Apple iPad: Meine ersten Erfahrungen

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Unser Blog auf dem iPad

Nach einer langen Reise von China über Thailand und Indien ist heute im Büro das iPad endlich eingetroffen. Wer jetzt denkt, dass ich das iPad aus dem Ausland importieren wollte, liegt falsch. Das iPad wurde im Mai regulär über den deutschen Apple-Store bestellt. Apple hat das Gerät direkt aus China zugestellt und die Zustellung war wie hier schon berichtet, nicht ganz so reibungslos.

Nun ist es da und ich konnte mich heute zumindest schon kurz mit der Einrichtung beschäftigen. Bei dem bestellten iPad handelt es sich um die 16 GB Variante mit Wi-Fi und 3G (UMTS). Mangels einer vorhanden Micro-SIM-Karte wurde es zuerst mal über W-LAN verbunden. Komischerweise war keiner meiner Kollegen bereit, seine normale SIM-Karte für das Experiment „Micro-SIM selbstgemacht“ bereit zu stellen 😉

Wenn man das iPad aus dem Karton entnimmt und einschaltet, bekommt man einen Hinweis, das Gerät über den PC/Mac mit iTunes zu verbinden. Vorher ist leider nicht viel mit Ausprobieren. Entgegen vieler Mythen ist dies aber recht einfach und intuitiv und erfordert keine Zwangsangaben wie z.B. Zahlungsinformationen. Zum reinen Freischalten des Gerätes ist auch nicht sofort eine Registrierung nötig. Nach der Installation und Verbindung über iTunes ist das Gerät einsatzbereit. Die Auswahl des W-LAN-Netzwerks ist ebenfalls einfach und intuitiv. In der Verpackung befindet sich ein kleines Netzteil und ein Kabel, um das iPad per USB mit dem Computer zu verbinden. Apple listet im Apple-Store „Dokumentation“ im Lieferumfang auf. Das scheint mir bei 5 kleinen Blättchen in verschiedenen Sprachen etwas übertrieben. Ein wirkliches Handbuch gibt es nur online. Dafür bekommt man zwei Apple-Aufkleber mit denen man seinen Besitz anderweitig demonstrieren kann. Ich habe im Raum Düsseldorf schon so einige Autos mit diesem Aufkleber gesehen und es handelte sich nicht um ältere Mittelklassewagen bei denen Roststellen überklebt wurden. Somit scheinen die Aufkleber vielleicht für einige wichtig zu sein 😉

Nach der Einrichtung wurden dann erstmal alle bekannten Webseiten angesurft. Das ging wirklich super flüssig und die Bedienung ist sehr einfach und intuitiv. Die Darstellung war einwandfrei und auch die Auswahl von kleinen Links und Buttons war problemlos möglich. Vor kurzem hatte ich hier im Blog das Video zum WM-Song „Gimme Hope Joachim“ eingebettet. Eigentlich hatte ich erwartet, dass mich im Browser des iPads jetzt ein leeres Feld anlacht, aber das Video wurde einwandfrei innerhalb der Webseite angezeigt und konnte problemlos abgespielt werden.

Danach wurde dann kurz noch der App-Store gestartet und ein paar kostenlose Apps ausprobiert. Hierzu muss man sich ein iTunes-Konto anlegen. In dem Formular ist zwar Krediktkarte ausgewählt und darunter ein Feld „erforderlich“, aber man kann hier einfach „None“ (Übersetzung wohl vergessen) auswählen und ohne Zahlungsdaten loslegen. Letztere werden dann erst abgefragt, wenn ein kostenpflichtiger Inhalt ausgewählt wird. Die iBook-App war schnell installiert und die Darstellung und und das Blättern im vorinstallierten Winnie Pooh-Buch sehen gut aus (Animation beim langsamen Umblättern). Google Earth sieht auch gut aus und läuft flüssig. Mit 730 g ist das iPad 3G nicht wirklich schwer, aber bei längerer Nutzung ermüdet der Arm schon etwas. Das Ablegen auf dem Tisch war aufgrund der guten Beleuchtung in meinem Büro auch keine wirkliche Lösung, da sich auf dem Display die Lampen spiegelten. Bisher habe ich das Gerät nur im Büro ausprobiert, aber in der Sonne treten sicher ähnliche Probleme auf wie mit Glossy-Displays von Notebooks und Netbooks. Nach wenigen Minuten war das Gerät von etlichen Fingerabdrücken übersäht. Die Bildschirmtastatur ist nicht umbedingt etwas um lange Texte zu schreiben, aber das Ausfüllen von Formularen und kleine Texte sind schnell damit erledigt. Kein Vergleich zu Bildschirmtastaturen von normalen Smartphones (allein wegen der Displaygröße).

Erstes Fazit: Dafür ist es eigentlich nach der kurzen Zeit noch zu früh, aber ein paar Dinge sind klar. Ich bin definitiv keiner der großen Apple-Fans und besitze weder iPod noch iPhone, aber das iPad macht einfach Spaß. Klar, ich musste die 600 € nicht bezahlen und stelle mir daher aktuell auch nicht die Frage „Ist es das wert?“. Wenn man all die negativen Gedanken bzgl. Preis, mangelnde Offenheit und fehlende Anschlüsse mal aus dem Kopf verbannt, ist das iPad einfach ein cooles Gerät. Es kann für mich kein Notebook ersetzen und Netbooks mochte ich sowieso noch nie. Aber auf der Couch mal eben im Internet surfen, ein Spiel spielen oder E-Mails abrufen, kann ich mir kaum bequemer vorstellen.

Nach kurzer Zeit fällt einem noch auf, dass viele der Beschränkungen für so manchen auch positiv sein können. So kann dieses Gerät wirklich jeder bedienen ohne irgendwelche PC-Kenntnisse. Keine Treiber, keine Setups (wo man was auswählen muss), keine riesigen Menüs, kein Windows-Explorer oder Ähnliches. Für uns sind das alltägliche und vertraute Dinge, die aber so manchem gehörige Probleme bei der Nutzung von Computern bereiten. Durch die klaren Vorgaben und Beschränkungen fallen diese möglichen Hindernisse fast vollständig weg. Und auch der geübte Computernutzer freut sich, wenn man ohne langes Booten und Einstellen einfach loslegen kann. Entscheidend darf nicht sein, was man mit dem iPad für andere Geräte ersetzen will, sondern wie man einfache Aufgaben wie z.B. das Surfen im Internet angenehmer und einfacher gestalten kann. Und da fallen mir so einige Dinge ein, die das iPad kann und wozu ich derzeit immer an den Schreibtisch gehe oder das vergleichbar unhandliche Notebook mitschleppe.

Das Gerät wird jetzt bei uns erstmal durch alle Abteilungen gehen, sobald ich weitere Erfahrungen gesammelt habe, werde ich Euch wieder informieren.

Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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4 Kommentare

  1. Wenn ich mich mit meiner abgenutzen Büroschere an deine SIM-Karte gebe, hilft danach auch kein Adapter mehr 🙂

  2. Deshalb haben wir uns auch für die 3G-Variante entschieden. Mittlerweile haben etliche Kollegen auch Ihre Erfahrung mit dem Gerät gesammelt. Die Meinungen gehen etwas auseinander. Aber einen konkreten Einsatzzweck hat auch noch keiner für sich gefunden. Klar „Surfen auf der Couch“, wenn da nicht die Unhandlichkeit wäre. Bisher meinte jeder „zu schwer“ und „unhandlich“. Auf dem Tisch liegt es auch nicht gut (abgerundete Rückseite) und Spiegelung der Beleuchtung von oben. Klar es gibt die Taschen zum aufstellen, aber dann schiebe ich das Ding nur über den Tisch. Und sobald ich eine Tastatur und eine Halterung zum aufstellen nutze, brauch ich auch kein Tablet mehr. Mal sehen wie sich meine Meinung entwickelt, wenn ich es mal mehrere Tage nutze.

  3. Ich finde das iPad wirklich interessant, aber ich habe ein sehr ähnliches Problem wie du. Ich weiß einfach nicht, ob man das Teil wirklich braucht. 600 Euro dafür auszugeben, um seine Arbeiten auf einem anderen Gerät zu erledigen ist irgendwie nicht ganz gerechtfertigt. Mit 3G-Anbindung könnte man hier ja noch einen größeren Nutzen sehen, da man so immer mobiles Internet zur Hand hat.

  4. Na klar wäre einer der Kollegen bereit, aber nur wenn ein entsprechender Adapter danach zur Verfügung steht… 😉

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