Test: Lips – Number One Hits für Xbox 360

Lips - Number One Hits

Lips - Number One Hits

Als alter Karaokefan habe ich mir natürlich auch schon den ersten Teil zugelegt. Dieser hatte am Anfang leider noch so einige Schwächen, welche mit einem Update weitestgehend behoben wurden. Leider konnte aber auch dieses Update nur einen Teil der offen gebliebenen Wünsche erfüllen. Seit gestern, dem 23.10.09 ist nun der Nachfolger „Lips-Number One Hits“ bei uns verfügbar. Mit rund 35-40 € (ohne Mikrofone) stellt sich die Frage, ob es „nur“ neue Songs sind oder ob sich auch wirklich was verbessert hat. Das werdet ihr im Verlauf des Tests erfahren.

Lips – Number One Hits beinhaltet 40 Songs auf der DVD, eine Trackliste findet ihr hier:

Lips – Number One Hits Trackliste

  • 2Pac feat. Dr. Dre and Roger Troutman – California Love
  • Akon – Don´t Matter
  • Aqua – Barbie Girl
  • Atomic Kitten – The Tide Is High
  • Beck – Loser
  • Black Eyed Peas – Don’t Phunk With My Heart
  • Blondie – Heart of Glass
  • Bob Sinclar – Love Generation
  • Bobby McFerrin – Don´t Worry, Be Happy
  • Colbie Caillat – Bubbly
  • Coldplay – Viva La Vida
  • Culture Club – Karma Chameleon
  • Cutting Crew – (I Just) Died In Your Arms
  • DJ Ötzi – Hey Baby
  • Extreme – More Than Words
  • Fergie – Big Girls Don’t Cry
  • Fine Young Cannibals – She Drives Me Crazy
  • James Morrison feat. Nelly Furtado – Broken Strings
  • Jason Mraz – I’m Yours
  • Kanye West – Heartless
  • Lady Gaga feat. Colby O’Donis – Just Dance
  • Lily Allen – The Fear
  • LL Cool J – Around The Way Girl
  • Mariah Carey – Touch My Body
  • Marvin Gaye – I Heard It Through The Grapevine
  • MC Hammer – U Can’t Touch This
  • Nickelback – How You Remind Me
  • Pet Shop Boys – Always On My Mind
  • Plain White T’s – Hey There Delilah
  • Rihanna – Disturbia
  • Robbie Williams – Millennium
  • Roxette – The Look
  • Roy Orbison – Oh, Pretty Woman
  • Scissor Sisters – I Don´t Feel Like Dancin
  • Sugababes – Push The Button
  • Tears For Fears – Everybody Wants To Rule The World
  • The Beach Boys – I Get Around

In der DVD-Box findet man noch eine Code-Karte, durch die man sich 5 weitere Songs kostenlos herunterladen kann (die Aktion ist bis zum 30.Juni 2011 begrenzt). Zur Auswahl stehen hier 3 verschiedene Pakete:

Lips – Number One Hits Trackliste

Lips – House Party

LL Cool J – Going Back To Cali

Bobby Brown – My Prerogative

Janet Jackson – Nasty

Paula Abdul – Straight Up

Montell Jordan – This Is How We Do It

Lips – Hearts and Heartbreak Tour

James Blunt – 1973

Daniel Powter – Bad Day

Robbie Williams – Eternity

Daniel Bedingfield – If You’re Not the One

Jewel – You Were Meant For Me

Lips – Turn It Up to 11 Tour

30 Seconds to Mars – From Yesterday

Coldplay – Lost!

Nickelback – Photograph

Hoobastank – The Reason

My Chemical Romance – Welcome to the Black Parade

Ich werde in dem Test nicht alle Funktionen neu erklären. Alle Karaoke-Interessierten werden sich sicher schon über den ersten Teil informiert haben oder diesen besitzen. Ansonsten sollte man sich vorher evtl. noch einen Test zur ersten Version bei diversen Kollegen anschauen.

Startbildschirm

Startbildschirm

Kommen wir zu den Unterschieden zur ersten Version. Das Medaillen-System ist mit den Bereichen Tonlage, Rythmus, Leistung, Party, Technik und Stabilität gleich geblieben. Ein Unterschied ist, dass für die Medaille „Party“ nun teilweise auch die richtigen Stellen in vielen Songs angezeigt werden. Sprich, man muss nicht mehr raten, wann man das Mikrofon schütteln muss. Das wird es für viele einfacher machen auch diese Medaille zu erreichen.

Gesten und Sternenstrahl gab es bereits im ersten Teil von Lips, hier waren diese aber kombiniert. Die Sternenstrahl-Anzeige füllt sich durch eine saubere Performance und kann durch Bewegung des Mikrofons ausgelöst werden. Wenn die Leiste voll war, musste man beim ersten Teil mehr oder weniger aufwändige Gesten/Bewegungen nachahmen. Gerade bei den schwierigeren Gesten war dies leider oft störend fürs Singen und führte eher zu Stress als zu Spaß. Die Gesten waren dann oft an schwierigen Stellen des Liedes und man kam oft raus beim Singen. In der neuen Version wurden jetzt Sternenstrahl und Gesten getrennt. Sprich, das Starten des Sternenstrahl-Modus geht jetzt durch einfaches Bewegen des Mikrofons, was auch bei schwierigen Stellen nicht stört. Die Gesten werden unabhängig von der Sternenstrahl-Leiste angezeigt, an Stellen wo es wirklich passt und diese problemlos durchzuführen sind. Das ist ein klarer Vorteil zur ersten Version und hilft auch Einsteigern in Lips.

Die Bestenlisten (welche in der ersten Version erst nach Update folgten) sind hier natürlich auch wieder vorhanden und machen es auch für Einzelspieler interessant an der eigenen Performance zu arbeiten. Auch lokales Speichern von Leistungen ist nun möglich (nur für neue Songs).

Avatar-Auszeichnungen

Avatar-Auszeichnungen

Neu sind die Avatar-Auszeichnungen. Hier kann man seinem Avatar mit frei spielbaren Accessoires den speziellen Lips-Look verpassen. Normalerweise muss man für solche Kleidung und Accessoires mit Microsoft Points extra bezahlen. Neben einem Arcade-Spiel (Splosion Man) ist Lips – Number One Hits das erste Spiel mit solchen Auszeichnungen für Avatare. Es gibt zehn verschiedene Auszeichnungen für Avatare in dem Spiel. Euer Avatar selber taucht auch an diversen Stellen im Spiel auf und hat neue Dance-Moves gelernt.

Lips Number One Hits - Menu

Lips Number One Hits - Menü

Das neue Menü gefällt mir persönlich deutlich besser als das alte. Optisch weiß es mehr zu überzeugen als beim Vorgänger und fühlt sich auch in der Bedienung flüssiger (leider nur am Anfang, später mehr) an.

Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung ist die Tatsache, dass die Mikrofone in der neuen Version immer „auf“ sind. Sprich, man kann gerade bei Partys auch über das Mikrofon sprechen und die Freunde motivieren. Weiterhin können sich Profis oder solche, die es werden wollen, auf Partys dann auch an Acapella-Auftritten versuchen. Dazu gibt es einige Stellen in den Untermenüs, wo auch die Hintergrundmusik des Menüs aus ist. Ebenfalls ist dies hilfreich, um die Lautstärke des Fernsehers oder der Anlage vorher passend einzustellen.

Freestyle-Modus

Freestyle-Modus

Mikrofon-Kalibrierung, Stimmen-Reduktion, unterschiedliche Geräusche und verschiedene Audio-Effekte für die Stimme sind natürlich auch wieder möglich. Wer rumsitzt und gerade keins der maximal möglichen 4 Mikrofonen in der Hand hält, kann auch wieder über den Controller die Performance der Sänger mit diversen Geräuschen unterstützen. Auch ein Freestyle-Modus ist erneut an Bord, um normale MP3s und einige andere Datei-Formate als Hintergundmusik zu verwenden. Eingeblendete Texte gibt es dann natürlich nicht. Einspielen kann man diese Songs entweder per USB-Stick oder von einem verbundenen Computer mit Media Center.

Neben dem Single-Player Modus kann man auch wieder gegeneinander singen (VS) oder im Duett (Co-op). Die einzelnen Lieder sind wieder mit den Original-Musikvideos hinterlegt oder können wahlweise auch  mit virtuellen Musik-Videos abgespielt werden.

Mein Lips-Menü

Mein Lips-Menü

Sehr genial ist die Anzeige des Weltrangs live während man singt. Bewegt man sich im Bereich der besten 1000 Sänger wird live angezeigt, wie man in der Rangliste aufsteigt und kann sich hier vom Bronzepokal bis zum Diamant-Pokal vorarbeiten. So wird man je nach Leistung und vorhandenen Highscores auf dem letzten Drittel nochmal motiviert, alles zu geben.

Leider gibt es auch ein paar Sachen, die nicht so schön sind. So wird Lips – Number One Hits für Besitzer des ersten Teils nur als Add-on in Sachen Gamerscores gewertet. Sprich, man kann maximal 250 Gamerscores zusätzlich freischalten und nicht etwa 1000 weitere Gamerscores. Mit 35-40 € ist man sehr nah am Preis eines vollständigen Spiels und viele hätten sicher weitere 1000 Gamerscores erwaret. Ansonsten kann man über den Preis nicht meckern. Durch den Zusatz-Code in der Verpackung kommt man insgesamt auf 45 Songs und liegt damit deutlich unter dem Einzelpreis von Songs im Xbox Live Marktplatz.

Menu - Anzeige alte Lieder (oben)

Menü - Anzeige alte Lieder (oben)

Für Besitzer der Vorversion ist die Nutzung der alten Songs in Lips – Number One Hits möglich. So werden die Lieder des Vorgängers automatisch angezeigt (leider ohne Cover) und man kann die DVDs während der Laufzeit des Spiels (nur an einer vorgegebenen Stelle) wechseln. Dieses Wechseln ist aber eine Zumutung. Das Einlesen dauert sehr lange und man muss nach jedem Song wieder zurück wechseln. Da ist jeder Partyspaß dahin. Leider ist auch das Kopieren der Spiele auf die Festplatte keine Lösung, da bekanntlich das aktuelle Spiel trotzdem immer im Laufwerk sein muss. Dafür habe ich auch Verständnis, aber es würde doch reichen, beide Disks einmal zu prüfen und dann alle Songs freizugeben (zumindest solange bis das Spiel beendet wird).

Lizenzmeldung

Lizenzmeldung

Ich habe etliche Songs zum ersten Teil hinzugekauft. Der Großteil wird auch angezeigt, aber leider nicht alle. Einen Song konnte ich durch erneutes Herunterladen dazu bewegen auch mit dem neuen Teil zu funktionieren. Zwei Songs „Fray- Over my Head (Cable Car)“ und „Rudolph – The Red-Nosed Reindeer“ waren aber nicht zu nutzen. Es erscheint eine Meldung „Einige Songs können aus Lizenzgründen nicht mit Lips Number One Hits verwendet werden. Spielen Sie diese mit der ersten Version von Lips“. Ich habe durch meine berufliche Tätigkeit einige Erfahrung mit lizenzrechtlichen Problemen, aber es wäre zumindest schön gewesen, wenn mir angezeigt worden wäre, um welche Songs es sich handelt. Nein, man darf da schön selber suchen; auch das Handbuch enthält keinen Hinweis zu den Themen Disk-Wechsel und Lizenz-Probleme. Die Option „Song neu starten“ steht mit den alten Songs auch nicht zur Verfügung. Das bedeutet, ihr könnt einen Song von der „alten“ DVD nur mehrmals singen, indem ihr ewig die DVDs austauscht. Hallo !?! In allen Trailern zu Lips sieht man immer eine nette Party mit 10-15 Leuten. Kann sich jemand vorstellen, wie meine DVDs nach einer Party aussehen? Ich denke schon. Sorry, aber das kann nicht der Weisheit letzter Schluß sein.

Textanzeige beim singen

Textanzeige beim singen

Versucht man die neue Option Leistung speichern (lokal), bekommt man auch wieder eine Meldung „…aus Lizengründen können bei diesem Song leider keine.. Bitte nutze die Funktion mit einem anderen Song.“. Auch wieder keine Angabe mit welchen Songs es geht und mit welchen nicht. Ein kleiner Hinweis an die Entwickler: es ist möglich, Funktionen auszublenden, wenn diese nicht verfügbar sind (wäre auch nicht wirklich gut, aber definitiv besser als die jetzige Lösung). Alles in allem muss man wirklich fragen, warum man nicht einfach gar keine Unterstützung für die Vorgängerversion eingebaut hat. Sicher ich hätte mich auch einmal geärgert, aber diese Gewechsel von DVDs und die Lizenzmeldungen treiben einen in den Wahnsinn.

Hinzu kommt, dass mich das Gefühl beschleicht, dass es mit der neuen Version leichter ist, höhere Punktzahlen zu erreichen. Ob das nun am System liegt oder wirklich nur an der gelungenen Trennung von Gesten und Sternen-Modus kann ich in der Kürze der Zeit nicht sagen. Aber das ist einmal ärgerlich für alle Spieler die nur die erste Version haben und somit ranglistenmäßig benachteiligt sind und es zwingt mich somit, die neue Version zu nutzen und Disc-Jockey zu spielen.

Songs aus dem Hauptmenü kaufen

Songs aus dem Hauptmenü kaufen

Die Funktion, um Songs aus dem Spiel nachzukaufen wurde verbessert und optimaler in die Menüs integriert. Leider scheint eine DSL 6000 Leitung nicht wirklich für das Spiel geeignet zu sein, immer wenn aufs Internet zugegriffen wird z.B. für Highscore-Listen, Previews  usw. wird es zu einer sehr hakligen Sache. Auch das Auslesen der Profildaten beim Start des Spiels dauert eine gefühlte Ewigkeit. Geht man direkt nach dem Auftauchen der Menüpunkte auf „Singen“, bekommt man mehrmals die Meldung „Bitte warten. Profildaten werden gelesen…“. Auch das trübt meinen guten ersten Eindruck leider weiter.

Downloads mit Video-Vorschau

Downloads mit Video-Vorschau

Wenn ich nur Lips – Number One Hits mein Eigen nennen würde, wäre der Test sicher ein lustiger Abend geworden. Aber mit den oben geschilderten Problemen, bin ich nur selten zum wirklichen Singen gekommen. Ich habe zwar noch weit mehr als 3000 Microsoft Points auf meinem Account, aber die bleiben erstmal da, wo sie sind. Normalerweise hätte ich sicher noch einige neue Songs gekauft, aber mit dem Wissen, dass diese dann mit der nächsten Version wieder nicht funktionieren oder nur extrem umständlich, spare ich mir das lieber erstmal auf. Auch den Code für die 5 weiteren Songs werde ich erstmal nicht einlösen. Ich bin mir echt unsicher, ob ich die Spiele behalte, wenn das Zusammenspiel der beiden Versionen (und demnächst noch der dritten Version „Deutsche Partyknaller“) so bleibt wie jetzt.

Beim Onlinespiel gibt es leider immer noch keine neue Lösung. Man kann Herausforderungen an Freunde senden und zeitlich unabhängig von einander singen. Wenn beide Spieler zwei Durchgänge gemacht haben, wird die jeweils beste Leistung verglichen. Besser als nichts, aber warum kann man nicht einfach wie bei allen anderen Spiel live übers Internet mit- oder gegeneinander spielen. Auch hier ist noch Verbesserungspotenzial.

Über die Auswahl der Lieder kann man je nach Geschmack immer streiten, wer keinen extremen Musikgeschmack hat und sich mit internationaler Chartmusik aus verschiedenen Jahrzehnten anfreunden kann, sollte so einige passende Titel finden.

Stärken

Schwächen

  • Gute Song-Auswahl
  • 5 kostenlose Song-Downloads
  • Optimiertes Handling der Gesten
  • Weltranganzeige beim Singen
  • Avatar-Auszeichungen
  • Avatar in den Menüs
  • Optisch verbessertes Menü
  • Bessere Einbindung des DLC
  • Mikrofone immer „auf“
  • Kein richtiger Online-Modus (live)
  • Langsame Menüs bei DSL 6000
  • Lange Wartezeiten beim Laden und Speichern von Profildaten

Nicht bewertet, da nur für Lips 1-Besitzer:

  • Nur 250 Gamerscores mehr (Lips 1)
  • unzumutbare Anbindung des ersten Teils
  • einige zugekaufte Songs der ersten Version aus Lizenzgründe nicht nutzbar

Testurteil Gutkatzeausdemsack.de meint: Die anfängliche Begeisterung schlug schnell in ziemlichen Frust um. Der Fairness halber muss man sagen, dass dies nicht an dem Spiel Lips – Number One Hits selber liegt. Die Songauswahl ist gut und mit den 5 weiteren kostenlosen Songs per Download auch recht üppig, es wurden viele Details verbessert und es macht Spaß. Es gibt keine revolutionären neuen Features,  aber alles in allem ist es das derzeit beste Spiel für Karaokefreunde. Somit hat das Spiel auch unsere Bewertung „gut“ verdient. Wer allerdings die erste Variante des Spiels besitzt, sollte den Text oben ganz genau lesen, um Frusterlebnisse nach dem Kauf zu vermeiden. Grundsätzlich bleibt das Gefühl, als hätten die Entwickler nie mal eine Party damit veranstaltet oder wirkliche Karaoke-Fans in die Testphase einbezogen.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg – mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga – zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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