
FRITZ!OS 8.50: Diese Neuerungen stehen fest – Erste Vorabversionen im FRITZ!Labor
FRITZ! arbeitet bereits am nächsten größeren Update für seine Router und Smart-Home-Produkte. Das kommende FRITZ!OS 8.50 befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und kann schon jetzt über das FRITZ! Labor ausprobiert werden. Die aktuelle Labor-Version trägt derzeit noch die Bezeichnung FRITZ!OS 8.40.
Die jetzt von FRITZ! vorgestellten Funktionen geben damit einen recht konkreten Ausblick darauf, was uns mit FRITZ!OS 8.50 erwartet. Wie bei einer Vorabversion üblich, können sich einzelne Funktionen bis zur endgültigen Veröffentlichung noch ändern oder angepasst werden.

FRITZ!OS 8.50 kommt mit vielen praktischen Neuerungen
Diesmal konzentriert sich FRITZ! vor allem auf Verbesserungen, die im Alltag wirklich nützlich sein können. Dazu gehören automatische Priorisierungen für wichtige Verbindungen, ein DNS-Filter gegen unerwünschte Inhalte/Werbung, ein erweiterter Ausfallschutz für Mobilfunk-FRITZ!Boxen, neue Funktionen für Smart Home und FRITZ!Fon sowie ein deutlich umfangreicherer Diagnosebereich in der MyFRITZ!App.
Smart Check: MyFRITZ!App soll Probleme schneller erkennen
Eine der interessanteren Neuerungen steckt diesmal nicht direkt in der FRITZ!Box, sondern in der MyFRITZ!App.
Der neue Smart Check soll auf einen Blick zeigen, wie es um das eigene FRITZ!-Heimnetz bestellt ist. Die App untersucht verschiedene Bereiche wie Internet, Telefonie, Heimnetz, WLAN, LAN, USB, Smart Home und Sicherheit und gibt bei Problemen konkrete Hinweise.
So kann die App beispielsweise darauf aufmerksam machen, dass ein Repeater keine funktionierende Mesh-Verbindung zur FRITZ!Box hat. Auch bei Einstellungen rund um unerwünschte Anrufe oder andere Sicherheits- und Konfigurationsprobleme sollen passende Empfehlungen angezeigt werden.
Das ist gerade für Anwender interessant, die nicht regelmäßig durch die verschiedenen Menüs der FRITZ!Box schauen. Statt selbst herauszufinden, ob irgendwo ein Problem besteht, soll die App gewissermaßen eine erste Diagnose übernehmen. Zusätzlich wurden Supportseiten, ein Chatbot und der FRITZ! Online-Shop direkt in die App integriert.
Automatische Priorisierung für Videokonferenzen
Ebenfalls praktisch dürfte die neue automatische Priorisierung sein.
Die FRITZ!Box erkennt dabei bestimmte zeitkritische Verbindungen und priorisiert diese automatisch. Im Mittelpunkt stehen zunächst Anwendungen wie Videokonferenzen, bei denen Verzögerungen oder kurzfristige Einbrüche der Verbindung besonders störend sein können.
Der Nutzer muss dafür nicht selbst mit den Priorisierungsregeln experimentieren. Die Erkennung und Priorisierung erfolgen automatisch. In der Benutzeroberfläche kann anschließend nachvollzogen werden, wann eine Verbindung entsprechend bevorzugt behandelt wurde. Die Funktion steht im Labor derzeit für die FRITZ!Box 5690 Pro und FRITZ!Box 7690 zur Verfügung und soll bis zum Start von FRITZ!OS 8.50 auf weitere Modelle ausgeweitet werden.
Neuer DNS-Filter blockiert Werbung, Tracker und Schadsoftware
Mit dem neuen DNS-Filter bekommt die FRITZ!Box außerdem eine Funktion, die viele Nutzer bisher über zusätzliche Software oder eigene DNS-Dienste gelöst haben.
Webseiten können damit auf Ebene des Heimnetzwerks blockiert werden. Das funktioniert unabhängig vom verwendeten Gerät. Ob Smartphone, Notebook, Smart-TV oder sogar ein vernetztes Smart-Home-Gerät – die FRITZ!Box kann Anfragen an gesperrte Domains automatisch unterbinden.
Neben bekannten Schadsoftware- und Phishing-Adressen lassen sich damit beispielsweise auch Tracker oder Webseiten mit besonders viel Werbung blockieren. Die FRITZ!Box unterstützt dafür gängige Formate für Sperrlisten. Dadurch können auch frei verfügbare Listen aus der Community verwendet werden.
Wie leistungsfähig das Ganze im Alltag tatsächlich ist, wird sich mit den finalen Versionen und ersten Praxiserfahrungen zeigen. Grundsätzlich ist es aber eine sehr interessante Erweiterung, weil sich ein solcher Schutz zentral für das gesamte Heimnetz einrichten lässt und so ggf. Adblocker auf einzelnen Geräten obsolet werden.
FRITZ! Failsafe kommt auf 4G- und 5G-FRITZ!Boxen
Eine weitere Neuerung betrifft die FRITZ!Box-Modelle mit Mobilfunkunterstützung.
Der bereits bekannte FRITZ!Failsafe (Ausfallschutz) soll künftig auch auf FRITZ!Boxen mit 4G und 5G genutzt werden können. Die Geräte erhalten dafür die Möglichkeit, zusätzlich zum Mobilfunk einen Internetzugang über den LAN-Anschluss zu verwenden.
Das kann beispielsweise interessant sein, wenn die FRITZ!Box hinter einem Glasfaser-ONT betrieben wird. Fällt die kabelgebundene Internetverbindung aus, kann die FRITZ!Box vorübergehend auf die Mobilfunkverbindung zurückgreifen und das Heimnetz weiterhin mit Internet versorgen.
Einfacher Modus und SOS-Funktion für das FRITZ!Fon
Auch beim FRITZ!Fon gibt es eine interessante Neuerung.
Der neue Einfache Modus reduziert die Bedienung auf die für die Telefonie wichtigen Funktionen und soll insbesondere älteren oder weniger technikaffinen Anwendern entgegenkommen.
Die Auswahltasten können dabei als Schnellwahltasten verwendet werden. Besonders interessant ist die integrierte SOS-Funktion: Bis zu vier Notfallkontakte lassen sich hinterlegen. Bei Aktivierung werden diese Nummern automatisch nacheinander angerufen. Zusätzlich können Dauer und Wiederholungen der Anrufsequenz angepasst werden.
Das ist keine Funktion, die jeder benötigt. Für bestimmte Nutzer kann sie im Alltag aber einen echten Mehrwert bieten.
Mehr Möglichkeiten für das FRITZ!-Smart-Home
Auch im Smart Home tut sich einiges.
Die FRITZ!Smart Energy 200 und 210 können künftig so eingestellt werden, dass sie sich automatisch abschalten, wenn eine bestimmte Leistungsaufnahme über einen definierten Zeitraum überschritten wird. Das war bisher nur bei Unterschreitung einer bestimmten Leistungsaufnahme möglich.
Darüber hinaus lassen sich Routinen stärker automatisieren. Vorgefertigte Abläufe wie „Haus verlassen“, „Nach Hause kommen“ oder „Urlaub“ können künftig mit Geofencing verknüpft werden. Die Position des Smartphones dient dabei als Auslöser.
Noch interessanter wird es durch mehrere kombinierbare Auslöser. So kann beispielsweise eine Routine erst dann starten, wenn tatsächlich alle Bewohner das Haus verlassen haben.
FRITZ!Box 5690 Pro wird zur Matter-Bridge
Besitzer der FRITZ!Box 5690 Pro erhalten außerdem eine neue Möglichkeit, ihre Smart-Home-Geräte in bestehende Matter-Umgebungen einzubinden. Darüber hatten wir hier schon berichtet.
Die FRITZ!Box kann künftig als Matter-Bridge eingesetzt werden. Damit lassen sich FRITZ!-Smart-Home-Geräte sowie kompatible Geräte anderer Hersteller, die an der FRITZ!Box angemeldet sind, in ein vorhandenes Matter-System integrieren.
Das kann beispielsweise die Einbindung in Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa erleichtern. Damit wird auch die entsprechende Sprachsteuerung möglich.
Für diese FRITZ!Boxen läuft das Labor derzeit
Die aktuelle Labor-Version 8.40 steht laut FRITZ! derzeit für zahlreiche Modelle bereit. Dazu gehören:
- FRITZ!Box 5690 Pro, 5690 und 5590 Fiber
- FRITZ!Box 7690, 7590 AX, 7590 und 7530 AX
- FRITZ!Box 6690, 6670 und 6660
Die aktuelle Übersicht und die jeweiligen Labor-Versionen stellt FRITZ! auf der offiziellen Labor-Seite bereit. Diese erweitert sich in den kommenden Wochen und Monaten sicher noch
FRITZ!OS 8.40 ist noch nicht das finale FRITZ!OS 8.50
Ein wichtiger Punkt sollte dabei nicht untergehen: Die derzeit verfügbare Labor-Version trägt weiterhin die Bezeichnung FRITZ!OS 8.40.
Die von FRITZ! jetzt angekündigten Funktionen sind Bestandteil der Entwicklung des kommenden FRITZ!OS 8.50. Das Labor dient dazu, neue Funktionen frühzeitig auszuprobieren und Rückmeldungen von Nutzern in die weitere Entwicklung einfließen zu lassen.
Entsprechend sollte man die aktuelle Version nicht mit einem fertigen FRITZ!OS 8.50 gleichsetzen. Bis zur regulären Veröffentlichung können sich noch Änderungen ergeben.
Erste Einschätzung
Für uns persönlich sind einige interessante Funktionen dabei. Besonders interessant ist der DNS-Filter gegen Werbung, Tracker und Schadsoftware. Wir selbst sind als Blog natürlich auf etwas Werbung und Tracker angewiesen, was für uns auch bei anderen kostenfreien Diensten und Webseiten völlig in Ordnung ist, solange es sich im Rahmen hält bzw. abwählbar ist. Während man auf dem PC oder Smartphone schon vieles auswählen und blockieren kann, ist das bei einem Smart-TV oder einer Echo Show etc. schon etwas anderes. Da hilft der Ansatz direkt im Router für alle Geräte im Heimnetz.
Auch die SOS-Funktion und die Vereinfachung in Sachen FRITZ!Fon werden in unserer Familie zum Einsatz kommen. Die automatische Priorisierung ist gut, da man so vieles nicht mehr manuell konfigurieren muss. Wir würden uns über die Erweiterung um weitere Dienste wie z. B. Cloud Gaming und Streaming freuen, die automatisch priorisiert werden.
Bis wir ein finales Update auf FRITZ!OS 8.50 für unsere FRITZ!Box 4060 erhalten, werden aber vermutlich noch viele Monate vergehen. Auch bei FRITZ!OS 8.25 waren wir ziemlich spät dran.
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