Test: Samsung Chromebook Series 5

Samsung Series 5 - ChromebookWie bereits angekündigt haben wir ein paar Tage das erste Chromebook von Samsung getestet. Die Geräte sind seit knapp 2 Wochen lieferbar. Wird haben das Modell XE500C21-A03DE ohne 3G getestet. Es gibt das Gerät auch für 50 € mehr inkl. 3G (XE500C21-H02DE). Wir hatten keine großen Erwartungen an das Chromebook und können schon mal vorab sagen, dass wir auch nicht wirklich positiv überrascht wurden.

Bezüglich der Hardware ist es ein relativ normales Netbook, welches eine SSD anstatt einer normalen Festplatte mitbringt. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob ein Gerät mit 12,1” Zoll nicht schon wieder eher ein Subnotebook wäre. Die eigentliche Besonderheit bei diesem und anderen Chromebooks ist das Betriebssystem. Statt Windows XP oder Windows 7 kommt hier Google Chrome OS zum Einsatz. Dieses auf Linux basierende Betriebssystem soll eben nur das Nötigste mitbringen und so das Gerät einfacher, schneller und sicherer machen. Im Grunde genommen besteht dieses Betriebssystem neben einem simplen Anmeldebildschirm nur aus dem Google Browser Chrome. Ich persönlich mag Chrome als Browser und verwende diesen auch auf meinem normalen PC und Notebook. Chrome ist schnell, minimalistisch und es gibt viele sinnvolle Erweiterungen. Von daher ist dieser Ansatz schon mal gut.

Testbericht Samsung Chromebook Series 5Durch die SSD startet Chrome OS in unter 10 Sekunden (direkt nach der Einrichtung klappte das bei unserem Test sogar in nur 8 Sekunden). Auch die Einrichtung war extrem einfach. Land auswählen, W-LAN Verbindung auswählen, Google-Account angeben und fertig. Es müssen keine Treiber installiert werden und im Vergleich zu anderen Netbooks und Notebooks musste auch kein vorinstallierter Müll wie Testversionen, Spiele usw. entfernt werden. Auch von Treibern, Updates mit Neustart oder umfangreicheren Einstellungen bzgl. Sicherheit, Netzwerken usw. bleibt man beim Chromebook verschont. Ich verstehe auch Leute, die von dem Gerät grundsätzlich erst mal begeistert sind, da diese schon Recht damit haben, dass man sich den größten Teil der Zeit sowieso im Browser bewegt. Das ist auch bei mir der größte Anteil, aber in der restlichen Zeit gibt es auch viele lokale Anwendungen von denen ich mir sehr unsicher bin, dass diese auch längerfristig von Browser-Apps ersetzt werden können. Hinzu kommt bei mir, dass ich bereits ein iPad 2 besitze und meine Mails z.B. nicht bei Google verwalte. Ich kann aber durchaus nachvollziehen, dass manche ein Chromebook als Zweitgerät als interessant erachten. Auch für manchen Laien, der nur ins Internet und am sogenannten Web 2.0 teilnehmen will, kann es eine Alternative sein. Nun kommen wir aber erst mal zur eigentlichen Hardware des Samsung Chromebook Series 5.

Gehäuse / Tastatur / Touchpad / Display / Zubehör

Der erste Gedanke beim Auspacken war: das Ding ist aber ganz schön schwer. Mit 1,3 kg ist es definitiv kein Schwergewicht und wiegt damit weniger als die Hälfte unseres Acer 15,6 Zoll Notebooks. Wer es aber gewohnt ist ein Tablet wie z.B. das iPad mit sich herumzutragen (auch mit externer Tastatur dazu), wird es erstmal als schwer wahrnehmen. Ansonsten ist das Samsung Chromebook optisch ansprechend. Die Farbe unseres Gerätes nennt sich “titan-silber”. Simpler ausgedrückt ist es ein dunkleres Grau. Die Oberfläche ist glänzend und Fingerabdrücke sind schnell zu sehen, aber es ist keine der extremen Hochglanzoberflächen. Die untere Seite ist in schwarzem Kunststoff gehalten, der jeden Fingerabdruck auch ohne Hochglanz erkennen lässt. Insgesamt macht das Gerät einen wertigen Eindruck, sofern man keine sehr hohen Ansprüche hat. Nicht gefallen haben mir persönlich die Klappen hinter denen die Anschlüsse versteckt sind. Diese sind zwar sinnvollerweise auch nach dem Abziehen noch mit dem Gehäuse verbunden, machen aber keinen wirklich guten Eindruck und sind beim Öffnen wie Verschließen eher hakelig.

Erfahrungen Samsung Series 5 ChromebookDie Taststatur fiel uns sehr positiv auf. Trotz der fehlenden F-Tasten (diese wurden durch Dinge wie Refresh, Browser vor und zurück, Helligkeit und Laustärke ersetzt) fühlte man sich hier schnell zuhause und die Handhabung war sehr angenehm. Auch die bekannte Tab-Taste existiert bei dem Chromebook nicht und wurde gegen eine Suchen-Taste ersetzt. Trotz der geringen Abmessungen kam ich auch bei längeren Texten sehr gut damit zurecht. Einen Nummerblock gibt es natürlich nicht. Reine Windowsuser werden auch Tasten wie Pos1, Bild auf/ab, Einfg, Entf oder Druck (Screenshots) vermissen. Für letztere Aufgabe gibt es beim Chromebook mit CTRL+ Switch Windows (sieht ungefähr so aus []]]) eine Möglichkeit. Die Screenshots werden dann automatisch abgelegt und können mit dem Dateimanager (CTRL+M) angezeigt werden. Damit wird aber für einige schon das erste Problem auftauchen. Wer denkt, dass er diesen Screenshot nun einfach auf einen USB-Stick schiebt wird leider enttäuscht. Man kann zwar externe USB-Geräte wie Sticks und Festplatten anschließen, aber keine Daten in irgendeine Richtung austauschen. Da bleibt dann nur E-Mail oder z.B. Dropbox. Im Dateimanager gibt es nur “Löschen” und “Umbenennen”. Dinge wie “Kopieren” oder “Verschieben” sind dem Dateimanager des Chromebook zumindest bisher unbekannt. Dies soll wohl der Sicherheit dienen, wobei mir das nicht ganz einleuchtet. Denn über den Browser kann ich jede beliebige Datei (egal welche Endung) herunterladen.

Samsung Series 5 Chromebook mit Google Chrome OSDas Touchpad erscheint auf den ersten Blick sehr groß und einige werden die dazu passenden Tasten vermissen. Diese gibt es beim Samsung Chromebook nicht, sondern das Touchpad selber ist die Taste und für einen Rechtsklick nimmt man dann zwei Finger. Auch Dinge wie Drag & Drop werden mit zwei Fingern geregelt, der eine markiert und der andere zieht die Datei oder das Icon an die gewünschte Stelle. Das ist für einige gewöhnungsbedürftig aber definitiv nicht schlecht gemacht. Wir kamen mit dem Touchpad gut zurecht. Durch Multitouch kann man mit zwei Fingern auf dem Touchpad bequem durch Webseiten scrollen.

Beim Display fällt zuerst die matte Oberfläche auf, die vor allem den Außeneinsatz deutlich erleichtert. Ansonsten würden wir das Display als durchschnittlich gut bezeichnen. Die Auflösung mit 1366×768 (16:9) ist angenehm und völlig ausreichend für ein Display dieser Größe. Schwarzwert und Kontrast sind ok aber definitiv nicht überdurchschnittlich. Auch der Betrachtungswinkel ist ok aber auch das geht bei anderen Displays noch deutlich besser. Nicht so ganz überzeugt hat uns der Aufklappmechanismus. Der fühlt sich doch ein wenig wackelig an und man würde sich da schon etwas mehr Stabilität wünschen.

Im Lieferumfang findet man außer dem kleinen Netzteil, dem Mini-VGA -> VGA-Adapter und Kurzanleitungen nichts Nennenswertes.

Anschlüsse/ W-LAN / Sicherheit / Leistung / Akku / Drucken

Testbericht Samsung Series 5 ChromebookBei den Anschlüssen gibt es wenig Besonderheiten. Man findet 2 USB-Anschlüsse, einen Mini-VGA-Ausgang (mit Adapter im Lieferumfang auf VGA), Kopfhörer/Mikrofon, SIM-Karten-Slot (immer vorhanden, nur bei 3G-Modell nutzbar) und einen Cardreader. Die zwei USB-Anschlüsse reichen allein aufgrund der Tatsache, dass die Kommunikation und der Datenaustausch extrem beschränkt sind. Leider bieten der Dateimanager und Chrome OS selber kaum Viewer für gängige Formate. Während Bilder zumindest noch sehr unschön einfach im Browser angezeigt werden (keine Diashow oder einfache Bearbeitungswerkzeuge), kann er mit vielen anderen Formaten wie z.B. gängigen Office-Dateien gar nichts anfangen. Etwas enttäuscht hat uns der VGA-Ausgang, hier würde man sich heute schon HDMI wünschen. Der fehlende HDMI-Ausgang könnte natürlich auch an mangelnder Unterstützung seitens Chrome OS liegen, aber in dem Punkt würde ich mir unter “zukunftssicher” was anderes als VGA vorstellen. Auf Bluetooth muss man auch verzichten.  Am Cardreader selber gibt es wenig Kritik, aber auch dieser kann nur beschränkt sinnvoll genutzt werden. Im Urlaub würde ich gerne meine Fotos mal eben auf das Chromebook schieben, was aber leider unterbunden wird. Man kann seine Fotos nur in die Cloud (z.B. zu Picasa) schicken und das auch nicht wirklich komfortabel. Gerade bei den langsamen Internetverbindungen oder Roaming-Kosten im Ausland nicht gerade ein Vergnügen.

Die Nutzung von W-LAN ist denkbar einfach. Alle Netzwerke in der Umgebung werden erkannt und nach Eingabe des Sicherheitsschlüssels ist man “drin”. Positiv fiel die Erkennung vieler Netzwerke in der Umgebung auf. Wo ein Fritz!Stick oder das iPad nur 2-4 Netzwerke in Reichweite anzeigten, waren es beim Samsung Chromebook immer deutlich mehr. Der Netzwerkmanager merkte sich bekannte Netzwerke und wählte dann auch immer gezielt die schnellste Verbindung aus. Mangels 3G-Unterstützung unseres Testgerätes konnten wir andere mobile Verbindungen nicht testen. Insgesamt muss man aber klar sagen, dass ein Chromebook ohne Internet kaum nutzbar ist. Ein paar wenige Spiele wie z.B. Angry Birds installierten sich auch für die lokale Nutzung aber die meisten Anwendungen waren für die Nutzung auf eine möglichst schnelle Internetverbindung angewiesen. Hier will Google in der nahen Zukunft nachbessern und viele der Web-Apps auch lokal nutzbar machen. Bisher muss man aber sagen, dass die meisten der sogenannten “Web-Apps” nichts anderes sind als normale Webseiten von denen auch nur wenige wirklich speziell optimiert sind. Gerade in Sachen Arbeiten ist ohne Internet-Verbindung eigentlich nichts sinnvoll möglich.

Samsung Series 5 - Chromebook - TestberichtEin großes Thema was Google in den Vordergrund stellt, ist die Sicherheit. Zum einen soll es natürlich durch die wenigen Funktionen und klaren Richtlinien weniger anfälliger gegen Abstürze und ähnliches sein. Das konnten wir im Test nicht wirklich bestätigen. Ein paar mal bekamen wir z.B. bei Google Talk den Hinweis, dass die App abgestürzt sei und neu gestartet würde. Das andere sind Themen wie Viren und Trojaner. Auch hier ist ein sehr kompaktes und vor allem noch nicht so verbreitetes Betriebssystem im Vorteil. Dafür muss man aber wie oben berichtet schon beim einfachen Kopieren von Dateien von oder auf einen USB-Stick passen. Leute, die sich Viren oder Trojaner ausdenken, wollen damit natürlich möglichst eine Vielzahl von Rechnern erreichen, somit ist Chrome OS jetzt nicht gerade das Zielsystem Nummer 1. Ich wage aber zu bezweifeln, dass es wirklich absolut sicher ist. Da man beliebige Dateien herunterladen kann, wird es auch hier in Zukunft die ein oder andere Sicherheitslücke geben, wenn sicher auch nicht so viele wie z.B. bei Windows. Aber da bleibt immer die Frage offen, ob das nun durch das tolle Sicherheitssystem so ist, oder einfach durch die Tatsache, dass die Plattform für Entwickler solcher Schadprogramme zu begrenzt ist. Was auf jeden Fall ein Vorteil sein kann, ist der Umstand, dass man nicht jeden Müll installieren kann und auch kein falscher Treiber mal eben einen Bluescreen verursacht.

Bei der Leistung waren wir eher enttäuscht. Für´s normale Surfen reicht diese natürlich vollkommen aus. Aber bei Videos in HD-Auflösung (egal ob 720p oder 1080p) war die Grenze erreicht. Trotz schneller Internetverbindung (und selbst bei langem Vorladen) war das ein einziges Ruckeln. Bei Youtube war bei 480p Schluss, alles darüber konnte man sich nicht anschauen. Ähnlich war es bei anderen Videodiensten oder Seiten mit HD-Trailern. Es gab auch eine 3D-App zur Wohnungs- oder Hausgestaltung, auch hier kam keine Freude auf. Das Arbeiten wurde immer wieder durch sehr lange Wartezeiten (bei einer Internetverbindung mit 64.000+) und Ruckeln unterbrochen. Auch viele Spiele waren alles andere als flüssig. Fairerweise muss man hier anmerken, dass die grundsätzliche Hardware das eigentlich können sollte, aber anscheinend klappt hier das Zusammenspiel aus Hardware und Chrome OS noch alles andere als perfekt. Hier überzeugt die Leistung von vergleichbaren Netbooks mit Windows 7 mehr. Wie gesagt, für´s Surfen ist alles ok aber darüber hinaus sollte man seine Erwartungen herunterschrauben. Vielleicht ändert sich hier noch etwas mit neueren Versionen von Chrome OS. Aber abgesehen vom Booten muss sich ein Windows 7 auf vergleichbarer Hardware definitiv nicht verstecken.

Google Chromebook (Chrome OS) - Samsung XE500C21Überzeugend in Sachen Leistung ist natürlich die Bootzeit. Das Booten unter 10 Sekunden hat in unseren Tests immer sehr gut geklappt, meistens sogar in fast exakt 8 Sekunden. An anderen Stellen kann sich die SSD aber kaum bemerkbar machen, da nur selten größere Datenmengen lokal gelesen oder geschrieben werden. Man muss das Gerät auch nicht immer ganz ausschalten, einfach zuklappen und nach dem Aufklappen kann man innerhalb von einer Sekunde weitermachen.

Die Akkulaufzeit wird bei amazon mit bis zu 8,5 Stunden (auf der Seite von Samsung ist sogar von 10 Std. die Rede) angegeben. Ein guter Wert, der aber in der Praxis bei uns nicht ganz aufging. Bei unseren Versuchen waren es immer knapp über 7 Stunden. Wobei wird das Gerät dabei natürlich auch recht intensiv genutzt und nicht immer ganz abgeschaltet haben.

Drucken mit einem Chromebook ist leider auch kein einfaches Unterfangen. Entweder man verfügt über einen ePrinter von HP (Drucker mit eigener E-Mail-Adresse) oder man muss umständlich über Google Cloud Print gehen.

Einen Lüfter hat das Gerät auch und ist damit nicht geräuschlos. Man nimmt diesen im Regelfall nicht wahr und die Lautstärke ist auch bei hoher Auslastung ok. Es ist allerdings eher störend, dass der Lüfter seine Leistung regelmäßig selber reguliert. In solchen Momenten nimmt man diesen einfach nur wahr, weil sich was verändert.

Chrome OS

Samsung Series 5 Chromebook - ZubehoerDie Grundidee mit einem schlanken OS, welches dadurch sehr schnell bootet und weniger unnötigen Ballast mit sich bringt, ist auf jeden Fall eine gute Idee. Auch die Einrichtung ist kinderleicht und bietet kaum Spielraum für Fehler oder falsche Einstellungen im Vergleich zu Windows. Doch für mich persönlich ist Chrome OS in der aktuellen Version einfach zu schlank. Ich möchte schon Daten hin- und her schieben können, sonst machen die USB-Anschlüsse für mich wenig Sinn. Auch das zwingende Internet (möglichst schnell) ist aus meiner Sicht heute noch zu einschränkend für viele Anwender. Ich möchte auch ohne Internetverbindung mal einen Text schreiben, ein Foto bearbeiten oder auch einfach mal viele Fotos komfortabel anschauen. Selbst das einfache Erstellen und Nutzen von einem Screenshot wird schon sehr umständlich. Von Videobearbeitung oder Musikbearbeitung wollen wir gar nicht erst anfangen. Aufgrund der eingeschränkten Grafiklösung ist auch bei Spielen und anderen Anwendungen die Grenze klar gesteckt. Die Tatsache, dass es immer nur ein Fenster gibt (mit verschiedenen Tabs), macht das Arbeiten oft unnötig schwer. Wer wirklich nur Surfen möchte und schon all seine Daten bei den diversen Google-Diensten abgelegt hat, kann sicher in begrenztem Umfang mit Chrome OS glücklich werden. Ein wirklicher Ersatz für ein Notebook/Netbook (mit “kompletten” Betriebssystem) oder ein Tablet kann es aus unserer Sicht aber nicht sein. Daher können wir uns auch nicht vorstellen, dass Chrome OS und entsprechende Geräte wirklich in naher Zukunft einen relevanten Marktanteil für sich verbuchen können. Die Grundidee (schlankes OS), “Alles in Cloud” und immer und überall schnelles Internet sind sicher irgendwann die Zukunft, aber eben nicht die Gegenwart. Und auch Chrome OS und die passenden Apps müssen sich noch stark weiterentwickeln, um wirklich eine massentaugliche Alternative zu werden. Das Chromebook wurde neben mir auch von vielen Arbeitskollegen getestet, welche eigentlich für jede technische “Spielerei” zu begeistern sind. Aber das Chromebook landete meist nach nur einer Stunde auch wieder auf meinem Schreibtisch. Es war wirklich niemand dabei, der sich für das Gerät begeistern konnte, auch wenn die Grundidee regelmäßig gelobt wurde.

Testnote - Bewertung - Samsung Chromebookkatzeausdemsack.de meint: Wie oben schon mehrmals angemerkt, gehen die Grundideen in die richtige Richtung. In der Praxis gibt es aber zu viele Einschränkungen oder Dinge die einfach viel komplizierter sind als z.B. über andere bekannte Betriebssysteme. Die Zeit, die wir beim Einrichten und Booten gespart haben, wurden dann wieder dadurch zunichte gemacht, dass selbst einfachste Dinge nicht lösbar waren oder eben nur sehr umständlich. Auch der Chrome Web Store überzeugt noch nicht. Viele Erweiterungen (solche, die z.B. etwas lokal speichern) funktionieren unter Chrome OS nicht und viele der sogenannten Apps sind einfache Webseiten, die man auch so aufrufen könnte. Auch die Spiele sind oft nicht auf die Auflösung des Chromebook optimiert. Egal, ob ich einen Blogeintrag verfassen, ein Bild bearbeiten oder auch einfach einen Artikel bei eBay einstellen wollte, überall wurde es oft sehr umständlich. Mir ist durchaus klar, dass man für die Vorteile auch Nachteile in Kauf nehmen muss, aber hier überwiegen für mich die Nachteile. Ich als nicht Apple-Fan liebe mittlerweile mein iPad 2 und würde nicht mehr darauf verzichten. Auch hier muss ich gravierende Nachteile in Kauf nehmen wie z.B. iTunes (ich werde mit der Lösung nie warm) oder auch fehlendes Flash usw. aber es gibt auf der anderen Seite so viele Dinge, die ich mit dem iPad einfacher und mobiler gestalten kann als mit einem Notebook. Und es macht einfach Spaß und das kann ich vom Chromebook nicht sagen. Ich befürchte, dass es nur wenige gibt, für die Chrome OS in der nahen Zukunft wirklich eine Alternative sein kann. Auch preislich sind die Geräte nicht so attraktiv, dass man bereit ist, die Einschränkungen hinzunehmen oder auf Verbesserung zu warten.

Grundsätzlich geht es hier in dem Test natürlich auch um die Hardware des Samsung Chromebook. Aber man kann bei der Benotung das  Betriebssystem nicht ganz außen vor lassen. Das Samsung Chromebook Serie 5 ist ein gutes Gerät, aber es gibt leider auch wenig besonders positive Dinge. Die SSD kann nur beim Booten ihre Stärke ausspielen. Beim normalen Surfen und Arbeiten hat man wenig davon, da hier die Internetverbindung meist der wichtigere Part ist. Der VGA-Ausgang ist auch nicht gerade zukunftssicher. Preislich ist das Samsung Chromebook Serie 5 kein Schnäppchen. In der Preislage bekommt man auch Geräte mit Windows 7, somit kann das auch nicht der Kaufanreiz sein. Und die Tatsache, dass man zumindest mit dem aktuell ausgelieferten Chrome OS noch nicht mal 720p-Videos ruckelfrei wiedergeben kann, muss sich das Gerät negativ anrechnen lassen. Was nützt mir die Tatsache, das man weiß, dass die Hardware selber das eigentlich können müsste (und vielleicht irgendwann kann). Somit können wir dem Gerät nur die Note “befriedigend” geben. Und dabei ist noch wohlwollend berücksichtigt, dass so manche Einschränkung nicht an der Hardware sondern an Chrome OS liegt. Jeder, der mit dem Gedanken spielt sich ein Chromebook zu kaufen (egal welcher Hersteller), sollte das sehr überlegt tun und sich der Einschränkungen bewusst sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in absehbarer Zukunft irgendwas mit Chrome OS machen werde. Da könnte ich mir eher iOS oder Android auf einem Netbook vorstellen. Für die Leute, die sich bereits ein Chromebook gekauft haben, bleibt nur zu hoffen, dass Chrome OS zumindest mit Hochdruck fortgeführt und weiterentwickelt wird, sonst könnte es schnell eine teure Fehlinvestition werden.

Samsung XE500C21 (Serie 5) 12,1 Zoll Chromebook (Intel Atom N570, 1,6GHz, 2GB RAM, 16GB SSD, Chrome OS) titan-silber

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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2 Kommentare

  1. avatar

    Hallo Michaela,

    dann drück ich Dir die Daumen. Bin mal gespannt ob das Chromebook Dich überzeugen kann.

    Viele Grüße,
    Guido

  2. avatar

    Ich bin echt neidisch, daß du schon ein Chromebook hast. Ich habe leider das mit UMTS Modul bestellt und ich warte immer noch darauf, dazu ein kurzer Beitrag in meinem Blog -> http://bit.ly/kVYmmB
    Ich hoffe, daß ich meines bald in Händen halten kann und die Lieferschwierigkeiten bei Amazon morgen behoben sind.
    Liebe Grüsse vom Bodensee,
    Michaela

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