
OnePlus zieht sich aus Europa und Nordamerika zurück – Das Aus für eine Smartphone-Legende
OnePlus hat offiziell bestätigt, dass das Unternehmen künftig keine neuen Produkte mehr in Europa und Nordamerika auf den Markt bringen wird. Damit endet eine Ära, die vor über zehn Jahren begann und OnePlus vom Geheimtipp für Technikfans zu einer der bekanntesten Android-Marken machte.
Die gute Nachricht für bestehende Nutzer: Wer bereits ein OnePlus-Smartphone oder ein anderes Gerät des Herstellers besitzt, muss sich zunächst keine Sorgen machen. Software-Updates, Sicherheitsupdates, Reparaturen und Garantieansprüche bleiben weiterhin bestehen.
OnePlus bestätigt den Rückzug
In einer offiziellen Mitteilung erklärt OnePlus, dass man sich nach einer gründlichen Bewertung dazu entschieden habe, die Einführung neuer Produkte in Europa und Nordamerika einzustellen.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass:
- bestehende Geräte weiterhin Software-Updates erhalten
- Sicherheitsupdates wie geplant ausgeliefert werden
- Reparatur- und Serviceleistungen bestehen bleiben
- alle Garantieansprüche unverändert gelten
- Verbraucherrechte vollständig erhalten bleiben
Auch der Kundensupport bleibt weiterhin erreichbar und die bestehenden Servicekanäle sollen unverändert genutzt werden können.
Was bedeutet das für Besitzer eines OnePlus-Geräts?
Wer aktuell ein OnePlus-Gerät besitzt, erhält weiterhin:
- Android- bzw. OxygenOS-Updates (im Rahmen der zugesagten Update-Garantie)
- Sicherheitsupdates
- Reparaturservice
- Garantieabwicklung
- Kundensupport
Damit ist klar: Das Unternehmen verschwindet zwar aus dem Neugerätegeschäft in Europa und Nordamerika, bestehende Kunden werden aber zumindest nach aktuellem Stand nicht im Stich gelassen.
OxygenOS und ColorOS wachsen weiter zusammen
Ein interessanter Punkt der offiziellen FAQ betrifft die Software.
Nach Veröffentlichung von ColorOS 17 sollen kompatible OnePlus-Geräte freiwillig auf Oppos Betriebssystem wechseln können. Nutzer können sich jedoch auch dagegen entscheiden.
Wer ColorOS ausprobiert und nicht zufrieden ist, soll laut OnePlus später wieder zu OxygenOS zurückkehren können. Ältere Geräte, die kein Update auf ColorOS erhalten, werden weiterhin mit Wartungsupdates versorgt.
Wer ist OnePlus überhaupt?
OnePlus wurde 2013 von den ehemaligen Oppo-Managern Pete Lau und Carl Pei gegründet. Ziel war es, High-End-Smartphones zu einem deutlich günstigeren Preis als Samsung oder Apple anzubieten.
Bereits das erste Smartphone – das OnePlus One – sorgte 2014 für enormes Aufsehen.
Der damalige Slogan „Flagship Killer“ war Programm:
- Snapdragon-Top-Prozessor
- viel Arbeitsspeicher
- hochwertige Verarbeitung
- CyanogenOS als Betriebssystem
- Preis deutlich unter der Konkurrenz
Hinzu kam das legendäre Einladungssystem („Invite System“), das die Geräte künstlich knapp hielt und den Hype zusätzlich anheizte.
Die großen Jahre von OnePlus
Zwischen 2016 und etwa 2020 gehörte OnePlus zu den beliebtesten Android-Herstellern überhaupt.
Besonders erfolgreich waren unter anderem:
- OnePlus 3 und 3T
- OnePlus 5 und 5T
- OnePlus 6
- OnePlus 7 Pro
- OnePlus 8 Pro
Gerade das OnePlus 7 Pro gilt bis heute für viele Fans als eines der besten Android-Smartphones seiner Zeit. Das nahezu randlose Display ohne Notch, die ausfahrbare Frontkamera und die extrem flüssige Darstellung machten das Gerät zu einem echten Highlight.
Parallel entwickelte OnePlus mit OxygenOS eine der beliebtesten Android-Oberflächen überhaupt. Das System war schnell, schlank und kam nahezu ohne unnötige Zusatzsoftware aus.
Warum verlor OnePlus an Bedeutung?
In den vergangenen Jahren änderte sich die Strategie deutlich.
Die Geräte wurden immer teurer und bewegten sich preislich zunehmend auf dem Niveau von Samsung oder Apple. Gleichzeitig verschmolz OnePlus organisatorisch immer stärker mit Oppo.
Auch die Software entwickelte sich weiter:
- OxygenOS und ColorOS wurden technisch zusammengeführt.
- Viele Fans kritisierten den Verlust des ursprünglichen, schlanken Android-Erlebnisses.
- Unterschiede zwischen Oppo- und OnePlus-Geräten wurden immer kleiner.
Hinzu kamen ein stärkerer Wettbewerb durch Xiaomi, Google Pixel und Samsung sowie ein insgesamt schwieriger Smartphone-Markt.
Wie steht Oppo zu OnePlus?
OnePlus war von Anfang an eng mit Oppo verbunden.
Beide Unternehmen gehören zum chinesischen Elektronikkonzern BBK Electronics, zu dem unter anderem auch Vivo und Realme zählen. Obwohl OnePlus zunächst weitgehend unabhängig agierte, wurden Entwicklung, Produktion und Forschung bereits früh gemeinsam mit Oppo durchgeführt.
Seit 2021 wurden beide Marken organisatorisch noch enger zusammengeführt.
Heute teilen sich Oppo und OnePlus unter anderem:
- Entwicklungsabteilungen
- Hardware-Plattformen
- Kameratechnik
- Softwarebasis
- Fertigung
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