Apr30

Windows 10: Offen für einfache Portierung von Android und iOS-Apps

Update: Interessierte Entwickler können sich schon für einen Preview anmelden. Für Android nennt sich das Ganze „Project Astoria“ und für iOS ist es „Project Islandwood“. Das „Project Centennial“ beschäftigt sich mit den klassischen Windows-Anwendungen und startet im Sommer. Es gibt dann auch noch ein „Project Westminster“ für Web-Apps. Damit soll man seine Webseite in eine App wandeln können. Das soll auch im Sommer starten. Alle Informationen findet Ihr hier (Universal Windows Plattform Bridges).

Ursprünglicher Artikel:

Es gab im Vorfeld schon einige Gerüchte zum Thema Android-Apps unter Windows 10. Hier wurde häufig ein möglicher Emulator ins Spiel gebracht, welcher Android-Apps 1:1 emulieren sollte. Das war schwer vorstellbar und kommt nun auch nicht so. Grundsätzlich möchte es Microsoft aber App-Entwicklern einfach machen und bietet eine einfache Portierung von Apps für Android oder iOS an. Die Apps müssen also von den Entwicklern speziell für Windows 10 angepasst werden, dies soll aber sehr einfach möglich sein. Einige App-Entwickler wird das sicher freuen. Als Nutzer von Windows, Windows Phone und auch der Xbox One finde ich das nicht so prickelnd. Warum nicht? Man merkt es einer App einfach an, ob diese speziell für eine Plattform entwickelt worden ist oder nicht. Das beginnt beim Look & Feel und betrifft viele systemspezifische Möglichkeiten oder auch die Anbindung an andere Apps. Diese Thematik wird gerade immer wieder damit in Verbindung gebracht, dass es für Windows und Windows Phone kaum Apps gibt und daher dieser Schritt nötig ist. Systeme wie Android und iOS haben im mobilen Sektor natürlich eine deutlich größere Auswahl an Apps, aber die wichtigsten Apps sind auch längst bei Windows Phone angekommen und die Auswahl ist schon lange nicht mehr so klein wie mancher schreibt.

windows10-android-ios-apps-portieren-build2015Hier kommen wir dann auch wieder zum Thema Qualität statt Quantität. Damit meine ich nicht, dass Windows Phone-Apps besser sind als die anderer Systeme, aber es kommt einfach nicht auf die Menge an. Gerade bei Android kommt die große Menge auch durch viele nicht wirklich brauchbare und sinnvolle Apps zustande. Da ist der iTunes App Store schon strenger bei der Aufnahme von Apps. Daher bin ich mir unsicher, ob der Schritt von Microsoft wirklich die App-Situation für den Windows-Nutzer verbessern kann oder ob einfach nur die Anzahl der Apps für die Statistiken steigt. Wir werden es abwarten müssen, vielleicht sind meine Bedenken auch unbegründet. Aber mir sind ein paar wirklich gute Apps lieber als eine riesige Auswahl mit teils fragwürdiger Qualität.

Weiterhin werden auch Softwareprodukte, die wir derzeit nicht als klassische Apps bezeichnen, sondern als Windows-Programme (Win32/.NET) ihren Weg in den Windows 10 Store finden. Derzeit kann man solche Programme zwar auch im Windows Store bewerben, aber es ist nicht mehr als ein Link zur Webseite des Herstellers oder Entwicklers. Gerade auf Desktop-Systemen ist der Windows Store für viele noch nicht die ideale Anlaufstelle. Sehr viele Programme, von der umfangreicheren Bildbearbeitung über Spiele bis hin zum Virenschutz, kann man nicht direkt im Windows Store kaufen. Dies könnte sich dann in Zukunft ändern. Das ist sicher ein sinnvoller Weg zur Steigerung der Auswahl im Windows Store und gerade für Desktop-Systeme interessant. Auch wenn es nur noch ein Windows 10 für alle Plattformen geben soll, werden solche Applikationen natürlich nicht auf allen Geräteklassen funktionieren können. Hier wird man sich dann noch etwas einfallen lassen müssen, wie man die Auswahl geräteabhängig im Store anzeigt.

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