E-Mail, Kontakte und Kalender synchronisieren mit Exchange ActiveSync

Exchange ActiveSyncVor einiger Zeit gab es ja schon mal einen Artikel zum Thema Kontakte, Kalender und E-Mail synchronisieren. Nun ja, in der Zwischenzeit hat sich einiges getan und ich setze nun mit Exchange ActiveSync auf ein komplett anderes System, welches ich euch kurz vorstellen möchte. Selbstverständlich ist auch dieses wieder kostenlos.

Wer ein Smartphone, einen oder mehrere Computer und evtl. noch ein Tablet hat, kennt das Problem: Auf dem einen Gerät speichert man eine neue Nummer und wenn man sie braucht, ist sie auf dem anderen Gerät natürlich nicht drauf. Also fängt man wie wild an zu synchronisieren mit USB-Kabel und Outlook oder whatever. Dabei geht es so viel einfacher – und vor allem zukunftssicher.

Alles was man braucht ist ein E-Mail Konto entweder bei Google Mail oder bei Windows Live Hotmail. Denn diese beiden E-Mail Anbieter haben beide ein echtes Profi-Feature mit an Bord – sie können sich Verhalten wie ein Exchange-Server (einige kennen das vielleicht von der Arbeit). Hier findet vollautomatisch eine Synchronisierung (auf Wunsch inklusive Push) zwischen allen Endgeräten statt. Speichert man auf dem PC einen Kontakt ab, ist er automatisch auch auf dem verbundenen Smartphone oder Tablet. Schickt man eine E-Mail vom Handy ab, sieht man das „Gesendete Objekt“ auch auf dem PC oder dem iPad. Es läuft alles über den Exchange ActiveSync Server. Alle Geräte, die ihr mit dem Exchange ActiveSync Server verbindet, sind automatisch immer alle auf exakt dem gleichen Stand bzgl. E-Mails, Kalendereinträgen und Kontakte. Nie mehr manuell etwas synchronisieren, nie mehr beim Handywechsel die Kontakte nicht übernehmen können. Alles was ihr später tun müsst, ist das neue Gerät mit eurem Exchange ActiveSync Konto verbinden und die Daten (Kalender, Mails, Kontakte) werden im Nu auf das neue Gerät gespiegelt.

Wie geht man nun am besten vor? Zunächst braucht man wie gesagt ein Konto bei Google Mail oder Windows Live Hotmail. Habt ihr schon eins? Prima. Ansonsten kostenlos eines anlegen. Ich bevorzuge mittlerweile Google aus diversen Gründen, aber dies ist ein Thema, über das wir ein anderes Mal sprechen können. Dann müsst ihr natürlich einmalig eure bestehenden Kontakte bei Google Mail oder Windows Live Hotmail in der Weboberfläche eintragen oder importieren. Genauso müsst ihr einmal eure Termine in den Google Kalender oder den Live Kalender eintragen oder importieren. Nutzt ihr schon Google Mail oder Windows Live Hotmail, sind eure E-Mails ja eh schon da. Nutzt ihr bislang einen anderen E-Mail Anbieter, könnt ihr Google Mail oder Windows Live Hotmail dazu bringen, die E-Mails bei eurem bisherigen Anbieter abzuholen und in das Google bzw. Hotmail Postfach zu integrieren. Das Ganze funktioniert also im Prinzip wie wenn ihr früher mit Outlook eure E-Mails abgerufen habt, nur das hier Google Mail bzw. Hotmail „das Outlook ist“. Bei Google Mail müsst ihr dazu die E-Mail-Einstellungen aufrufen, dann auf Konten und Import gehen und danach „Vorhandenes POP3-E-Mail-Konto hinzufügen“ auswählen. Habt ihr das gemacht, ruft Google Mail eure E-Mails regelmäßig bei eurem anderen Anbieter ab und ihr habt sie alle auch in Google Mail. Unter dem Punkt E-Mail senden als könnt ihr sogar noch festlegen, von welcher Adresse aus ihr Antworten verfassen möchtet. Entweder von der Google-Mail Adresse aus oder von eurer alten Adresse aus. Auf diese Weise lässt sich Google Mail auch prima als zentrale Sammelstelle für alle eure E-Mail-Konten verwenden. Genauso einfach geht es bei Windows Live Hotmail. Auch hier die E-Mail Optionen aufrufen und dann den Punkt “E-Mails von anderen E-Mail-Konten aus senden/empfangen” auswählen.

Exchange ActiveSync einrichtenIst das erledigt, habt ihr euren „Datenbestand“ (E-Mails, Kontakte, Kalender) sauber entweder bei Google oder Windows Live abgelegt. Wenn ihr nun auf dem Smartphone oder Tablet euren E-Mail Account einrichtet, macht ihr das nicht mehr über POP3 oder IMAP, sondern über Exchange ActiveSync. Natürlich muss das Smartphone oder Tablet Exchange ActiveSync unterstützen, alle aktuelleren Geräte können das mittlerweile aber eigentlich (alte Handys nicht, aber was sich heute Smartphone nennen will, kann das). Also aufpassen, selbst wenn euer Smartphone oder Tablet „Google-Konto“ als Voreinstellung hat, wählt ihr beim Einrichten nicht diesen Punkt aus, sondern Exchange ActiveSync oder auch Microsoft Exchange. Konfigurieren müsst ihr es dann folgendermaßen:

Google Mail:
E-Mail: Eure Google Mail E-Mail Adresse
Server: m.google.com
Domain: Leer lassen
Benutzername: Eure Google Mail E-Mail Adresse
Passwort: Euer Passwort

Windows Live Hotmail:
Analog zu oben (natürlich mit euren Hotmail Daten und nicht den Google Daten), nur der Server ist dann m.hotmail.com.

Ihr könnt alle eure Geräte auf diese Weise mit Google Mail oder Hotmail verbinden und fortan ist immer alles vollautomatisch synchron. Egal ob ihr am PC eine E-Mail schreibt oder am Smartphone einen Kontakt speichert – die Daten sind automatisch immer auch auf allen anderen verbundenen Geräten verfügbar.

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Autor: Micha

Seit dem Commodore VC20 mit Computern und dem Atari 2600 mit Spielekonsolen zu Gange. Findet nach wie vor den Bundesliga Manager Professional für Amiga das beste Spiel ever. Mag was Google so alles mit Webtechnologie und Apple mit Hardware anstellt, hat trotzdem aber noch einen Windows PC.

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2 Kommentare

  1. avatar

    Hallo Billy, Danke für den ausführlichen und hilfreichen Kommentar. Der hilft sicher einigen Lesern bei der Entscheidung.

    Ich selbst hatte früher auch Hotmail zusammen mit dem Outlook Connector und Outlook im Einsatz. Seit Google seine Services aber derart gut überarbeitet hat, bin ich absoluter Freund von dieser Lösung (man merkt auch, dass da ein ehemaliger Apple Designer mit am Werk gewesen sein soll). Einen lokalen E-Mail Client auf dem PC setze ich gar nicht mehr ein, sondern habe mir eine Chrome Anwendungsverknüpfung zu Google Mail auf den Desktop gelegt. Zwar nutze ich den Live Account auch noch (Skydrive z.B.), finde aber die Integration aller Dienste bei Google einfach gelungener (Mail, Docs, Picasa bzw. Google+ usw.). Wenn jetzt noch das schon öfter diskutierte GDrive als Erweiterung zu Docs mit Dropbox-ähnlichen Funktionen kommt, wäre das ein fast unschlagbares Gesamtpaket. Auch schiele ich mit einem Auge noch auf Google Music, das leider in Deutschland ja noch nicht gestartet ist.

  2. avatar

    Nun, mittlerweile hat Hotmail aufgeholt. Mit Wave 5 wurde der Dienst ordentlich modernisiert. Microsoft wird sich vor den Fehlern der Vergangenheit hüten…

    Folgende Entscheidungshilfen:

    GoogleMail für alle, die bevorzugt Webmail nutzen und dies nicht nur als Lösung für unterwegs / an fremden Computern betrachten. Durch die IMAP Unterstützung kann man auch mit einfachen / billigen Smartphones auf Mails mit dem Client zugreifen – Active Sync geht natürlich auch.

    Hotmail für alle, die mit Outlook oder Windows Live Mail ihre Mails, Kontakte und Kalender organisieren, gutes Webmail suchen und nur hochwertige Smartphones (iOS, Windows Phone und Android) im Einsatz haben, welche Active Sync beherrschen bzw. eben sonst über den mobilen Browser zugreifen.

    Ich nutze derzeit (seit Einführung) Google Apps, also GMail mit eigener Domain und habe die positive Entwicklung hautnah erlebt. In den letzten Jahren hatte Hotmail, welches mit dem Admin Center auch die Möglichkeit bietet die eigene Domain zu nutzen, bei mir keine Chance, da weder POP3 noch eine Outlook-Integration wie bei Exchange möglich war und darüber hinaus eine Werbezeile an jede gesendete E-Mail gehängt wurde (wie bei GMX wenn man über Webmail sendet).

    Nachdem diese Probleme alle gelöst wurden, bleibt nur noch ein Wunsch offen: Outlook 2011 für Mac kompatibel machen, denn den Hotmail Connector gibt es bislang nur für Windows Outlook 2007/2010.

    Grund für meinen Wechsel sind hauptsächlich aufgrund der Outlook-Nutzung (jeder der dort ein IMAP Konto als Hauptkonto nutzt, wird es verstehen) und die Kombi mit SkyDrive und Mesh. Weiterhin bevorzuge ich lieber Ordner als Labels, wenn man auf herkömmliche (lokale) Mailsoftware setzt.

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