktion betrachten. Klar, es ist keine hochauflösende Kamera (VGA-Qualität), aber der ein oder andere Lacher ist garantiert. Man muss auch keine Angst haben, die Fotos werden lokal gespeichert und nicht ohne eine explizite Zustimmung irgendwo hochgeladen oder veröffentlicht. Es gab teilweise hanebüchene Vermutungen, dass uns Microsoft nun auch “beobachten” oder gar “ausspionieren” könnte. Das ist definitiv nicht der Fall und man muss sich hier keine Gedanken machen.

Oft wird mir die Frage gestellt, wie viele Spieler denn nun Kinect nutzen können. Bei Spielen mit kompletter Überwachung des gesamten Körpers sind es maximal zwei Spieler und dafür muss dann auch der entsprechende Platz (2,5m – 3m) vorhanden sein. Es ist aber auch durchaus denkbar, dass Sachen wie z.B. ein Quiz-Spiel mit mehr Personen funktioniert. Derzeit gibt es aber nur Spiele für maximal zwei Spieler gleichzeitig. Nacheinander sind natürlich auch mehr Spieler möglich und es hängt auch immer vom jeweiligen Spiel selbst ab.

Eine weitere Frage ist immer das Thema “Input Lag” (Verzögerung). Natürlich dauert es immer ein wenig, bis die Konsole Eure Bewegung erkannt und ggf. dann auch am Bildschirm dargestellt hat. Das sollte jedem halbwegs technisch interessierten Benutzer klar sein. Nur ein Spiegel hat diese Verzögerung nicht. Wenn eine zweite mir gegenüberstehende Person meine Bewegungen nachahmen will, wird dies auch immer nur verzögert gehen. In der Praxis finde ich das aber nicht schlimm und die Verzögerung ist eher gering. Die Frage ist natürlich auch, wie man an die Sache rangeht. Will man Spielen und Spaß haben oder will man beweisen, dass es da eine Verzögerung gibt. Letzteres habe ich bei so manchen Berichten in diesem Zusammenhang in Verdacht. Ich denke, dass auch hier die Zukunft sicher noch Verbesserungen und Ideen bringt, bei denen die Verzögerung keine Rolle spielt. Dance Central ist ein Beispiel dafür, da hier die Bewegungen nicht am Bildschirm dargestellt werden.

Testbericht - Kinect für Xbox 360 - Spielen ohne ControllerIch selber habe eine Nintendo Wii und muss sagen, dass man diese beiden Steuerungen nicht vergleichen kann. Durch Wii Motion Plus kann die Wii sicher präziser auf Drehungen im Handgelenk reagieren. Dadurch sind einige Spiele wie Bowling vielleicht etwas präziser zu steuern. Mir persönlich ist das bei Kinect aber nicht wirklich negativ aufgefallen. Kinect Sports gefällt mir um Welten besser als Wii Sports oder Wii Sports Resort. Bei der Wii oder auch Sony Move (habe ich nur 1x getestet und hat mich nicht wirklich überzeugt) wird aber eben auch nicht der ganze Körper überwacht. So kann man “schummeln” und nur den Arm entsprechend bewegen. Das ist bei Kinect so einfach nicht möglich und es ergeben sich ganz andere Spielmöglichkeiten. Vor allem überzeugt mich aber der komplette Verzicht auf einen Controller, das “Gestöpsele” und Umbinden bei der Wii habe ich von Anfang an wirklich gehasst. Dies gepaart mit den nervigen Sicherheitsmeldungen und der umständlichen Spieleranmeldung hat dazu geführt, dass meine Wii seit Monaten nur noch verstaubt. Natürlich ist die Präsentation der Spiele bei Kinect auch deutlich besser als bei der Wii. Hier geht es auch nicht nur um das Thema Auflösung, sondern das ganze Drumherum ist einfach viel detaillierter und liebevoller gestaltet. Die Nintendo Wii kann sich aus meiner Sicht jetzt nur noch mit Super Mario und Jump’n’Runs über Wasser halten. In Sachen innovative Steuerung hat Sony aufgeholt und Microsoft die Wii aus meiner Sicht deutlich überholt.

Oft kommen auch die Fragen “Bewegt man sich da so richtig? Ist das anstrengend?”. Hierzu ein definitives JA!. Kinect ist nichts für Bewegungsmuffel (außer man benutzt nur die Steuerung im Dashboard). Man kommt beim Spielen ganz schön in Schwitzen, wenn man nicht gerade absolut durchtrainiert ist. Durch die Ganzkörper-Erkennung können natürlich auch Fitness-Spiele viel genauer die Bewegung überprüfen. Your Shape: Fitness Evolved ist hier ein erstes gutes Beispiel. Hier geht es dann aber auch weniger ums Spielen und es muss schon eine Grundmotivation zum Thema Fitness und Training vorhanden sein. Macht man dies wirklich effektiv, wird der Muskelkater nicht lange auf sich warten lassen. Vollkommen unsportliche Personen sollten sich natürlich auch abseits der Konsole sportlich betätigen, die Konsole kann aus unserer Sicht nur eine Ergänzung sein.

Auch der Preis wird gerne heiß diskutiert. Klar, 149 € sind kein Schnäppchen. Summiert man allerdings die Vollausstattungen der Controller von der Nintendo Wii oder Sony Move, ist man bei zwei Spielern auch nicht mehr soweit weg. Kinect ist einfach etwas völlig Neues und Innovatives. Und bei Kinect liegt ein vollständiges Spiel dabei. Bei Move für die Playstation 3 gibt es nur eine Demo-Version eines Spiels.

Kinect Adventures - Testbericht - Xbox 360Kinect wird den Controller nie ersetzen, dies war aber auch nie der Plan von Mircosoft. Man kann keinen Shooter oder eine Renn-Simulation mit Kinect präzise steuern. Aber andere Spiele lassen sich so viel innovativer und aktiver steuern. Es geht bei Kinect für die Xbox 360 um Bewegung und Spaß und nicht um 100%ige Präzision. Wer das erwartet, sich nicht bewegen will oder nur Simulationen und Shooter spielt, kann Kinect auslassen. Ich persönlich kenne allerdings auch schon einige Hardcore-Gamer, die sich mit Kinect sehr gut angefreundet haben. Vor allem kann man mit Kinect auch die Frau, Freundin oder jüngere Spieler für die Xbox 360 begeistern. Das gelang aufgrund der Spieleauswahl der Xbox 360 in der Vergangenheit eher selten. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine Kombination aus normalem Controller + Kinect Sensor (inkl. Sprachsteuerung)  auch eine interessante Variante für zukünftige Spiele sein könnte.

Oft hört man etwas abwertend, “Kinect ist nur etwas für Casual-Gamer”. Für mich ist der Begriff Casual-Gamer nicht genau zu definieren. Sprechen wir hier von Klötzchen-Spielen wie Tetris oder einfach von Gelegenheitsspielern, die keine Lust auf eine lange Einarbeitung haben. Letzteres ist für mich nichts Negatives, sondern eher ein positives Merkmal für jedes Spiel (ob nun mit oder ohne Controller). Und Kinect und die mir bisher bekannten Spiele sind definitiv leicht zugänglich. Leicht zugänglich muss aber nicht gleich “simpel” bedeuten. Nehmen wir die Musikspiele, dass Prinzip von Guitar Hero oder Rock Band ist auch simpel. Aber dadurch sind diese noch lange nicht weniger anspruchsvoll oder fordernd. Die wenigsten werden (zumindest mit fortschreitendem Alter) noch mehrere Stunden am Tag vor der Konsole verbringen können, deshalb ist der Ansatz “leicht zugänglich” und “auch mal zwischendurch” aus meiner Sicht auf keinen Fall der falsche Weg. Kinect stoppt jetzt ja auch nicht die Produktion und Entwicklung von Erwachsenenspielen wie Shootern usw., somit können Hardcore-Gamer doch ganz gelassen bleiben.

Die Hardcore-Gamer hatte Microsoft schon und nun erweitern sie ihre Zielgruppe für die Xbox 360. Aus meiner Sicht ein sehr guter und nachvollziehbarer Schritt.

katzeausdemsack.de meint: Was für ein Spaß! Wir sind absolut begeistert und jeder, dem wir Kinect vorgeführt haben auch. Lasst Euch nicht von negativen Vermutungen verunsichern und probiert es aus. Und Leute, die selbst keinen Kinect Sensor besitzen (nur mal 10 min auf einer Messe oder in einem Elektronikmarkt gespielt haben) sind als sichere Informationsquelle ungeeignet. Es ist noch nicht alles perfekt Testbericht, Urteil, Note(z.B.Sprachsteuerung) und man benötigt viel Platz. Aber in unseren Tests hat sich der Spruch “Platz ist in der kleinsten Hütte” (mit ein wenig Umräumen) bewahrheitet. Das darf man Kinect auch nicht negativ anrechnen. Es würde sich ja auch niemand darüber beschweren, dass eine Mercedes S-Klasse nicht auf einen 3m Parkplatz passt. Dies sind Fakten, die vor dem Kauf bekannt sind. Jeder, der hier denkt “das ist aber blöd”, sollte mal seine Digitalkamera nehmen und eine Person in der direkten Nähe von Kopf bis Fuß fotografieren. Dabei wird man feststellen, dass dies ohne den entsprechenden Abstand gar nicht so einfach möglich ist. Die Spieleauswahl ist derzeit noch begrenzt, aber es sollte jetzt schon für jeden was dabei sein. Bei Kinect habe ich festgestellt, dass es auch alleine Spaß macht. Bei der Wii war das nur mit mehreren Personen (Bewegungsspiele) bei mir der Fall, da diese meist sehr simpel und wenig motivierend waren. Hinzu kommt natürlich, dass die Xbox 360 der Wii in Sachen Online-Modus (z.B. Kinect Sports) um Lichtjahre voraus ist. Jeder, der eine Xbox 360 hat, sollte Kinect einmal ausprobieren.

Gerade jetzt vor Weihnachten suchen sicher wieder viele nach einer Konsole für die ganze Familie. Mit einer Xbox 360 + Kinect ist für jeden was dabei. Bei der Wii wird zumindest der Papa schnell die Lust verlieren, solange er nicht auf niedliche Jump’n’Runs abfährt. Für uns ist es definitiv die größte Innovation der letzten 5 Jahre im Konsolenbereich. Bei dem Thema Befestigung hat Microsoft leider nicht zu Ende gedacht und noch nicht einmal eine Lösung zur Wandmontage mitgeliefert. Auch die Lösung mit dem notwendigen Verlängerungskabel für Nutzer älterer Konsolen mit WLAN-Adapter ist nicht wirklich schön. Dafür und für die fehlende Sprachsteuerung gibt es Abzüge. Somit kommen wir auf zweitbeste Benotung mit “sehr gut”. Die ersten Treiber und kleinen Anwendungen für den PC sind auch schon da, somit eignet sich der Kinect Sensor in Zukunft sicher auch für die eine oder andere Spielerei am PC. Ob die die Motivation und der Spaß auch über Monate oder gar Jahre anhalten, wird von den kommenden Spielen und der weiteren Nutzung zur Steuerung abhängen. Wir denken aber, dass unsere Einschätzung nach über zwei Wochen realistischer ist als Testberichte, die zwei Tage nach Veröffentlichung erschienen sind. Deshalb haben wir auch absichtlich mit unserem Testbericht gewartet.

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Hier noAutor Ina - www.katzeausdemsack.dech eine weibliche Einschätzung von Ina:

In unserem ausführlichen Bericht wurde bereits erwähnt, dass der Kinect Sensor nicht nur etwas für die meist Konsolen-interessierten Jungs ist, sondern auch so manche Frau und Freundin daran Gefallen finden könnte. Wer also zu Weihnachten überlegt, einen Kinect Sensor zu kaufen und zweifelt, ob die weibliche bessere Hälfte Spaß daran haben könnte, dem sei gesagt, dass er damit durchaus richtig liegen kann, wenn seine Liebste Spaß an Spiel und Bewegung hat. Die meisten Mädels sind genervt von komplexen Steuerungen (Tastenbelegungen, Kombinationen etc.), die man zum einen erst mal lernen muss, bevor es ans eigentliche Spielen geht. Zum anderen überfordern sie den ungeübten Spieler durchaus. Dann habe ich meist auch keine Lust mehr. Kinect kommt mir da sehr entgegen. Die Steuerung ist intuitiv und man kann schnell mit dem eigentlichen Spielen beginnen. Technische Affinität ist hier also keineswegs notwendig. Hat Eure Liebste aber doch ein gewisses Verständnis dafür, wird sie von den technischen Möglichkeiten, die der Kinect Sensor bietet, begeistert sein.

Abgesehen davon werden viele Mädels begeistert sein, ihren Schatz mal zu Bewegung und Sport zu animieren… und all das verpackt in Spielen, in denen es trotzdem noch ums Gewinnen geht.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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2 Kommentare

  1. avatar

    Gerne. Die offiziellen Angaben zu Kinect empfehlen ab 1,80 m für einen Spieler und ab 2,50 m für 2 Spieler. Aber aus meiner Erfahrung sollten es schon so 50 cm mehr sein. Wenn man nur alleine spielt sollten 2 m auch gehen. Ich muss auch immer einen Tisch verschieben, aber dann klappt es auch zu zweit.

    Nach stundenlangem Schreiben des Testberichtes musste ich noch mal spielen. Habe Video Kinect mal ausgiebig in Verbindung mit einem normalen PC (Windows Live Messenger) probiert. Die Qualität der Kinect-Kamera ist nicht so gut wie die eines Notebooks und etwas träge. Dafür folgt die Kinect-Kamera dir, wenn du dich etwas im Raum bewegst. Reicht auf jeden Fall aus um mal live mit Freunden zu „videofonieren“ 😉

  2. avatar

    Wow, danke für den tollen Test. Die Maße die du angegeben hast, muss ich unbedingt erst prüfen, bevor ich mir das Kinect für meine XBox holen kann 🙂

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