Alexa+ startet heute in Deutschland: Endlich wird Alexa schlauer – aber vielleicht zu spät?

Amazon hat heute offiziell den Start von Alexa+ in Deutschland bekannt gegeben. Nach Jahren des Stillstands soll die neue Generation von Alexa dank generativer KI endlich wieder mit modernen KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini mithalten können. Im Rahmen eines Early-Access-Programms können erste Nutzer Alexa+ bereits ab sofort kostenlos ausprobieren. Wer bereits ein kompatibles Gerät besitzt, kann sich auf dieser Seite für den Early-Access anmelden.

Alexa+ startet in Deutschland für Kunden neuer Geräte und per Anmeldung Early Access

Was ist Alexa+ überhaupt?

Alexa+ ist die komplett überarbeitete Version der bisherigen Sprachassistentin Alexa. Statt starrer Sprachbefehle soll Alexa+ deutlich natürlicher mit Nutzern kommunizieren können. Amazon setzt dabei erstmals umfassend auf generative KI.

Das bedeutet:

  • natürliche Gespräche statt fest definierter Befehle
  • Kontextverständnis über mehrere Fragen hinweg
  • personalisierte Antworten und Erinnerungen
  • komplexere Aufgaben in mehreren Schritten
  • deutlich bessere Smart-Home-Steuerung
  • Nutzung über Echo-Geräte, Fire TV, App und künftig Browser

Amazon beschreibt Alexa+ als „Ambient KI“, die sich nahtlos in den Alltag integrieren soll. Gespräche können beispielsweise auf einem Echo-Lautsprecher beginnen und später in der Alexa-App oder im Browser fortgeführt werden.

Was ist neu im Vergleich zur alten Alexa?

Der Unterschied zur bisherigen Alexa dürfte deutlich ausfallen. Während die klassische Alexa zuletzt oft wie ein besserer Sprachschalter wirkte, soll Alexa+ endlich echte KI-Fähigkeiten bieten.

Alte Alexa:

  • feste Sprachbefehle nötig
  • kaum Kontextverständnis
  • oft frustrierende Antworten
  • nur einfache Routinen
  • wenig Weiterentwicklung in den letzten Jahren

Neue Alexa+:

  • normale Gespräche möglich
  • merkt sich Zusammenhänge
  • versteht indirekte Aussagen
  • kann Aufgaben eigenständig erledigen
  • personalisiert sich auf Nutzer und Haushalt

Beispiele:

  • „Mir ist kalt“ → Alexa+ könnte automatisch die Heizung höher stellen
  • Restaurant reservieren
  • Einkaufslisten intelligent verwalten
  • Smart-Home-Routinen per Sprache erstellen
  • mehrere Geräte gleichzeitig steuern

Amazon integriert dabei zahlreiche Dienste wie Spotify, Apple Music, Prime Video, Audible, OpenTable sowie Smart-Home-Produkte von Philips, Ring oder Bosch Siemens Hausgeräte.

So könnt ihr Alexa+ schon jetzt in Deutschland testen

Amazon startet Alexa+ zunächst als Early Access. Wer nicht auf den offiziellen Rollout warten möchte, hat aktuell zwei Möglichkeiten:

1. Neues kompatibles Echo-Gerät kaufen

Laut Amazon erhalten Käufer bestimmter neuer Echo-Geräte sofort Zugang zu Alexa+.

Genannt werden unter anderem:

Welche Geräte eine Alexa+-Unterstützung bekommen und welche nicht, haben wir Euch unten noch mal eingefügt.

2. Einladung für bestehende Geräte anfordern

Wer bereits kompatible Echo-Geräte besitzt, kann sich über Amazon registrieren und auf eine Einladung hoffen.

Alexa+ ist während der Early-Access-Phase kostenlos.

Danach gilt:

  • für Prime-Mitglieder ohne Aufpreis enthalten
  • ohne Prime: 22,99 Euro pro Monat

Unsere Meinung zu Alexa+

Ganz ehrlich: Der Schritt zu generativer KI und damit mehr Intelligenz für Alexa ist längst überfällig.

Mit Blick auf ChatGPT oder Gemini wirkte die bisherige Alexa zuletzt komplett abgehängt. Früher waren wir absolute Alexa-Fans. Unser Blog ist voll mit Beiträgen über neue Funktionen, Skills und Smart-Home-Lösungen. Doch irgendwann war einfach Schluss. Amazon verkaufte zwar immer neue Echo-Geräte und Lautsprecher, aber Alexa selbst entwickelte sich nicht mehr weiter, teils sogar zurück.

Heute nutzen wir unsere verbliebenen drei Alexa-Geräte eigentlich nur noch für:

  • Frage nach dem Wetter
  • Unsere Einkaufsliste
  • Zum Radio hören
  • ein bisschen Smart Home

Und genau beim Smart Home wurde bei uns viel Potenzial verschenkt. Weder Amazon noch FRITZ! (damals noch AVM) haben es geschafft, vernünftige offizielle Lösungen bereitzustellen. Besonders ärgerlich: Eine wirklich gute Lösung eines privaten Entwicklers wurde nie ernsthaft unterstützt oder weiter gefördert.

Dadurch ist Smart Home bei uns inzwischen massiv eingeschränkt.

Natürlich könnten wir jetzt wieder investieren:

Aber ehrlich gesagt glauben wir trotz Alexa+ nicht mehr wirklich an den langfristigen Erfolg von Alexa.

Warum wir skeptisch sind

Amazon kommt mit Alexa+ extrem spät. Während Alexa jahrelang stagnierte, haben ChatGPT, Gemini und andere KI-Systeme den Markt praktisch überrollt. Besonders Google scheint aktuell strategisch deutlich besser aufgestellt zu sein. Im Auto ist bei uns über Android Auto inzwischen bereits Gemini aktiv – und das funktioniert überraschend gut. Alle Versuche von Amazon mit Echo Auto sind krachend gescheitert, wobei hier Google mit Google Maps und dessen Verbreitung auch einfach so gut wie unangreifbar ist.

Sollte Google endlich neue Lautsprecher mit Gemini veröffentlichen, sehen wir persönlich aktuell eher dort unsere Zukunft als bei Alexa+. Denn investieren müssten wir ohnehin wieder neu.

Und dazu kommt noch ein weiterer Punkt: die Finanzierung. 22,99 Euro pro Monat für Nicht-Prime-Kunden wirken völlig unrealistisch. Kaum jemand wird das dauerhaft bezahlen wollen. Gleichzeitig kostet generative KI enorm viel Geld im Betrieb.

Genau hier sehen wir das Kernproblem:
Alexa ist unserer Meinung nach schon einmal daran gescheitert, dass Amazon nach dem anfänglichen Erfolg irgendwann kaum noch investiert hat, weil eine stabile Monetarisierung von Alexa nicht etabliert werden konnte. Updates wurden seltener, Verbesserungen blieben aus und sogar Projekte wie „Alexa Answers“, bei denen Nutzer kostenlos beim Training helfen sollten, verliefen letztlich im Sande.

Trotzdem: Ausprobieren werden wir Alexa+ natürlich

Wenn Alexa+ irgendwann in der App oder auf anderem Weg für uns verfügbar wird, schauen wir es uns natürlich an. Ein bisschen Hoffnung bleibt schließlich immer.

Denn eigentlich war Alexa damals eine richtig spannende Vision für das smarte Zuhause.

Aber wie seht ihr das?
Würdet ihr für Alexa+ neue Hardware kaufen?
Oder ist der Zug für Amazon bei KI-Assistenten bereits abgefahren?

Welche Geräte unterstützen Alexa+?

Sobald ihr Zugriff auf Alexa+ erhaltet, könnt ihr den neuen KI-Assistenten grundsätzlich auf vielen aktuellen Echo-Geräten nutzen. Einige ältere Modelle bleiben allerdings außen vor und nutzen weiterhin die klassische Alexa.

Nicht unterstützt werden unter anderem:

  • Echo Dot 1. Generation
  • Echo 1. Generation
  • Echo Plus 1. Generation
  • Echo Show 1. Generation
  • Echo Show 2. Generation
  • Echo Spot 1. Generation

Auch Fire TV wird teilweise unterstützt. Dazu gehören aktuell:

  • Fire TV Stick 4K Select (neueste Generation)
  • Fire TV Stick 4K Plus
  • Fire TV Stick 4K Max
  • Fire TV Cube (neueste Generation)
  • Fire TV Stick HD (neueste Generation)
  • Amazon Ember 2-Serie
  • Amazon Ember 4-Serie
  • Amazon Ember QLED-Serie
  • Amazon Ember Mini-LED-Serie
  • Amazon Ember Artline

Noch nicht unterstützt werden derzeit:

  • Fire-Tablets
  • Geräte mit integrierter Alexa anderer Hersteller

Amazon kündigt aber bereits an, Alexa+ im Laufe des Jahres zusätzlich für Alexa im Web und weitere Geräte bereitzustellen.

Author: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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