Apple iPad 2: Erfahrungsbericht Teil 1

Apple iPad 2 - erste Tests und ErfahrungenWie vorgestern bereits berichtet, habe ich mir ein iPad 2 zugelegt. Aus der Not heraus musste ich das Topmodell mit 3G und 64 GB nehmen. Es war das einzig noch verfügbare Modell. Nicht gerade eine geringe Investition, aber ich wollte auch nicht ohne iPad 2 nach Hause gehen. Aber auch jetzt hätte mir eigentlich das kleine Modell mit WiFi und 16 GB gereicht.

Viele Fragen sich jetzt sicher, wie es denn so ist und ob alles besser ist. Für alle, die nicht regelmäßig hier mitlesen, sei klar gesagt ich: bin kein Apple-Fan. Dies ist mein erstes eigenes Apple-Gerät. Besonders iTunes und die vielen Beschränkungen waren immer eine Hürde für mich. Ich hatte öfter mal ein iPad 1 meines Arbeitgebers zum Testen. Da kam nie so wirklich Freude auf, wobei das auch nicht ganz aussagekräftig sein kann. Da es nicht mein Gerät war, konnte ich es nur begrenzt mit meinen E-Mail-Konten, Daten und Anwendungen ausstatten. So, nun zu meinen ersten Eindrücken mit dem iPad 2.

Das iPad 2 ist deutlich dünner und leichter

Das stimmt und besonders die geringe Tiefe fällt erst mal positiv auf. Das iPad 2 ist im Vergleich zum iPad 1 auf der Rückseite nicht mehr so gebogen. Das ist auf jeden Fall eine Verbesserung und man bemerkt es beim Tippen, wenn das Gerät auf dem Tisch liegt. Ganz perfekt ist es aber noch nicht. Da es an den Außenseiten immer noch abgerundet ist, kann es beim Tippen auf die äußeren Bereiche des Touchscreens immer noch wackeln.

Apple iPad 1 und iPad 2 im VergleuchDie neue Abrundung an den Außenseiten hat leider aber auch einen Nachteil. So lässt sich das Kabel zum Aufladen oder Synchronisieren nicht mehr so einfach einstecken wie beim iPad 1. Das Ganze ist deutlich fummliger. Ich habe mir irgendwann mal angewöhnt Smartphones oder Tablets im Querformat auf die Handballen zu legen und dann mit beiden Daumen zu tippen. Das ist mit den eher spitzen Kanten des Apple iPad 2 auf Dauer leider nicht wirklich angenehm. Und gerade bei vielen Spielen ist dies die normale Art das iPad zu halten.

Das iPad 2 ist leichter als das iPad 1, was sich meiner Meinung nach zuerst nur der Waage groß bemerkbar ist. Ob man den Unterschied im Alltag spürt, kann ich nicht aussagekräftig belegen. Dafür habe ich das alte iPad 1 zu wenig genutzt. Nimmt man beide in die Hand, spürt man keinen großen Unterschied. Legt man beide flach auf die jeweilige Hand, so ist ein leichter Unterschied erkennbar.

Das weiße iPad 2 ist viel schöner und cooler

Apple iPad 2 in weiß Nicht meine Meinung, aber in der Warteschlange beim Media Markt waren die meisten dieser Meinung. Ich hätte lieber ein schwarzes iPad 2 gehabt. Aber die waren in geringer Anzahl vorrätig und schon weg. Die meisten Kritiker der weißen Variante hatten befürchtet, dass der helle Rahmen besonders in der Dunkelheit z.B. beim Schauen von Filmen stört. Das habe ich jetzt noch nicht probiert bzw. in der kurzen Testphase nicht bemerkt. Der Rahmen lenkt aber Anfangs definitiv ab, aber scheinbar gewöhnt man sich dran. Mich stört es immer weniger und die Fingerabdrücke fallen etwas weniger auf. Ob der Rahmen nur stört, kann man wahrscheinlich nicht grundsätzlich bestimmen; ist wie bei Philips Fernsehern mit Ambilight. Der eine mag es und der andere nicht, aber jeder würde sich sicher dran gewöhnen.

Der Prozessor des iPad 2 ist doppelt so schnell und die Grafik sogar 9x schneller

Es ist schneller und das macht sich an einigen Stellen schon bemerkbar. In Spielen ruckelt es weniger, Webseiten werden schneller aufgebaut und auch das Scrollen auf langen Webseiten erscheint flüssiger und so manche App startet spürbar schneller. Es ist aber nicht so dramatisch, wie es sich nach den Angaben der Überschrift (Aussagen von Apple) vermuten lässt. Mehr Potential ist auf jeden Fall vorhanden, jetzt hängt es von den App-Anbietern ab, wie lange verbesserte Apps für das iPad 2 oder sogar exklusive iPad 2-Apps auf sich warten lassen. Erste Apps mit optimierter iPad 2-Unterstützung gibt es z.B. mit Infinity Blade (Spiel), Real Racing HD (Spiel), Jenga HD (Spiel) und natürlich Apples iMovie und GarageBand. Neben der optimierten Geschwindigkeit werden auch erstmals die Hardwareveränderungen des iPad 2 wie das Gyroskop oder die Kameras genutzt.

Das iPad 2 hat 2 Kameras und eine davon kann sogar 720p

Apple iPad 2 - Kamera auf der Rückseite (720p)Das iPad 2 hat zwei Kameras, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Kamera auf der Vorderseite eignet sich bestens für Videotelefonie á la Facetime oder für Spielereien wie dem vorinstallierten Photo Booth (lustige Bildmanipulation). Die Kamera auf der Rückseite kann Videoaufnahmen mit einer Auflösung von 1280×720 (720p/30fps) erstellen. Diese sind bei gutem Licht auch durchaus passabel. Für Fotos ist das Ganze aber schon wieder weniger geeignet. Mit einer Auflösung von 960×720 (4:3) kann man heute nun wirklich keinen mehr vom Hocker reißen. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 640×480 was für die Videotelefonie reicht. Wer die Präsentation von iMovies gesehen hat, hoffte wahrscheinlich, dass die gezeigten Fotos und Videos mit dem iPad 2 erstellt wurden. Das würde ich nach meinen ersten Erfahrungen mal stark bezweifeln. Es ist ok für ein paar kurze Videos aber kein wirkliches HD-Feeling und bei schlechter Beleuchtung rauscht es stark. Aber seien wir mal ehrlich, wer wollte sein iPad 2 wirklich als Kamera nutzen. Etwas unhandlich oder? Mal sehen, was in Sachen Apps hier so kommt und die Kameras in irgendeiner Form nutzt. Ein Ersatz für eine Videokamera oder gar eine Digitalkamera für Fotos ist es definitiv nicht.

Und auch sonst ist alles besser beim iPad 2

Das kann man nicht wirklich sagen. Die Fingerabdrücke auf dem Display sind nach wie vor da und hier sehe ich keine Unterschiede. Es war ja mal von einer neuen Beschichtung die Rede. Beide Geräte können ausgeschaltet problemlos als Spiegel genutzt werden. Gefühlt ist die Spiegelung beim iPad 2 nicht ganz so stark. Viele Unterschied ist es meiner Meinung nach nicht. Im direkten Sonnenlicht ist es wie bei allen spiegelnden Displays kein wirkliches Vergnügen.

iPad 2  Smart Cover - schützt die FrontDas hochgelobte iPad 2 Smart Cover habe ich mir noch nicht zugelegt. Es ist witzig, keine Frage, aber es schützt das iPad nur auf der Vorderseite. Wenn ich mir das iPad 1 anschaue (welches komplett ohne Hülle genutzt wurde), so sieht man nur auf der Rückseite erste Kratzer und das Display ist absolut wie neu. Wenn, dann hätte ich auch gerne ein schwarzes Cover, diese Farbe gibt es aber nur in der Lederausführung. Und 69 € für einen reinen Schutz der Front fand ich etwas übertrieben. Die Kunststoffausführungen für 39 € gibt es neben grau nur in auffälligeren Farben. Die Idee des “integrierten” Ständers ist nett aber ich bin mir noch unsicher ob ich das brauche.

Einen HDMI-Adapter hätte ich mir geholt, dieser war aber noch nicht vorrätig. Wäre auch mehr zum Testen als zum effektiven Nutzen. Ich habe mehrere Spielkonsolen, einen Blu-ray Player und einen SAT-Receiver mit Internetfunktionen. Spontan brauch ich eigentlich kein iPad 2 am Fernseher. Für Präsentationen kann das aber durchaus hilfreich sein.

Jetzt wo ich ein iPad 2 besitze, fühle ich mich gleich viel besser

Das ist definitiv nicht der Fall. Ich sehe es auch nicht als Statussymbol sondern mich leiten Spieltrieb und Wissensdrang. Ich erhoffe mir von dem iPad 2 ein wenig mehr entspannte Freizeit. Durch meinen Job und den Blog prüfe ich regemäßig Mails, Feeds, Foren, Statistiken und vieles mehr. Oft schaltet ich den PC ein, um nach dem Rechten zu schauen, wenn dann nichts ist schalte ich den wieder aus. Man hat als Blogger immer die Angst etwas zu verpassen und verbringt dadurch noch mehr Zeit am PC. Die wichtigsten Dinge kann ich nun mit dem iPad 2 prüfen und abrufen. Wenn nichts ist, kann ich beruhigt auf der Couch sitzen bleiben oder muss nicht unterwegs an den nächsten PC. So zumindest der Plan, ob dieser aufgeht wird sich in der Zukunft zeigen.

Weiterhin könnte mir ein wenig mehr Organisation nicht schaden. Ich führe bisher abgesehen vom Job keinen Kalender, vergesse gerne Geburtstage, habe keine gepflegte Kontaktliste (auch nicht im Handy) usw. Somit erhoffe ich mir weiterhin, dass ich mit dem iPad 2 auch einiges besser organisieren kann bzw. einen besseren Überblick behalte.

iPad 2 neben iPad 1 - deutlich dünnerAnsonsten habe ich keine zu großen Erwartungen an das iPad 2. Ein paar schöne Spiele gibt es fürs iPad definitiv. Mit Sachen wie GarageBand kann man sich sicher nett die Zeit vertreiben und ein wenig kreativ sein. Als Smart Roadster-Fahrer macht man gerne Urlaub mit dem Auto und da ist das iPad 2 ein guter Zeitvertreib für den Beifahrer oder auch das wahrscheinlich größte Navigationsgerät der Welt Zwinkerndes Smiley Ich habe auch keinen MP3-Player und nutze mein altes HTC Diamond auch nicht zum Musikhören. Mit dem iPad und 64 GB könnte man schon so einiges mitnehmen, sofern man mit einer Tasche unterwegs ist. Auch zuhause könnte das iPad 2 mit einer Dockingstation für Musikuntermalung sorgen, da ich selber gar keine direkte Musikanlage mehr besitze.

E-Mails abrufen ist auf jeden Fall sehr komfortabel (ist nichts Neues im Vergleich zum iPad 1) und man kann auch problemlos kleinere Texte damit schreiben. Ich komme mit der virtuellen Tastatur sehr gut zurecht. Auch die Anzeige der E-Mails ist einfach unkompliziert im Vergleich zum PC. Man muss kein Nachladen der Bilder bestätigen usw. Klar, das kann man am PC auch alles einstellen, aber hier geht es direkt ohne Einstellung. Auch das Löschen und Sortieren von Mails ist sehr komfortabel und schnell. Ich lese viel RSS-Feeds und mit der App FeeddlerRSS (aktuell noch die kostenlos Variante) geht das sehr gut.

Das Schreiben von Blogbeiträgen funktioniert, aber wenn es mehr als reiner Text sein soll, wird es kompliziert. Das Einfügen von Links und Bildern ist umständlich. Ich nutze seit Monaten hauptsächlich den Windows Live Writer am PC, da es damit schon deutlich angenehmer ist als über das Backend von WordPress selber. Es gibt auch für das iPad eine WordPress-App aber so richtig überzeugt mich diese noch nicht. Für kurze Beiträge oder Korrekturen reicht es aber aus. Ein Live Writer für das iPad wäre sich eine sehr gute Sache, warten wir mal ab, was da noch so kommt.

Man muss kein iPad besitzen, aber man kann damit viel Spaß haben und es kann einige Aufgaben komfortabler erledigen. Es ist definitiv kein Ersatz für einen PC oder ein Notebook, außer man surft nur im Internet, spielt oder will E-Mails lesen. Alles was passiv ist, also nur konsumiert wird geht mit dem iPad sehr gut. Will man aber wirklich arbeiten und Dinge erstellen, so ist es in den meisten Fällen nur sehr eingeschränkt möglich.

Braucht man ein iPad 2, wenn man schon ein iPad 1 besitzt?

Apple iPad 2 und iPad 1 nebeneinanderMeine spontane Antwort wäre NEIN. Sofern man die Kamera z.B. für Facetime nicht braucht, gibt es derzeit wenig zwingende Gründe. Die meisten Apps funktionieren auch problemlos auf dem iPad 1. Das könnte sich erst in Zukunft ändern. Aufwändigere Spiele sehen auf dem iPad 2 besser aus oder ruckeln weniger. Bei normalen Casual Games wie z.B. Cut the Rope oder Angry Birds macht sich das aber nicht bemerkbar. Das muss jeder für sich und seinen Anwendungsfall entscheiden. Wirklich revolutionäre neue Dinge gibt es aus meiner Sicht beim iPad 2 noch nicht. Klar, die Hardware ist deutlich verbessert, aber hier müssen dann auch entsprechende Apps her.

Ich bereue meine spontane Entscheidung nicht und bin derzeit durchaus zufrieden. Ich habe es aber zumindest teilweise auch aus anderen Beweggründen gekauft als normale Anwender. Mich interessiert Technik einfach extrem und ich möchte alles gerne immer selber ausprobieren. Solche Dinge sind für mich ein Hobby und ermöglichen es mir den Blog mit Beiträgen zu dem Thema zu füllen. Mal sehen wie es nach einer längeren Zeit aussieht.

Jetzt wird erst mal GarageBand gekauft und geschaut was das taugt.

Update 06.04.2011: Teil 2 meiner Erfahrungen mit dem iPad 2 ist nun auch online.

Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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2 Kommentare

  1. Guter Bericht, auch für einen nicht iPad Besitzer. Habe ja schon bisweilen überlegt, aber der Preis hält mich davon ab. Ich weiß die Vorteile sicher zu schätzen, aber es überzeugt mich noch nicht, mir eins zuzulegen. Warten wir mal ab…

  2. Dito! Also als Besitzer eines iPad 1 bin ich überzeugt davon das man das iPad 2 nicht wirklich brauch. Bin am Freitag in den Media Markt um den 3DS anzuschauen und war überrascht das, dass iPad 2 auch dort schon verkauft wird. Das einzige was mich wirklich beeindruckt ist das es tatsächlich noch dünner ist als das iPad 1 und das Smart Cover welhes es leider beim iPad 1 nicht gibt. Guter ausführlicher Bericht!

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