Mrz03

Affinity Photo, Designer und Publisher mit umfangreichem Update 1.8 – Alternativen zu Lösungen von Adobe

Den meisten, die etwas mit Bildbearbeitung, vektorbasierten Zeichenprogrammen oder auch Desktop-Publishing zu tun haben, dürften die Affinity-Programme von Serif mittlerweile schon mal über den Weg gelaufen sein. Wer sich da schon auskennt oder die Lösungen bereits nutzt, kann auch direkt zur Überschrift „Affinity-Suite Update 1.8 – Was ist neu?“ scrollen.

Spricht man über Bildbearbeitung, dann denken die meisten sofort an Adobe Photoshop. Gleiches gilt für vektorbasierte Zeichenprogramme und Adobe Illustrator sowie Adobe InDesign in Sachen Desktop-Publishing. Für diese drei Lösungen bietet Affinity mittlerweile sehr professionelle und vor allem sehr günstige Alternativen ohne Abo an. Dabei sind die Lösungen sowohl für macOS als auch Windows verfügbar. Affinity Photo und Designer gibt es zusätzlich auch noch fürs iPad. Die Desktop-Varianten kosten regulär je 54,99 € (iPad 21,99 €). Dies ist ein einmaliger Kaufpreis und private Nutzer dürfen die Lizenz auf jedem Ihrer eigenen Rechner installieren und nutzen. Auch andere Familienmitglieder im Haushalt dürfen die Lizenz auf diesen Rechnern zu privaten Zwecken nutzen. Gewerbliche Nutzer benötigen entweder eine Lizenz pro Person, welche die Lizenz dann auch auf z. B. Desktop und Notebook parallel installieren kann, oder man bindet die Lizenz alternativ an einen speziellen Rechner im Unternehmen. Dann kann dieser Rechner bzw. die Lizenz auf diesem Rechner auch von mehreren Benutzern verwendet werden. Die deutsche Hilfe zum Thema Lizenzinformationen ist da nicht wirklich eindeutig formuliert und im Vergleich zur englischen Variante unvollständig. In der englischen Originalversion (welche auch in der deutschen Hilfe verlinkt wird), findet man aber den konkreten Hinweis auf die erlaubte kommerzielle Nutzung von Desktop und Notebook durch eine Einzelperson mit einer Lizenz. Die Lizenzen sind aber nach Systemen getrennt (Windows, macOS und iPad). Wer die Lösungen z. B. auf Windows und macOS nutzen will oder auch macOS und iPad muss für jedes System eine separate Lizenz erwerben.

Bei Adobe zahlt man als Einzelanwender regulär aktuell 23,79 € pro Monat für die Lizenz einer Lösung (max. 2 Rechner / nicht gleichzeitig nutzen) oder rund 60€ für alle Adobe-Lösungen, wo dann noch deutlich mehr dabei ist wie Videoschnitt, Videoeffekte oder Vektoranimation usw. Wenn man aber z. B. nur Illustrator möchte, zahlt man nach 3 Monaten schon mehr, als für die zeitlich unbegrenzte Version von Affinity Designer kostet. Noch günstiger wird es, wenn man Verwendung für zwei oder mehr der Lösungen Affinity hat.

Affinity Photo, Designer und Publisher - Adobe Alternativen zu Photoshop, Illustrator und InDesign

Ich selbst hatte vor dem Erscheinen von Affinity Designer für Windows (für macOS gab es die Lösung schon 2014) im November 2016 ein Creative Cloud-Abo. Genutzt habe ich aber fast ausschließlich Adobe Illustrator und ab und zu Photoshop. Dafür habe ich dann durch eine Aktion rund 35 € im Monat (regulär rund 60 €) bezahlt oder eben hochgerechnet 420 € im Jahr. Für die drei zeitlich unbegrenzten Kauflizenzen von Affinity habe ich nicht mal 150 € ausgegeben, da es dort auch häufig Aktionen und Angebote gibt. Und den Designer nutze ich jetzt dann schon über 3 Jahre für den einmaligen Preis. Aber selbst zum vollen Preis von derzeit 180 € für die drei Lösungen, ist das aus meiner Sicht im Vergleich ein Schnäppchen. Und dank dem neusten Update vermisse ich persönlich jetzt auch wirklich nichts mehr. Klar, professionelle Anwender die seit langer Zeit mit Adobe-Produkten arbeiten oder regelmäßigen Dateiaustausch mit anderen Adobe-Nutzer haben, finden in Affinity vielleicht keine Alternative. Aber auch in Unternehmen werden aus meiner Sicht oft nur Bruchteile der Funktionen solcher Produkte wirklich genutzt. Importieren können die Affinity-Produkte die meisten Dateiformate von .PSD (Photoshop), über .AI (Illustrator) bis hin zu jetzt auch .IDML (InDesign). Speichern bzw. Exportieren als .PSD-Datei ist auch möglich, die anderen beiden zuvor genannten Formate werden leider noch nicht im Export angeboten. Im Endeffekt wollen die meisten in Sachen Druck dann sowieso PDF-Dateien, wenn die Bearbeitung abgeschlossen ist. Der Export als PDF ist natürlich neben anderen gängigen Bildformaten und ggf. Vektorformaten möglich. Natürlich hat Adobe alleine diese Datei-Formate wie .PSD, .AI und .IDML für die Zukunft in der Hand und Änderungen oder neue Funktionen, werden dann ggf. nicht direkt seitens Affinity unterstützt. Aber in den letzten Jahren sind mir so gut wie keine Dateien untergekommen, die ich nicht in den Affinity-Lösungen öffnen und auch bearbeiten konnte. Wenn Funktionen noch nicht unterstützt werden, erhält man meist entsprechende Hinweise und die Datei wird trotzdem geöffnet.

Ich kann nur jedem empfehlen, die Produkte von Affinity einfach mal kostenfrei zu testen. Auf den jeweiligen Produktunterseiten findet man ganz unten entsprechende Links zu den Testversionen. Wenn es für Euch passt, kann man damit eine Menge Geld sparen. Weiterhin installieren die Programme von Affinity keinen unnötigen Kram. Bei der Creative Cloud laufen immer irgendwelche Dienste zur Prüfung der Lizenz, Updates usw. im Hintergrund und das nervt einfach (zumindest mich). Bei Affinity lädt man eine Installationsdatei, die installiert das jeweilige Produkt, man gibt seinen Lizenzschlüssel ein und gut. Neue Updates werden einfach beim Öffnen der  jeweiligen Programme angezeigt. Passt es gerade nicht, dann arbeitet man einfach weiter oder man klickt Download und erhält eine neue Installationsdatei (die auch vorhandene Installationen) aktualisiert.

Affinity-Suite Update 1.8 – Was ist neu?

Jetzt aber wirklich zum eigentlichen Thema rund um die Neuerungen in den Versionen 1.8, welche vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Diese Updates sind für alle bisherigen Käufer natürlich kostenlos. Die für mich interessanteste Neuerung, ist die Unterstützung von PSD-Smartobjekten in Affinity Photo. Solche Smartobjekte werden z. B. sehr häufig bei sogenannten Mockups benutzt. Bei den PSD-Dateien handelt es sich z. B. um ein Bild von einem oder mehreren Objekten, wie z. B. einem Smartphone, Notebook, T-Shirt oder auch einem Werbeplakat, wo man dann einfach einen eigenes Bild, Text usw. einfügen kann. Die eigenen Inhalte werden dann möglichst realistisch in die Gesamtkomposition eingefügt. Bisher konnten die Affinity-Programme nicht mit diesem Mockups bzw. Smartobjekten umgehen. So musste man entweder tricksen oder zu Photoshop greifen. Durch das neue Update kann Affinity Photo nun mit solchen PSD-Dateien, die Smartobjekte beinhalten bzw. solche Mockups enthalten, umgehen. Dazu muss man aber in den Einstellungen vorher den Punkt „PSD-Smartobjekte imporieren wo möglich“ aktivieren. Erst danach werden die Smartobjekte in Affinity Photo wie auch in Photoshop importiert und angezeigt. Man klickt doppelt auf das zu bearbeitende Objekt, welches dann in einem neuen Tab öffnet. Hier einfach die gewünschten Änderungen vornehmen oder einen Screenshot platzieren und dann den Reiter wieder schließen. Dann wir das geänderte Objekt eingebettet, wie man es von Adobe Photoshop auch kennt. Bei uns funktionierte das mit vielen einfachen Mockups sehr gut und problemlos. Größere Mockups mit denen man ganze Szenen mit vielen unterschiedlichen Einzelobjekten zusammenstellen kann, machten aber bei der Bearbeitung hier und da noch Probleme. Es ist aber auf jeden Fall ein sehr guter Anfang.

Mockups mit Affinity Photo bearbeiten - neu in 1.8

Aber je nach Programm können für Euch natürlich auch andere neue Funktionen und Verbesserungen interessant sein. Die wichtigsten Neuerungen listen wir hier unten noch mal kurz je nach Programm auf. Ihr könnt Euch aber auch hier bei Affinity auf der Webseite über alles informieren.

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