Apple iPad 2: Erfahrungsbericht Teil 2

Das iPad 2 bleibtSo nun ist wieder eine Woche rum und ich habe mich nun definitiv entschlossen das iPad 2 zu behalten. Eigentlich wollte ich ein kleines Modell (siehe Teil 1), aber das war nicht mehr verfügbar als ich am Erstverkaufstag an der Reihe war. Nun könnte ich das iPad 2 gewinnbringend bei eBay verkaufen und mir dann ein kleineres Modell kaufen. Nach längerer Überlegung ist mir das aber zu stressig und ich müsste auf ein kleineres Modell dann auch mehrere Wochen warten (außer ich zahle dann die überhöhten Preise bei eBay). Ob ich den Speicherplatz von 64 GB jemals nutzen werde ist unklar aber besser zu viel als zu wenig.

Eigentlich befinde ich mich den Großteil der Zeit in Reichweite eines WLAN-Netzwerks, aber durch die 3G-Version des iPad 2 bin ich da in Zukunft auch “unabhängig”. Wobei sich dadurch neue “Probleme” ergeben. Welcher Provider soll es sein? Es gibt etliche Anbieter aber bisher überzeugt mich keiner so richtig bzw. zumindest deren Preise und Tarife nicht. Am liebsten wäre mir was ohne Vertrag, weil ich es wirklich nicht häufig oder in großem Umfang unterwegs (ohne WLAN) nutzen werde. Es gibt ein paar nette Angebote auf Basis von E-Plus, aber bei diesem Provider ist die Geschwindigkeit meiner Erfahrung nach sehr gering. Irgendwie hab ich noch kein wirklich gutes Angebot gefunden. Vorschläge sind gerne willkommen.

GarageBand - viel Musik - viel Spaß für wenig GeldNach meinen letzten Bericht habe ich mir dann die App GarageBand für 3,99 € gekauft. Damit war ich erst mal ein paar Stunden beschäftigt. Es ist definitiv die beste Software, die ich je für 4 € gekauft habe. Die App ist extrem gut gemacht und macht richtig Spaß. Der Spaß leidet auch nicht, wenn man nicht ganz so musikalisch ist. Hier bietet GarageBand sehr viel Unterstützung für musikalische Einsteiger. Aber auch Fortgeschrittene und Profis haben damit ein kleines Musikstudio auf der Couch in der Hand. Drums, Bässe, Gitarren, Sampler, Keyboard, Gesang und alles was man sonst so braucht. Im Gegensatz zu vielen anderen Musik-Apps ist es aber keine reine Fun-App sondern ermöglicht auch komplette mehrspurige Aufnahmen. Wer ein iPad besitzt (funktioniert auch auf dem iPad 1) sollte diese 4 € aus meiner Sicht auf jeden Fall investieren. Es ist auch endlich mal eine produktive App, bei der nicht nur konsumiert wird.

Infinity Blade für iPad, iPhone und iPod TouchNatürlich wollte ich dann auch mal eine App ausprobieren die bereits fürs iPad 2 optimiert ist. Hier habe ich mich für Infinity Blade entschieden. Das Spiel sorgte schon auf dem iPad 1 und iPhone für viel Aufsehen und wurde fürs iPad 2 grafisch noch etwas optimiert. Auch hier bekommt man für knapp 5 € viel geboten. Es ist schon beindruckend, was mit dem iPad hier grafisch möglich ist. Wer auf Bosskämpfe und eine gepflegte virtuelle Klopperei steht, kann damit wenig falsch machen. Natürlich ist man bei dem iPad nicht ganz so frei in der Steuerung wie z.B. bei aktuellen Konsolen, aber die Steuerung ist gut gemacht und geht leicht von der Hand. Ich finde normale Casual Games wie Cut the Rope HD, Angry Birds Rio HD und so weiter auch sehr nett, diese können mich aber langfristig weniger begeistern. Das könnte bei Infinity Bade anders sein, auch wenn hier der Umfang begrenzt ist. Musste mich gerade schon bremsen, sonst wäre heute nichts aus dem zweiten Bericht geworden. Das Spiel gibt es auch fürs iPhone, mir persönlich wäre dort aber der Bildschirm zu klein.

Im ersten Bericht war ich mit den spitz zulaufenden Kanten des iPad 2 (im Vergleich zum iPad 1) nicht wirklich glücklich. Das war aber anscheinend eher ungewohnt als ein wirkliches Problem. Jetzt nach einer weiteren Woche liegt es einwandfrei in der Hand. Auch das geringere Gewicht macht sich durchaus positiv bemerkbar.

Der weiße Rahmen stört mich auch in keiner Weise, egal ob die Umgebung dunkel ist oder nicht. Ich hatte in einigen Berichten über Probleme bei schauen von Filmen im Dunkeln gelesen. Das kann ich aber nicht bestätigen. Mir ist hier nichts negativ aufgefallen.

Der Akku des iPad 2 ist genauso leistungsfähig wie der vom iPad 1 und die 10 Stunden sind nicht übertrieben. Bei erstem Mal war der Akku nach knapp 7 Stunden leer, aber da habe ich das Gerät auch extrem beansprucht und es wurde ohne eigenes Aufladen direkt aus der Verpackung losgelegt. Nun habe ich das Gerät mehrmals geladen und auch die 10 Stunden problemlos erreicht. Ich mache das Gerät auch nicht komplett aus und WLAN ist immer an. So kann ich bei der momentan sicher überdurchschnittlichen Nutzung ohne Probleme 2-3 Tage ohne erneutes Aufladen damit arbeiten.

GarageBand auf dem iPad 2Die Kameras habe ich bisher immer noch nicht produktiv benutzt. Für Facetime fehlt mir ein passender Partner und für die Kamera auf der Rückseite der Einsatzzweck. Nur für die Kontakte habe ich ein paar Bilder gemacht, hier reicht auch die sehr geringe Auflösung der Kamera (960×720) aus. In Sachen Videoaufnahme in 720p habe ich bei guten Lichtverhältnissen schon durchaus passable Aufnahmen gesehen. Aber für den Alltag taugt das iPad 2 allein aufgrund seiner Größe nicht als Videokamera. Schön, das diese drin sind, aber bisher fehlt mir die passende Anwendung.

Ansonsten dient mir das iPad 2 als Informationszentrale. RSS-Feeds, E-Mails, Blogkommentare, Twitter, Facebook immer handlich im Überblick. Eben mal was im Internet anschauen ist auch kein Problem. Vermisse ich Flash? Bisher nicht, alle Webseiten, die mir wichtig sind, können problemlos dargestellt werden. Etwas anders sieht es bei der weiblichen Mitbenutzerin aus. Sie hatte nach ein paar Minuten schon Webseiten von Modeanbietern gefunden, die ohne Flash nicht nutzbar waren.

An iTunes werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Nach ein wenig Recherche und Einstellung klappt das auch ganz gut. Zufrieden bin ich damit definitiv nicht, aber man muss sich für manche Dinge mit iTunes arrangieren.

Garage Band - PianoAls nächstes muss eine Tasche her. Dieses iPad 2 Smart Cover habe ich vor ein paar Tagen noch mal im Media Markt ausprobiert, aber das kann mich nicht begeistern. Klar ist es witzig, dass sich dieses durch Magneten den richtigen Platz fast von alleine sucht. Auch das automatische An/Aus beim Aufklappen ist nett. Der einzig wirkliche Mehrwert für mich wäre die Funktion als Halter um das iPad 2 im Querformat aufzustellen. Als wirklichen Schutz sehe ich die Smart Cover definitiv nicht. Zum einen schützt es nur die Front und zum anderen kann das dünne Material auch nur wenig wirklichen Schutz bieten. Hinzu kam noch, dass ich bei einigen Ausstellungsgeräten schon Kratzer an der Gehäuseseite gefunden habe. Durch die Magneten rutscht die Halterung des Smart Covers an die ideale Position, dabei scheint es aber das Gehäuse auf Dauer zu strapazieren. Ich habe noch keine ideale Tasche gefunden und so wird wohl erst mal eine ganz einfache Neoprenhülle angeschafft.

Ansonsten kann ich mich mit iOS ganz gut arrangieren. Extrem nervig ist nur das “Multitasking” (betrifft natürlich alle neuen Geräte und nicht nur das iPad 2). Man hat keine Möglichkeit eine Anwendung komplett zu schließen. Diese bleibt zumindest zum Teil (wenn multitaskingfähig) im Hintergrund und die Schnellstartleiste ist dann voll mit unnötigen Icons. Leider gibt es ohne JailBreak hier auch noch keine Lösung. Ob die “offenen” Anwendungen im Hintergrund nun stören und Speicherplatz verbrauchen, hängt sicher von den einzelnen Apps ab. Google Earth meldet aber gerne mal “zu wenig Speicher” wenn da zu viel offen ist. Mir geht es auch weniger um den Speicher usw., aber ich wünsche mir eine Option eine App komplett zu beenden. Nach kurzer Suche im Internet bin ich mit dem Wunsch auch nicht alleine.

Etwas schwach fand ich auch die Tatsache, dass man nicht einfach am Gerät die Benachrichtigungstöne z.B. für E-Mail ändern kann. Der normale Klingelton geht, aber die restlichen Sounds nicht. Klar ich habe auch schon gefunden das ich mit WinSCP und Soundkonvertern da was machen kann, aber das kann doch nicht die Lösung sein. Gerade bei so verbreiteten Geräten wäre es schön, wenn ich akustisch unterscheiden könnte ob der Kollege oder ich eine E-Mail bekommen hat.

GarageBand - Musikstudio für die TascheIch werde mir in Zukunft dann sicher noch den Apple Digital TV Adapter zulegen um das iPad mal an meinem LCD-Fernseher per HDMI anzuschließen. Das aber auch eher aus Neugier als konkretem Nutzen. Durch meinen Hybrid Sat-Receiver, die Xbox 360, die Wii und meinen LG Blu-ray Player mit Internetfunktionen und Mediaplayer besteht eigentlich kein konkreter Bedarf. Sinnvoller ist da vor dem Urlaub sicherlich die Anschaffung des Camera Connection Kit um Bilder und Videos übertragen zu können. Sicherlich kostet alles wieder viel Geld und eigentlich hätte man auch mehrere Funktionen in einen Adapter packen können. Das machen einige asiatische Hersteller, aber wirklich günstig sind die Adapter dann auch nicht und die Qualität sicher fraglich.

Ende April soll mich die neue Kodak Playsport Zx5 von Kodak erreichen, mit der wir zukünftig auch wieder mehr Videos für den Blog erstellen wollen. Spätestens dann wird auch iMovie angeschafft, um zu sehen ob es für das schnelle und einfache Erstellen von Videos für den Blog taugt. Hier sind viele iPad 1-Besitzer enttäuscht, da iMovie nur auf den aktuellen Geräten mit Kamera (iPhone 4, iPod touch 4G und iPad 2) funktioniert. Wenn es wirklich so gut ist wie GarageBand im Bereich Musik, dann wäre das auch noch ein kleiner Pluspunkt fürs iPad 2. Wobei viele vermuten, dass es sich hier um eine künstliche Beschränkung handelt und die Software auch auf dem iPad 1 tadellos laufen würde.

So nun werde ich noch ein wenig Infinity Blade spielen. Wie schön wäre es, wenn der Tag nicht nur 24 Stunden hätte.

Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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4 Kommentare

  1. Klar funktioniert das. Und wie ich oben schreibe geht es mir auch nicht um Ressourcen oder Speicher. Aber ich nutze viele Apps und dann ist da alles voll in der Leiste. Vielleicht zumindest ein „alle schließen“ wäre nicht schlecht. Wenn man dann mal wirklich zwischen zwei Apps hin und her will, ist da alles voll und unübersichtlich. Ich werde mich damit arrangieren und sterbe davon auch nicht. Aber das kann man besser machen und da bleibe ich für mich bei. 😉

  2. Warum man das nicht kann? weil es so auch geht. jetzt mal komplett von ressourcenfressenden Apps abgesehen (bestes Beispiel Google Earth) funktioniert mein iPhone4 trotzdem tadellos wenn ich 30 versch. apps auf hab.

    Hat ja auch schliesslich seine Vorteile, in vorher geöffnete Apps switchen funktioniert rasend schnell.

    Meine Theorie zu diesem Phänomen „Ich will alles komplett geschlossen haben, damit es ja keine ressourcen belegt“ rührt von der typischen nutzung vom gewohnten Windows her. Ich schliesse mich da nicht aus und kann deinen Standpunkt verstehen. Windows hat so eine miese Speicherverwaltung, da ist man es gewohnt alles KOMPLETT zu schliessen weil es sonst bremst. Denn kommt da auf einmal so ein neumodisches Touchdingens OS aus dem Hause Apple daher und es gibt einem auf Anhieb keine Möglichkeit die Applikation komplett zu schliessen. WTF 😉

    Aber du wirst merken, es funktioniert trotzdem 😉

    Gruß
    Oli

  3. Da hab ich mich dann wohl unklar ausgedrückt. Der Weg ist mir natürlich bekannt. Aber warum muss ich eine App verlassen, dann die Leiste öffnen, dann lange halten, dann das rote Symbol? Ein einfaches „X“ oder „Beenden“ wäre da meiner Ansicht deutlich besser. Bei dem von dir beschriebenen Weg kann ich auch nie die aktuell offene App beenden. Also erst aus der App raus und dann den ganzen Rattenschwanz oben. Multitasking Apps könnten ja fragen ob man minimieren will oder beenden.

  4. Beenden von Apps klappt übrigens durchaus. Das geht so: Zweimal den Homebutton drücken um ins Multitaskingmenü zu gelangen. Dann den Button für das zu schließende App drücken, und gedrückt lassen. Wenn du jetzt auf die rote Schaltfläche drückst, dann schließt das jeweilige App vollständig. Das App ist nun aus, und verbraucht keinen Strom mehr. Denk aber daran, dass die meisten Apps sich selbst im Ruhezustand regeln, und keinen unnötigen Strom verbrauchen. Nur bei einer kleinen Minderheit ist es somit nötig den Multitask auf diese Weise zu beenden.

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