Apple iPad Air: Kurzer Erfahrungsbericht nach knapp 2 Wochen

Am 04.11. bekam ich mein neues iPad Air geliefert. Jetzt nach knapp zwei Wochen möchte ich Euch mal einen kurzen Erfahrungsbericht zur Verfügung stellen. Vorab kann ich sagen, dass ich den Kauf und den Wechsel vom iPad 3 immer wieder machen würde. Herausragend sind einfach das geringe Gewicht und die reduzierten Abmessungen. Im Vergleich zum iPad 3/4 sind es rund 180 g Gewicht weniger. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber es ist in der Hand sofort spürbar. Hier kann man wirklich von leicht sprechen. Der dünnere Rahmen an den Seiten macht sich auch deutlich bemerkbar, besonders wenn man das Gerät hochkant (mit einer Hand) verwendet. Hier liegt der Daumen dann schon auf dem eigentlichen Display, aber keine Angst, dies führt nicht zu Fehlbedienungen. Der Daumen wird von Touchscreen einfach ignoriert wie man es auch schon vom iPad mini kannte. Das neue iPad Air ist zudem noch knapp 2 mm dünner als seine Vorgänger, dies sieht man nur im direkten Vergleich nebeneinander, aber es zeigt, dass Apple hier überall Verbesserungen erzielt hat. Ich war nie ein großer Freund von Tablet mit weniger als 10 Zoll, mit dem iPad Air wird die Argumentation für kleinere Displaygrößen aus meiner Sicht noch deutlich schwieriger.

iPad Air - Kurztest - Test - Erfahrungen - Tablet

Aber das iPad Air ist natürlich nicht nur kleiner und leichter, sondern es hat sich auch in Sachen Leistung einiges getan. Da ich vorher ein iPad 3 hatte, empfinde ich es vielleicht auch noch mal etwas deutlicher als ein iPad 4-Besitzer. Aber auch bei dem Vergleich mit dem iPad 4 zeigen die veröffentlichten Benchmarks einen gravierenden Anstieg der Leistung. Benchmarks sind immer schön und gut, aber entscheidend ist für mich die Leistung im Alltag und die ist signifikant gestiegen. Woran merkt man das? Das Gerät bootet z. B. deutlich schneller als seine Vorgänger. Da man das iPad aber generell selten komplett ausschaltet, ist dieser Faktor eher zu vernachlässigen. Aber gerade mit iOS 7 und den entsprechenden Effekten merkt man, dass alles flüssiger läuft. Apps starten schneller und Wartezeiten werden deutlich reduziert. Dies macht sich nicht nur bei Spielen bemerkbar, sondern z.B. auch bei der Bearbeitung von Fotos. Wenn man z.B. Snapseed verwendet und rechenintensive Filter wie z. B. den neuen HDR Scape verwendet, dann ist das im Vergleich zu meinem iPad 3 um ein Vielfaches schneller. Auch andere komplexe Apps wie iMovie oder Garage Band sind einfach spürbar flüssiger. Natürlich merkt man das auch beim reinen Surfen im Browser, aber da ist der Effekt nicht ganz so gravierend bzw. dies wird auch noch von einem anderen Faktor beeinflusst. Der neuen WLAN-Technik namens MIMO (Multiple Input / mutiple Output – mehrere Antennen) verdankt man es, dass der Datendurchsatz der WLAN-Verbindung deutlich steigt. Und dafür baucht man keinen topaktuellen Router, auch mit unserer schon etwas betagten Fritz!Box 7270 war der Unterschied zum iPad 3 klar spürbar und messbar. Auch der App Store ist deutlich flüssiger als auf dem iPad 3.

Ich selber habe mir bisher den Kauf von Infinity Blade III gespart und kann nicht sagen, ob man da wirkliche Unterschiede in der Grafik sehen kann. Ich gehe davon aus, aber ich besitze die ersten beiden Teile und es ist für mich eher ein Benchmark, da aus meiner Sicht der Spielspaß bereits mit dem zweiten Teil nachgelassen hat. Wer die Vorgänger nicht gespielt hat oder noch Lust auf mehr hat, sollte sich dieses Spiel als Referenz sicher mal anschauen. Aber warten wir mal ab, es wird in Kürze sicher weitere Spiele und Apps geben, die von den neuen Prozessoren und 64-Bit Gebrauch machen.

Bei der deutlichen Mehrleistung und den geringeren Abmessungen würde man jetzt natürlich davon ausgehen, dass sich die Akkulaufzeit ggf. reduziert hat. Aber aus meinen ersten Erfahrungen ist eher das Gegenteil eingetreten. Apple spricht weiterhin von 10 Stunden Laufzeit wie bei den Vorgängern. Diese erreicht das iPad Air bei normaler Anwendung im Tag problemlos und es sind auch mal mehr als 11 Stunden drin. Es fiel auch sofort auf, weil das iPad Air nach einer vollständigen Ladung auch einen halben Tag später ohne große Aktivitäten noch 100% anzeigte. Auch die neu angeordneten Lautsprecher sind für mich ein Fortschritt zum iPad 3 und klingen deutlich besser. Bei den Kameras wurde die auf der Vorderseite verbessert, dies macht sich z. B. mit Facetime bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar. Die Aufnahmen sind dann nicht mehr so extrem verrauscht. Auch das Mikrofon auf der Rückseite ist neu und soll Umgebungsgeräusche ausblenden. Da ich Dinge wie Facetime selten in lauten Umgebungen benutze, kann ich hier keinen Unterschied bescheinigen. Generell sind die Aufnahmen über das Mikrofon immer noch sehr gut, dies merkt man z. B. bei Stimmaufnahmen mit Garage Band. Es ist schon sehr bemerkenswert, welche Qualität da ohne ein zusätzliches Mikrofon möglich ist.

ipad-air-vergleich-ipad3

Ein schöner Zusatz sind die kostenlosen Apps wie  Pages, Numbers, Keynote, iPhoto und iMovie. Gerade iMovie kann ich jedem nur empfehlen. Man muss auch nicht die Videos mit dem iPad selber aufzeichnen, sondern importiert einfach die Videos von seiner Video- bzw. Digitalkamera.  Natürlich sind Apps wie Pages, Numbers und Keynote selbst mit einer externen Tastatur nicht so produktiv wie ein Notebook, aber gerade wenn man mal entspannt ein Dokument gestalten will oder ein paar Dinge berechnen und festhalten möchte, sind diese Apps schon lange keine reine Spielerei mehr. Glaubte man früher, dass Tablets nie produktiv sein können, so gehe ich davon aus, dass diese, wenn auch in kleinen Schritten, immer produktiver werden. Es gibt sehr viele Dinge, die ich mit dem iPad erledige, wo ich vorher immer den PC brauchte. Selbst wenn die eigentliche Aufgabe an einem PC schneller zu erledigen wäre, muss man einberechnen ob man gerade für kleinere Dinge jetzt wirklich zum PC/Notebook geht, dies hochfährt, Programme startet usw.. Garage Band habe ich jetzt mal ausgeklammert, auch diese App ist kostenlos, aber eben für alle und dann mit InApp-Käufen. iPhoto ist auch nett, kann mich aber nicht wirklich überzeugen, da gibt es mit Snapeed und Co. bessere Lösungen. Leider haben viele Anwender Probleme diese Apps kostenlos auf ihrem neuen Gerät zu nutzen. Dies betrifft nicht nur das iPad Air, sondern auch das iPhone 5S und 5C. Wer hier Probleme hat (Apps werden kostenpflichtig angezeigt) sollte mal unseren Tipp dazu ausprobieren.

Also alles gut und das iPad Air ist das beste Tablet der Welt? Für mich derzeit definitiv. Ich bin nicht betriebsblind und weiß, dass es Tablets mit noch höheren Auflösungen und höherer Pixeldichte gibt. Und auch Tablets, die zumindest auf dem Papier einen leistungsstärkeren Prozessor haben; aber im Gesamtpaket gibt es da für mich keine Alternative. Das hat auch nicht nur mit der Hardware alleine zu tun, sondern auch mit den Apps und dem Betriebssystem. Ich halte iOS 7 jetzt auch nicht für das denkbar schönste Betriebssystem, aber es ist auf dem iPad Air extrem flüssig und es gibt eine riesige Auswahl an optimierten Apps fürs iPad (Tablet). Natürlich könnte man über die fehlenden Anschlüsse im Vergleich zu Android-Tablets sprechen, aber ich brauche diese nicht wirklich. Ich würde mein iPad auch mit HDMI-Ausgang nicht per Kabel an den Fernseher anschließen wollen, dafür gibt es Air Play und mein Apple TV. Auch für einen direkten USB-Anschluss habe ich wenig Verwendung, da sich Daten und Dateien auch systemübergreifend problemlos über Cloud-Dienste austauschen lassen. Was ich brauche, ist ein SD-Adapter zur Übertragung meiner Fotos (da ich iTunes gelinde ausgedrückt für unbrauchbar halte – da ich so gut wie nichts mit Musik auf dem iPad mache). Da würden mir die Micro-SD Slots bei Android-Tablets auch nicht helfen, da ich normale SD-Karten verwende, bräuchte ich auch dort einen externen Cardreader und den gibt es auch fürs iPad Air günstig. Klar, diese Slots ermöglichen die einfache und kostengünstige Erweiterung des Speichers, aber den Bedarf habe ich durch den Kauf der 128 GB-Variante des iPad Air abgedeckt. Ich kann nur jedem raten auch das iPad bei der Anschaffung eines Tablets in Betracht zu ziehen, auch wenn die Experten im privaten Umfeld vielleicht sagen „Da bist du so eingeschränkt.“, „Da kannst du nichts anschließen.“ usw.. Da sollte man dann mal konkret nachfragen, was die denn machen, was mit einem iPad nicht geht. Die einzig relevante Sache, die ich da sehe, ist, wenn man am System selber schrauben will.

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Es gibt also gar nichts zu meckern am neuen iPad Air? Aus meiner Sicht nicht wirklich. Das Einzige, was man im direkten Vergleich zu den Vorgängern feststellt, ist der etwas hohle Klang beim Tippen auf den Touchscreen. Während das den Vorgängern sehr dumpf und leise war (Tippen auf festes Glas) so klingt das im direkten Vergleich nun eher etwas hohl nach Kunststoff (aber natürlich nur vom Klang). So mancher wird im direkten Vergleich auch denken, dass die alten Geräte sich z. B. bei der Rückseite etwas „wertiger“ anfühlen, aber das wird aus meiner Sicht einfach nur durch das höhere Gewicht suggeriert.

Somit war der Kauf für mich definitiv die richtige Entscheidungen und gleiches Feedback bekomme ich auch von anderen Käufern. Natürlich ist das iPad Air nicht gerade günstig, aber das sind andere Geräte mit einer entsprechenden Ausstattung (Speicher, LTE usw.) auch nicht. Bei iPad muss man auch immer den geringen Wertverlust im Vergleich zu vielen Android-Tablets berücksichtigen.

Infinity Blade III
Infinity Blade III
Entwickler: Epic Games
Preis: 7,99 €+
Snapseed
Snapseed
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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