Test: Logitech Harmony Elite – Universalfernbedienung inkl. Hub

In den letzten Wochen haben wir unsere Logitech Harmony Touch gegen das neuste Topmodell, die Logitech Harmony Elite inkl. Hub ausgetauscht. Im folgenden Bericht wollen wir nun unsere Erfahrungen mit der neusten Fernbedienung aus dem Hause Logitech mit Euch teilen. Wie schon im Vorbericht geschrieben, kann der Testbericht auch für Interessenten der Logitech Harmony 950 informativ sein. Die Harmony 950 ist bzgl. der Fernbedienung fast identisch mit der Harmony Elite. Die Harmony 950 kommt ohne Hub, zusätzliche IR-Sender aus. Die Smart Home-Tasten der Elite (unten – mit Steckdose oder Lampe gekennzeichnet) sind dort einfach mit freien Symbolen gekennzeichnet, um diese anderweitig zu belegen. Wir wollten einfach für uns wissen, ob ein Umstieg auf eines der neuen Modelle für uns Sinn macht. Darauf gehen wir im Bericht immer mal wieder ein, auch vergleichend zu unserer jetzigen Harmony Touch.

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Lieferumfang

Die Logitech Harmony Elite kommt in einem doch sehr großen Karton für eine Fernbedienung daher. Das liegt natürlich auch an dem mitgelieferten Hub und dem weiteren Zubehör. In dem Karton befinden sich die Fernbedienung selbst inkl. Ladestation, der Hub, zwei weitere IR-Sender (z. B. für die Steuerung von versteckten Geräten im Schrank) und entsprechende Netzteile sowie ein USB-Kabel zur Verbindung der Fernbedienung mit einem PC oder Mac. Eine Kurzanleitung befindet sich auch noch im Lieferumfang, welche auf 10 kleinen Seiten die wichtigsten Dinge erklärt. Soweit ist also alles dabei, was man zum Steuern seiner Geräte benötigt. Auf Hochglanzoberflächen wollte der Hersteller anscheinend wieder nicht verzichten. Während es sich bei der Fernbedienung in Grenzen hält, ist der Hub ein Magnet für Fingerabdrücke und Staub. Mir persönlich wäre eine matte Oberfläche lieber, das ist aber natürlich auch Geschmackssache.

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Einrichtung

Während die älteren Fernbedienungen unabhängig von WLAN funktionieren, benötigt der Hub eine Verbindung zum heimischen Drahtlosnetzwerk. Eine nicht ganz unwichtige Information, bei der Produktbeschreibung ist meist nur von Internetverbindung die Rede. Weiterhin sollte man für die Einrichtung über ein Smartphone oder Tablet mit aktiviertem Bluetooth und iOS oder Android als Betriebssystem verfügen. Alternativ geht das auch über den Browser am PC oder Mac, was die Sache aber nicht vereinfacht. Mittels der App kann man dann die Logitech Harmony Elite und besonders den Hub einrichten. Man muss sagen, dass Logitech hier wirklich alles versucht, um es so einfach wie möglich zu machen. Ich denke aber trotzdem, das weniger versierte Nutzer an der ein oder anderen Stelle hängen bleiben. Smartphone, Hub, Fernbedienung, WLAN, Bluetooth, Harmony-Onlinekonto, da ist schon einiges zu beachten. Logitech versucht dabei auch alles zu beachten und führt einen durch die notwendigen Punkte, daher sollten sich versierte Nutzer ggf. auch dumm stellen und dem Einrichtungsassistenten folgen, um Dinge nicht doppelt machen zu müssen. Da wir schon ein Onlinekonto für die Harmony-Dienste hatten, mussten wir kein neues anlegen und uns einfach nur einloggen. Die erste Verbindung zwischen unserem iPad, welches wir für die Einrichtung nutzen, war etwas holprig. Wir sollten nach dem Start der App Bluetooth aktivieren um eine Verbindung zu dem Hub aufzubauen. Also ging es in die Einstellungen und die Suche nach neuen Geräten wurde gestartet. Aber auch noch mehrfachen Versuchen passierte nichts und der Hub tauchte in der Liste der Bluetooth-Geräte nicht auf, wie man es z. B. von Kopfhörer, Freisprecheinrichtungen und Co. gewöhnt ist. Zuerst dachte ich an ein Problem bei der Erkennung. Also noch mal zurück in die App und siehe da, jetzt wurde der Hub sofort erkannt. Anscheinend geht das nur in Verbindung mit der App. Dann konnte man auch die Konfiguration der alten Harmony-Fernbedienung übertragen. Das hat problemlos funktioniert. Nun wollten wir so schlau sein und vor der Bearbeitung der Aktionen unser Fire TV als Gerät anlegen. Unsere alte Harmony Touch unterstützt kein Bluetooth, daher war das Gerät nicht angelegt. Die Verbindung zum Fire TV funktionierte gut und dann machten wir uns an die Einrichtung einer passenden Aktion.

Für alle, die noch nie eine Harmony-Fernbedienung hatten, mit Aktionen kann man gewisse Szenarien abdecken, wie z. B. Fernsehschauen, Xbox spielen oder Fire TV usw. Da werden dann mit einem Tastendruck mehrere Geräte eingeschaltet, die Eingänge bzgl. Bild und Ton gewählt und man kann auch bestimmen, welches Gerät für die Lautstärke zuständig ist. Also wenn ich z. B. mit dem Fire TV etwas schaue, sollen die Lautstärketasten natürlich nicht das Fire TV sondern meine Soundbar oder einen AV-Receiver ansteuern.

Als nächstes wollten wir dann die Aktion für das Fire TV einrichten. Und siehe da, der Installationsprozess will die Verbindung zum Fire TV per Bluetooth erneut herstellen, was grundsätzlich gut ist, aber ich hatte das schon erledigt. Also neu verbinden und dann funktionierte es auch. Also besser nicht mitdenken und einfach die Installation durchlaufen.

Eine Sache nervte bei der Einrichtung aber sehr gewaltig. Das waren Firmwareupdates für den Hub und die Fernbedienung selbst. Anstatt diese als ersten Schritt bei der Einrichtung zu prüfen, erfolgte das immer erst dann, wenn eine Aktion erfolgen sollte, die ohne Update nicht machbar war. Das waren jetzt auch keine speziellen Dinge, sondern ggf. einfach die Einrichtung einer Aktion oder eines neuen Gerätes. Beim Hub kein größeres Problem, da dieser bereits mit dem WLAN verbunden ist. Die Fernbedienung muss aber für ein Update zurück in die Ladestation. Das hat den Einrichtungsvorgang mehrfach unterbrochen und sehr genervt. Hier sollte Logitech dringend nachbessern, nach der grundsätzlichen Verbindung mit dem WLAN und zwischen Fernbedienung und Hub, sollte zuerst zwingend auf Updates geprüft werden, damit die Einrichtung nicht unterbrochen wird.

Vorteil ist natürlich, dass man kein Update mehr verpasst und nicht mehr an den PC muss, wenn einmal alles eingerichtet ist. Bei unserer alten Fernbedienung haben wir viele Updates verpasst bzw. erst Monate später installiert, da man nur am PC merkte, dass es was Neues gab.

Für die Einrichtung sollte man sich auf jeden Fall mindestens eine Stunde Zeit nehmen. Wer vorher noch keine Harmony-Fernbedienung hat, darf auch gerne deutlich mehr Zeit einplanen.

Die Fernbedienung

Diese ist im Gegensatz zu unserer Harmony Touch wieder etwas flacher an der Unterseite, dafür etwas länger. Einen wirklichen Vorteil bzgl. des Gefühls in der Hand haben wir nicht bemerkt. Uns hat der kleine Knubbel an der Unterseite der alten Generationen, im Gegensatz zu vielen anderen Nutzern, nie gestört. Die Steuerungstasten für Play, Pause, Vorspulen usw. sind bei der Harmony Elite (und Harmony 950) wieder unter das Display gewandert. Für kleine Hände ggf. wieder besser erreichbar. Zahlentasten gibt es wie auch bei der Vorgängergeneration nicht mehr. Wer also häufig gewisse Dinge über Zahlentasten steuert, z. B. Sender direkt anwählen nach Nummer, Jugendschutzcode bei Sky usw., muss auf die Zahlentastatur des Touchdisplays zurückgreifen. Uns hat das schon bei der letzten Generation nicht gestört, wir nutzen diese aber auch generell eher selten. Das Display hat sich weder in der Größe noch in der Auflösung gravierend verändert. Es ist völlig ausreichend, aber jetzt auch nicht besonders scharf. Ich persönlich finde, dass dies gerade bei dem neuen Menüdesign mit den filigranen Linien mehr auffällt als bei früheren Designs. Dafür wird der Platz besser genutzt und man sieht im Vergleich zu unserem alten Modell nun 5 statt 4 Aktionen. Vielleicht für Leute interessant, die viele Aktionen haben, wir kommen mit unseren 4 Aktionen wunderbar zurecht (Fernsehen, Fire TV, Xbox Spielen, Musik hören). Statt der Symbole „Home“ und „Favoriten“ gibt es nun 2 Touchfelder, die mit „Activities“ (Aktionen) und „Devices“ beschriftet sind. Es gibt also keine direkte Taste mehr zu den Sender-Favoriten. Was ich persönlich weniger schlimm finde, da ich diese selten nutze, einfach auch weil für viele Sender wie z. B. von Sky keine Logos angeboten werden. Mir persönlich waren aber die Symbole lieber als jetzt englische Beschriftungen. Generell sind die Beschriftungen der Taste deutlich kleiner und filigraner geworden. Finde ich nicht ganz so gut. Besonders bei den Farbtasten für Videotext, Smart TV und Co. sind nur noch farbige Rahmen aufgedruckt. Die sind gerade im Dunkeln trotz Hintergrundbeleuchtung schwer zu erkennen. Das hätte man besser machen können.

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Erfreulich für uns ist die Bewegungserkennung, sobald man die Fernbedienung in die Hand nimmt oder bewegt, werden Display und Hintergrundbeleuchtung aktiviert. War bei den direkten Vorgängern auch schon so, nur bei unserer älteren Harmony Touch noch nicht. Was mir nicht so gut gefällt, sind die doch sehr prominenten Ladekontakte unten. Diese sieht man auch wenn die Fernbedienung auf dem Tisch liegt. Bei unserem alten Model waren die mehr nach hinten gezogen und weniger auffällig. Dafür sitzt die Fernbedienung aber auch besser in der neuen, aus meiner Sicht schönen Ladeschale. Sonst fallen unten die Tasten für Smart Home ins Auge, die mit Symbolen von Leuchten und Steckdosen beschriftet sind. Bei der Harmony 950 sind diese einfach mit Punkten versehen, da dort aufgrund fehlendem Hub die Smart Home-Funktionen nicht möglich sind. Auf das Thema Smart Home gehen wir später noch mal ein. Der Akku der Harmony Elite soll 20% mehr Kapazität bieten, eine wirklich längere Nutzungszeit zu unserem alten Modell konnten wir in der Praxis aber nicht feststellen, wobei es vielleicht wirklich so ist, da wir mit der neuen Fernbedienung sicher etwas mehr gespielt haben. Angeblich soll man den Akku auch wechseln können, in der Anleitung haben wir nichts gefunden und auch optisch war da jetzt keine eindeutige Klappe. Wahrscheinlich kann man diesen tauschen, aber nur beim Hersteller. Der Akku unserer alten Logitech Fernbedienung leistet jetzt schon deutlich über 3 Jahre seinen Dienst. Schade finde ich, dass man bei der Harmony Elite nur noch Zeit oder Akkustand einblenden kann. Beides gleichzeitig geht leider nicht mehr. Durch Tippen auf den Akku, wechselt man zur Uhrzeit und durch erneutes Tippen auf die Position wieder zurück. Mir wäre beides lieber gewesen. Wobei die Akkustandsanzeige automatisch in den Vordergrund tritt, wenn es knapp wird. Bis zu 15 Geräte könnt Ihr mit der Logitech Harmony Elite steuern. Man kann natürlich auch immer noch per Gesten auf dem Touchdisplay steuern, dies konnte uns aber nie begeistern.

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Der Hub

Der Hub ist ein zusätzliches kleines Kästchen, welches der Fernbedienung einige Vorteile bringt, aber aus unserer Sicht auch ein paar Nachteile. Zuerst muss man wissen, dass die Logitech Harmony Elite in der Standardkonfiguration die Befehle nicht mehr direkt an die jeweiligen Geräte sendet, sondern an den Hub, welcher dann die die Signale weitergibt. Das funktioniert grundsätzlich auch sehr gut. Egal, wo wir den Hub auf unserem Fernsehschrank platziert haben (rechts, mitte, links), die sonst sichtabhängigen IR-Signale erreichten die Geräte welche darunter in Fächern etwas zurückgesetzt standen. Es besteht also keine direkte Sichtverbindung, aber durch Reflexionen an Wänden und Co. finden die Infrarot-Signale ihren Weg. Und sollte das mal durch Türen und tiefe Schrankfächer nicht mehr funktionieren, helfen die zwei zusätzlichen IR-Sender die per Kabel mit dem Hub verbunden werden und z. B. in Schränke gelegt werden können oder andere Richtung im Raum ansteuern. Weiterer positiver Effekt ist, dass Ihr die Fernbedienung nicht mehr in Richtung Geräte oder Hub halten müsst, sondern völlig frei nutzen könnt. Somit ist die Gefahr von nicht komplett durchgeführten Aktionen deutlich geringer.

Der Hub hat aber nicht nur Vorteile. Dieser muss ständig mit Strom versorgt werden. Der Verbrauch ist mit 1-2 Watt (1,1 im Standby) jetzt kein großes Problem, aber wir schalten die komplette „Fernsehecke“ mit unserer Fritz!Dect 200 ab. Grundsätzlich wäre das auch kein Problem, wenn der Hub nicht rund 30 Sekunden zum Booten bräuchte. So sitzt man dann da und wartet auf den Hub, bevor man die Fernbedienung nutzen kann. Eine weitere Besonderheit des Hubs ist die Steuerung von Geräten mit Bluetooth wie z. B. ein Fire TV, Fire TV Stick oder eine Playstation 4 oder Wii U. Wenn man eines dieser Geräte besitzt, ist es schon ein klarer Vorteil. Gleiches gilt für Smart Home-Komponeten wie z. B. Philips Hue-Leuchten und weitere. Aber auf das Thema Smart Home gehen wir später noch mal kurz separat ein. Was auch der Hub leider noch immer nicht kann, ist die Steuerung von Geräten mit einfachen Funksignalen, wie die bekannten Funksteckdosen aus dem Baumarkt oder auch unseren Sonnenschutz von Somfy auf dem Balkon. Letzterer ist in der Liste, aber bei Auswahl bekommt man eine Meldung, dass diese Funksignale nicht unterstützt werden. Eigentlich schade, dafür wäre im Hub sicher auch noch Platz gewesen.

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Wir haben immer mit dem Gedanken gespielt einen Hub zu kaufen, da man diesen auch in Verbindung mit älteren Fernbedienungen nutzen kann. Jetzt wo ich einen habe (leihweise) bin ich unsicher ob ich einen kaufen will. Ja, ich könnte endlich die Fernbedienung meines Fire TV zur Seite legen. Ist schon nervig, wenn man trotz einer Universalfernbedienung doch noch eine weitere Fernbedienung da liegen hat. Aber das wäre auch der einzige Vorteil, neben der besseren Treffsicherheit, wenn man die Fernbedienung mal während einer Aktion zu schnell weglegt. Aber dafür rund 100 Euro in den Hub investieren, der mehr kostet als ein neues Fire TV? Und dann diesen Hub als einziges Gerät immer am Strom lassen oder 30 Sekunden beim Booten zuschauen? Ich bin da wirklich skeptisch. Wenn ich jetzt erstmals eine Fernbedienung kaufen würde, dann definitiv mit Hub. Aber als Upgrade zur alten Fernbedienung werden wir glaube ich vorerst weiter mit der einen separaten Fernbedienung arbeiten. Unsere Idealvorstellung wäre aktuell eine Fernbedienung ohne Hub, aber mit Bluetooth in der Fernbedienung.

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Smart Home

Hier müssen wir vorausschicken, dass wir diese Funktion nicht live testen konnten, da wir kein geeignetes Produkt hatten. Unser Somfy-Sonnenschutz nutzt eine Funkverbindung, die nicht unterstützt wird, gleiches gilt für einfache Funksteckdosen welche wir auch besitzen. Und auch die Fritz!Dect 200 zählt leider nicht zu den unterstützten Geräten. Die unterstützen Geräte mit der weitesten Verbreitung dürften die Philips Hue-Leuchten sein. Wer solche zuhause hat, wird sich sicherlich sehr über die Funktion freuen. Gleiches gilt für die LIFX Smart Bulbs (Leuchten) oder Honeywell WLAN-Thermostate. Auch Google Nest und ein Hunter Douglas Powerview Hub tauchen in der Auswahlliste auf, deren Verbreitung bei uns ist aber zumindest vermutet extrem gering. Zu weiteren Produkten wie SmartThings, Lutron, PEQ, Rheem-Warmwasseraufbereiter fehlen mir jedwede Infos. Mir würden da aber noch ein paar Hersteller und Produkte einfallen, die sich neben den oben genannten gerne gesehen hätte (z. B. HomeWizardRWE). Aber auf der Smart Home-Kompatibilitätsseite kann man sich vor dem Kauf informieren, was unterstützt wird. Schade, dass wir es nicht zumindest mit einem Gerät testen konnten. Beim Thema Smart Home gibt es einfach noch keine annähernde Einigkeit der Hersteller und vor allem nicht länderübergreifend. Da kann man Logitech nicht alleine den schwarzen Peter zuschieben, die verkaufen ihre Lösungen weltweit und müssen irgendwie alle zufriedenstellen. Aber die Technik ist da und vielleicht entwickelt sich dieser Bereich irgendwann mal ähnlich schnell, wie die Liste der unterstützen Unterhaltungsgeräte.

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Wer braucht eine Fernbedienung, wenn es Apps gibt? Über 200 Euro für eine Fernbedienung?

Ein Satz den man häufig liest, wenn es um die Logitech Harmony-Fernbedienungen geht. Mit dem Hub kann man per App (derzeit iOS/Android) auch ganz ohne Fernbedienung steuern. Kann man, wollen wir aber z. B. nicht. Warum nicht? Ich will keine App starten, ein paar Sekunden auf die Verbindung warten und dann meine Augen vom Fernseher weg nehmen um mal Pause, Vorspulen und Co zu drücken. Mit einer Fernbedienung weiß man ohne Hinschauen nachher wo die Tasten sind. Und wenn mal Besuch da ist, muss man denen auch nicht erklären wie sie die App installieren um bei uns mal umzuschalten oder den Ton leiser zu machen. Es mag eine Generation geben, die alles lieber mit dem Smartphone macht und das immer dabei hat, aber trotzdem sehe ich die Fernbedienung im Vorteil. Ich habe mein Smartphone immer irgendwo im Haus liegen (Wenigtelefonierer). Dafür ist ein iPad Air fast angewachsen, natürlich habe ich auf dem großen Bildschirm noch mehr Tasten, Aktionen, Geräte im Überblick, aber ich werde damit einfach nicht glücklich. Natürlich gibt es auch Smartphones mit IR-Unterstützung und anderen Apps, aber hier ist die Unterstützung der verschiedenen Geräte einfach nicht so umfangreich.

Ich gehe jetzt seit vielen Jahren mit einer Logitech Harmony durchs Leben und die Pflege von neuen Geräten ist einfach sehr gut. Alle IR-Geräte, die ich bisher hatte, haben auch einwandfrei mit der Harmony funktioniert. Natürlich muss auch diese ständige Aktualisierung über den Preis der Fernbedienungen finanziert werden. Denn glücklicherweise muss man nichts für den Dienst der Aktualisierung der Geräte und der Software zahlen. Ob es das jeweils wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich habe die Anschaffung (damals glaube ich offiziell 179 €) nicht bereut. Man kann so entspannt Dinge mit einem Tippen auf das Display tun ohne etliche Fernbedienungen und Knöpfe drücken zu müssen. Hier die Lautstärke, da den Eingang wählen, da das Programm umschalten usw., hat mit den einzelnen Fernbedienungen einfach genervt. Auch weibliche Nutzer können sich meiner Erfahrung nach viel besser mit einer solchen Lösung als 3-6 einzelnen Fernbedienungen anfreunden.

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Logitech Harmony Elite oder Harmony 950?

Das kann man relativ leicht entscheiden. Hauptunterschied ist der Hub, dieser fehlt bei der 950. Da ohne Hub kein Bluetooth, kein Steuern in geschlossen Schränken und kein Smart Home möglich ist, sollte man schnell entscheiden können, ob man das braucht oder nicht. Man kann den Hub auch immer noch dazu kaufen. Abgesehen von der Beschriftung von 4 Tasten im unteren Bereich (bei Elite – Smart Home und bei 950 – einfache Punktsymbole) gibt es keine gravierenden Unterschiede. Man sollte natürlich auf den Preis schauen. Der neuste Hub liegt meist irgendwo zwischen 90-120 €. Der offizielle Preis der Elite mit 349 Euro ist glücklicherweise auch vorbei (aktuell Stand März 2016 gibt es diese schon für 250-260 Euro). Hier muss man einfach dann auch entscheiden, ob das Paket ggf. mal günstiger ist als die zwei Komponenten nacheinander zu kaufen.

Fazit

Ohne Frage ist die Logtech Harmony Elite aktuell das Beste was man in Sachen Universalfernbedienung bekommen kann. Sie deckt fast alles ab, was man sich wünschen kann. Abgesehen von Geräten mit einfacher Funksteuerung und speziellen Smart Home-Lösungen, welche zumindest derzeit noch nicht unterstützt werden, bleibt kaum ein Wunsch offen. Für alle, die verstecke Geräte hinter Türen oder weiter verstreute Geräte im Raum steuern wollen, ist der Hub eine sehr gute Lösung. Auch die Unterstützung von Bluetooth und zumindest einigen Smart Home-Lösungen ist ein klarer Vorteil. Uns z. B. würde aber Bluetooth in der Fernbedienung selber besser gefallen, da wir dann keine Hub benötigen würden. Auch wenn wir dann wieder die Fernbedienung in Richtung der Geräte halten müssten, was mit Hub nicht mehr nötig ist. Wenn sich die Smart Home-Unterstützung entwickelt oder wir zukünftig unterstützte Geräte einsetzen, kann sich unsere Meinung natürlich ändern. Ansonsten ist an der Fernbedienung selbst jetzt nicht so viel verbessert, dass man von einer bestehenden Lösung zwingend wechseln müsste.

Es wäre unfair der Logitech Harmony eine schlechtere Note zu geben als das „sehr gut“ bei dem Test unserer Harmony Touch. Für die Bestnote „ausgezeichnet“ reicht es aber nicht, die Probleme bei der Einrichtung (mehrmals unterbrochen von Firmware-Updates), die filigranen Beschriftungen der Tasten, die noch ausbaufähige Smart Home-Unterstützung sind zumindest kleine Negativpunkte. Auch der Preis ist trotz der mittlerweile rund 100 € (März 2016) unter der UVP, noch immer sehr deftig. Wobei man sagen muss, dass die Topmodelle auch früher schon bei 180-200 € lagen und jetzt ist der Hub noch mit dabei. Dafür werden aber neue Geräte auch immer in der Datenbank gepflegt und die Software aktualisiert. Ob es nun die Logitech Harmony Elite sein muss oder ein älteres Modell, muss jeder für sich am Preis und den persönlichen Bedürfnissen entscheiden. Wir werden bei unserer alten Harmony Touch bleiben, bis es mehr als „nur“ das Fire TV gibt, welches wir mit unserer Universalfernbedienung aktuell nicht steuern können. Dass eine Universalfernbedienung aber eine absolute Erleichterung im Alltag ist, gerade wenn man viele Geräte besitzt, steht außer Frage. Und wenn man dann nach einer wirklich guten Lösung sucht, kommt man um die Logitech Harmony-Serie aus unserer Sicht nicht herum.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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