Test: Garmin Head-up-Display (HUD)

Testbericht Garmin HUD - Head-up-DisplayWie vor Kurzem bereits berichtet, haben wir uns das Garmin Head-up Display im Alltag genauer angeschaut. Das Gerät richtet sich an Anwender, die mobile Navigationslösungen von Navigon oder Garmin (Streetpilot) einsetzen. Gerade die Lösung von Navigon ist sehr beliebt und verbreitet. Durch das hier getestete Head-up-Display von Garmin kann man die wichtigsten Navigationsinformationen direkt auf die Windschutzscheibe projizieren (spezielle reflektierende Folie) oder auf eine kleine transparente Kunststoff-Scheibe, welche genau wie die Folie zum Lieferumfang gehört.

Dadurch hat man immer alle relevanten Informationen der laufenden Navigation im Blick ohne die Augen von der Straße abzuwenden. Dies ist natürlich auch dem Thema Sicherheit sehr dienlich, da sonst oft der Blick zwischen Straße und Navi immer hin und her wandert. Es wird im Gegensatz zu herkömmlichen mobilen Navis auch kein Teil der Windschutzscheibe verdeckt. Natürlich sieht es zudem sehr futuristisch aus und dürfte auch damit einige Käufer ansprechen. Solche Head-up-Displays waren bisher oft nur gut ausgestatteten Oberklasse-Limousinen vorbehalten. Weiterer Vorteil für Leute, die mit ihrem Smartphone oder Tablet navigieren ist die Tatsache, dass durch das Head-up-Display das Display des Smartphone nicht an sein muss. Dadurch kann man natürlich in Sachen Akkuverbrauch beim Smartphone deutlich sparen, da sonst das dauerhafte aktive Smartphone-Display den Akku schnell leert. Wir hatten nun in den letzten zwei Wochen die Möglichkeit das Garmin Head-up-Display  im Alltag zu testen und berichten Euch gerne von unseren Erfahrungen.

Lieferumfang und Installation im Auto

Garmin HUD - Navi auf der WindschutzscheibeIm Lieferumfang findet man neben dem Gerät selbst noch ein Stromkabel für den Zigarettenanzünder. Dort steht auch noch mal ein USB-Anschluss zur Verfügung über den man bei längeren Fahrten auch das Smartphone oder Tablet (Tablet mit GPS wie z.B. iPads mit 3G/4G) gleichzeitig laden kann. Dann gibt es eine spezielle reflektierende Folie, die man auf die Windschutzscheibe kleben kann, um eine optimale Lesbarkeit der Navigationsinformationen zu gewährleisten. Damit ist der futuristische Effekt natürlich am höchsten, aber es ist erst mal nur eine Folie im Lieferumfang dabei. Auch wenn uns hier noch keine genauen Informationen vorliegen, so wird man diese sicher in Zukunft auch einzeln kaufen können.

Wer von Anfang an das Head-up-Display mobil nutzen will, also in mehreren Fahrzeugen, der kann auch eine mitgelieferte kleine Kunststoffscheibe am Gerät befestigen. Dann werden die Informationen auf diese Scheibe und nicht direkt auf die Windschutzscheibe projiziert. Dadurch, dass die Kunststoffscheibe durchsichtig ist, gehen die Vorteile aber nicht verloren. Natürlich befindet sich auch eine kurze Anleitung im Lieferumfang. Für die Befestigung auf dem Armaturenbrett gibt es keine zusätzlich notwendigen Halterungen. Auf der Unterseite befindet sich ein klebriges Anti-Rutsch-Pad mittels dessen haftet des Display direkt auf dem Armaturenbrett. Dieses ist auch biegsam, um sich z.B. an geschwungene Formen des Armaturenbrett anzupassen. Wenn man im Auto dort genügend Platz ohne Lüftungsschlitze etc. hat, dann haftet das Garmin HUD sehr gut auf glatten Flächen. Auch wenn man die Unterseite als „klebrig“ empfindet, so wird hier nichts wirklich festgeklebt. Es haftet von alleine und sitzt sehr fest, aber man kann es auch einfach wieder abnehmen. Die entsprechende Haftfläche kann man auch problemlos reinigen. Auch wenn es auf diese Weise wirklich fest auf dem Armaturenbrett war, blieb aber immer der Gedanke was bei einer Vollbremsung passiert. Hier habe ich auch immer noch ein wenig Bedenken. Mit knapp 280g ist das Display jetzt auch kein absolutes Leichtgewicht.

Test Navigon / Garmin Head-up-DisplayAls Erstversuch wollte ich das Garmin Head-up-Display in meinem Smart Roadster testen. Leider musste ich hier recht schnell feststellen, dass es keine ausreichend große Fläche direkt an der Windschutzscheibe ohne Lüftungsschlitze oder ähnliches gab. Natürlich könnte man das Display etwas weiter von der Scheibe befestigen, aber dann wäre der Effekt weg (man müsste doch immer den Blick von der Straße wenden) und dort war das Armaturenbrett teilweise mit Stoff überzogen, wo das Gerät auch nicht haftete. Man benötigt mindestens einen freien Platz von 10 cm x 10 cm. Nun ist das Armaturenbrett und die Windschutzscheibe in meinem Auto definitiv kein Standard. Also auf ins nächste Auto, ein Peugeot 307 CC. Hier war sehr schnell ein passender Platz gefunden. Nun die mitgelieferte Folie an die vorher gereinigte Windschutzscheibe anbringen und die optimale Neigung des Displays einstellen. Das Anbringen der Folie ist aus meiner Sicht (wie bei all diesen Folien) etwas fummelig und man hat schnell Blasen unter der Folie oder Fingerabdrücke oben drauf. Alternativ kann man wie gesagt auch eine kleine Kunststoffscheibe direkt am Gerät befestigen. Das war im Endeffekt für uns auch die beste und unproblematische Lösung. Dann noch kurz das Stromkabel mit dem Zigarettenanzünder und dem Display verbinden und es kann losgehen. Das Gerät kommuniziert per Bluetooth mit dem Smartphone/Tablet (GPS erforderlich) und der passenden App von Navigon oder Garmin. Am Smartphone stellt man dann einfach Bluetooth ein und verbindet die Geräte auf klassische Weise und nach kurzem Pairing (Verbinden der Geräte) ist man fertig. Wird jetzt eine Navigation auf dem Smartphone gestartet, so sieht man die entsprechenden Hinweise auch über das Head-up-Display. Die Einrichtung ist also abgesehen von der Folie sehr einfach und bedarf auch keiner großen Anleitung.

Garmin Head-up-Display – Erfahrungen im Alltag

Garmin HUD - ErfahrungsberichtIch persönlich finde die Idee und grundsätzliche Umsetzung sehr gut. Bei der Vorstellung dieses Gerätes musste Garmin einiges an Kritik einstecken, da viele es als Rückschritt empfanden. Es werden nur die notwendigsten Informationen vom Display angezeigt und natürlich nicht die komplette Karte mit Landschaft, Straßen und anderen Dingen. Es zeigt die wichtigsten Informationen wie Richtungsanzeige, Distanz zum nächsten Manöver, Fahrspurassistent, Geschwindigkeit (aktuell/erlaubt), Ankunftszeit und ggf. Warnungen vor Stau oder Radaranlagen (abhängig davon, was die genutzte App unterstützt). Das reicht aus meiner Sicht völlig und alles andere lenkt in der Regel mehr ab als das es während der Fahrt informiert. Das Smartphone kann man während der Navigation dann zur Seite legen (aber so, dass es noch GPS-Empfang hat). Auch das Display des Smartphones kann man anschalten und damit den Akku schonen. Die gesprochenen Hinweise kommen aber nicht über das Garmin HUD, sondern noch immer vom Smartphone. Es ist am Anfang etwas befremdlich, wenn die Stimme nicht aus der Richtung der Navigationsanzeige kommt, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Ein Lautsprecher in dem HUD wäre für die Zukunft aber sicher auch eine Option für Verbesserungen. Alternativ kann man das Smartphone natürlich auch mit dem Autoradio verbinden, wenn dieses Bluetooth unterstützt.

Garmin HUD - Testbericht und FotosEtwas gestört hat mich die Notwendigkeit einer ständigen Stromverbindung zum Zigarettenanzünder. Das kann man Garmin aber nur um Teil zum Vorwurf machen. Es wäre schön, wenn alle Autohersteller sich mal Gedanken über USB-Anschlüsse auf dem Armaturenbrett und vielleicht auch über eine genormte Halterung machen würden. Was ich mir aber von Garmin gewünscht hätte, wäre zumindest ein kleiner Akku. Der Verbrauch des Displays dürfte auch anhand seiner Wärmeentwicklung nicht gering sein, daher kann man es wahrscheinlich nicht lange mit einem Akku betreiben oder das Gewicht würde noch weiter steigen und die Befestigung in Frage stellen. Aber für alle, die öfter mal kurz anhalten und den Motor inkl. Zündung abstellen, wäre eine kurze Überbrückung sinnvoll, da sich die Geräte sonst immer erst wieder per Bluetooth verbinden müssen. Das klappt automatisch und recht schnell, aber das ginge sicher besser. Ansonsten funktionierte die Anzeige aller Daten immer sehr deutlich und präzise. Auch bei stärkerer Sonne gab es nur leichte Beeinträchtigungen. Wie bei jedem mobilen Navigationsgerät stellt sich natürlich die Frage im Auto belassen oder immer „abbauen“. Das ist der Grund warum ich gerade im Alltag oft noch zu einem alten fest verbauten Navi (altes Kartenmaterial) greife, statt zu Smartphone oder mobilem Navi. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Der Funktionsumfang ist natürlich relativ gering, da das Display wirklich nur zur Anzeige dient. Diese Aufgabe erfüllt es aus meiner Sicht aber sehr gut und die Informationen sind wie schon erwähnt völlig ausreichend. So mancher würde sich vielleicht auch noch wünschen, dass man die Farbe der Anzeige passend zur sonstigen Innenbeleuchtung anpassen könnte, aber dies ist derzeit nicht möglich.

Testbericht - Gamin Head-up-Display (HUD)katzeausdemsack.de meint: Die Idee hinter dem Garmin HUD ist sehr gut und für das erste Gerät seiner Art auch durchaus überzeugend. Die Installation und Befestigung ist sehr einfach und die angezeigten Informationen mehr als ausreichend. Auch die Qualität der Anzeige ist überzeugend und das auch bei starker Sonne (die selbst gemachten Fotos können die Qualität hier nicht optimal wiedergeben). Da das Gerät ohne eigenen Akku konzipiert wurde, muss man natürlich das Stromkabel dauerhaft angeschlossen lassen. Aber durch den zusätzlichen USB-Anschluss im Stromkabel, kann man auch ohne extra Adapter ein weiteres Geräte betreiben oder laden. Die einfache Befestigung ist auf der einen Seite sehr gut, hinterlässt aber den Gedanken, ob diese auch bei einer Vollbremsung wirklich immer hält. In unserem Test bestand diese aber alle abrupten Brems- und Wendemanöver. Eine wählbare Farbe für die Anzeige wäre auch noch eine Option für die Zukunft. Eine weitere Folie für die Windschutzscheibe hätte sich auch preislich sicher nicht groß ausgewirkt. Ich persönlich hätte mir auch noch einen Lautsprecher und vielleicht sogar ein Mikrofon gewünscht. Dann kämen die sprachlichen Ansagen auch aus der Richtung der Anzeige und man hätte es noch als Freisprechanlage nutzen können. Wer heute schon per Smartphone oder Tablet (GPS)  mit passender App navigiert, findet hier ein sowohl sinnvolles als auch stylisches Zubehör. Für das erste Gerät seiner Art ist es wirklich gelungen, aber da ist aus unserer Sicht auch noch einiges an Potential für Verbesserungen. Daher kommen wir insgesamt auf unsere drittbeste Note „gut“. Das Garmin Head-up-Display gibt es aktuell exklusiv im T-Mobile Shop für 119 €.

Hier die passenden Apps von Navigon und Garmin:

NAVIGON Europe
NAVIGON Europe
Preis: 79,99 €+
NAVIGON Europe
NAVIGON Europe
Preis: 59,99 €+
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁
Garmin Western Europe
Garmin Western Europe
Entwickler: Garmin
Preis: 74,99 €+
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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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3 Kommentare

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    Haben in der Auto Straßenverkehr ganz gut abgeschnitten. Für den Preis sicherlich kein Fehler. Habe mir das Tiprohud e350 einmal bestellt. Bzw. zu Weihnachten wünschen lassen 😛

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    Nein. Kannte die genannte Firma und die Produkte bisher auch nicht. Kann ich leider somit nichts zu sagen. Bei Garmin/Navigon ging es in erster Linie um die Navigation. Die genannten Produkte sind ja eher kleine Bordcomputer mit GPS oder OBD-2 und HUD.

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    Hey Guido,

    habt ihr mittlerweile weitere HUDs getestet? Habe gerade in einer Zeitung einen Test gelesen und bin von den TiPro Dingern angetan, will aber das Geld auch nicht umsonst ausgeben.

    Freue mich über Meinungen!

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