WeTab: Die ersten zwei Wochen nach Verkaufsstart

WeTab - Erfahrungen, Testberichte aber kein Gerät im Media MarktNun ist das WeTab seit knapp zwei Wochen zumindest streckenweise verfügbar und viele haben ihr vorbestelltes Gerät erhalten. Die ersten Berichte waren meist eher ernüchternd oder sogar negativ. Ich gehörte definitiv zu der Gruppe der potentiellen Käufer. Ich habe Zugriff auf ein iPad und nutze das auch häufiger. Nach einiger Zeit muss ich aber ganz klar sagen, dass der Spaß daran schnell nachlässt. Es ist gut zum Surfen im Internet, zum Lesen von E-Mails und es gibt auch einige interessante Apps. So richtig produktiv habe ich es aber bisher nicht genutzt. Ich stehe absolut auf Kriegsfuß mit iTunes und kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Dies hat mich bisher davon abgehalten, mir ein privates iPad zuzulegen. Hier hatte ich dann etwas mehr auf das WeTab gesetzt auch mit der Aussicht, dass man hier ein bisschen mehr “basteln” kann und freier ist. Mir gefällt auch der Ansatz mit der Daumen-Navigation, da ich auch Smartphones und das iPad in der Ausrichtung halte und bediene.

Also war ich in den letzten zwei Wochen mindestens 6x in verschiedenen Media Märkten in der Umgebung. Anfangs hatte man Glück, wenn einer der Verkäufer überhaupt wusste, was ein WeTab ist. Irgendwann fand ich dann sogar in Düsseldorf ein einzelnes WeTab 32 GB (3G) im Regal. Das war aber auch absolut das einzige Gerät. Der Verkäufer war sehr freundlich und bot mir auch an, dass er das Gerät auspackt. Einschalten oder testen konnte ich es aber nicht, da es danach nicht mehr in verkaufsfähigem Zustand wäre. Da habe ich dann auf das Auspacken verzichtet. Heute war ich nun erneut im Media Markt und wieder kein Ausstellungsstück oder eine Aussicht auf ein solches Gerät. Schade, denn trotz aller negativen Berichte ist mein Kaufwille noch nicht gänzlich weg. Ich kann durchaus damit leben, wenn ein Gerät erst mit ein paar Updates den vollen Funktionsumfang erhält. Wobei es natürlich schon bedenklich ist, wenn der HDMI-Anschluss erst Tage nach dem Verkaufsstart “aktiviert” wird. Multitouch und Zoom sind sicher nett, aber abgesehen von Google Earth, Google Maps und einigen Spielen nutze ich das auch auf dem iPad selten. Bei einem Display der Größe vom iPad bzw. WePad habe ich nur selten den Bedarf, im Browser zu zoomen.

Aber ich will es doch einmal in der Hand halten und bedienen, bevor ich mich dann dazu entscheide. Für die Möglichkeiten, dass ich z.B. den Browser frei wählen, per USB Daten überspielen oder per HDMI mit dem Fernseher verbinden kann, würde ich auch einige Macken in Kauf nehmen. Ich habe das 1&1 SmartPad getestet und das WeTab kann hier in Sachen Pannen sicher nicht mithalten. Einzig die geringe Akkulaufzeit von nur 4 Stunden (iPad 10 Stunden und mehr) ist ein klares Manko, welches sich auch per Updates kaum gravierend ändern wird.

Mal sehen, ob ich im Media Markt irgendwann noch mal Glück habe und ein Gerät in die Finger bekomme. Bei den ganzen Berichten habe ich noch nichts gefunden, was meine Fragen vollumfänglich beantwortet. Oft ist man nicht sicher, ob es sich um WeTab-Hasser und/oder iPad-Fans handelt. Perfektion in den einzelnen Features habe ich von dem WeTab nie erwartet. Das wäre auch wirklich seltsam, wenn ein so kleines Unternehmen so was in der Zeit perfektionieren könnte (vor allem bei dem kurzfristigen Wechsel auf MeeGo). Wichtig ist jetzt natürlich, dass es mit den Updates weitergeht und dass Kundenwünsche und Bedürfnisse ernst genommen werden.

WeTab bei facebookDas WeTab hatte es durch Pannen bei der Präsentation und ersten Produktion (mit Problemen) nie leicht. Leider geht es aktuell auch unschön weiter. So hat nun der Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen vor kurzem selbst positive Rezension zum WeTab bei amazon.de veröffentlicht. Es sollte für die meisten nichts Neues sein, dass auch Firmen ihre Produkte selbst positiv bewerten oder positive Bewertungen in Auftrag geben. Manchmal kann ich das auch nachvollziehen. Denn es passiert genauso, dass die Konkurrenz schlechte Rezensionen bei den Mitbewerbern hinterlässt. Aber der WeTab-Chef war sehr ungeschickt und es war nachvollziehbar, dass er es selbst war. Einige hatten auch noch in Betracht gezogen, dass der Account von Helmut Hoffer von Ankershoffen gehackt oder komplett gefaked sei. Nun gibt es aber eine offizielle Stellungnahme, dass der WeTab Chef eigenhändig positive Rezensionen unter falschem Namen schrieb und er gibt dies nun auch zu. Als Konsequenz daraus lässt der WeTab-Chef lässt nun seine Position als Geschäftsführer bis auf Weiteres ruhen.

Das Problem ist nun, dass sich diese negative Presse natürlich auf das WeTab auswirkt. Jeder kommt jetzt mit “habe ich doch gesagt, dass kann nix werden”. Vieles was man so liest und findet, stammt von Leuten, die das Gerät noch gar nicht in der Hand hatten. Leider gehen zwischen diesen Beiträgen die wirklich interessanten von WeTab-Besitzern unter. Klar gibt es Leute, die ihr WeTab wohl wieder zurückgegeben haben, aber auch das alleine ist für mich noch kein Grund. Ich kenne auch Leute, die ihr iPad wieder verkauft haben oder es nicht mehr so euphorisch bewerten wie zu Beginn. Aber ohne es wirklich mal probiert zu haben, wird es bei mir auch nichts. Denn bei allen negativen Kommentaren wird sicher auch einiges an Wahrheit drin stecken.

Ich hoffe, dass es mit WeTab weitergeht und dass durch Updates das Gerät stetig verbessert wird. Denn Konkurrenz (auch wenn es schwer ist, irgendein Tablet mit dem iPad zu vergleichen) belebt das Geschäft. Das Samsung Galaxy Tab ist vielleicht nett, aber mir zu klein und für 750 € einfach zu teuer. Hoffen wir mal, dass bald etwas Bewegung in den Markt kommt. Ansonsten werde ich wohl erst bei der 2. Generation des iPads ein Tablet kaufen. Sollte neofonie noch ein Testgerät für einen neutral eingestellten Testbericht übrig haben, stellen wir uns gerne für einen Test zur Verfügung.Zwinkerndes Smiley Ansonsten setze ich immer noch auf dem Media Markt in Neuss und Düsseldorf (Arkaden). Vielleicht gibt es da nächste Woche was zu sehen.

Beitrag teilen:
Email this to someoneShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on Twitter

Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.