Apple iPad 3: Erfahrungsbericht Teil 1

iPad 3  und iPad 2 nebeneinander - Vergleich/TestMir ist klar, dass der Name iPad 3 so nach Wunsch von Apple nicht korrekt ist, sondern einfach nur “das neue iPad (2012)” oder “iPad (3.Generation)”, aber ich bleibe bei iPad 3 in meinen Artikeln. Ich denke, dass es so auch einfach klarer ist. Gestern war es endlich gegen Mittag soweit und Hermes hat mir mein neues iPad 3 (64 GB/4G in weiß) geliefert. Vorher war ich etwas skeptisch bzgl. Hermes als Logistikpartner von Apple, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Das iPad 3 war pünktlich da und die Dame war dazu auch noch sehr freundlich (zu meiner Mutter, die für mich das Gerät in Empfang nahm Zwinkerndes Smiley Danke Mama).

Ich bin dann mal eben in der Mittagspause los und habe schnell das iPad 3 verpackt mit ins Büro genommen. Dort wollte jeder mal schauen und diverse Tests und Vergleiche starten (auch mit meinem iPad 2 – auf dem Foto oben rechts). Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, es mal komplett einzurichten. Ich will jetzt hier gar kein großes Unboxing usw. machen, dies haben andere schon gemacht und äußerlich gibt es auch nicht wirklich viel zu sehen. Es ist etwas dicker (0,6 mm) und ca. 60 Gramm schwerer (jeweils 3G/4G-Version) als das iPad 2. Ansonsten sieht man äußerlich neben der Modellnummer auf der Rückseite nur den etwas größeren Durchmesser der Kameralinse.

iPad 3 etwas dicker als das iPad 2 - VergleichWarum ist das neue iPad nicht kleiner und leichter als das iPad 2? Das neue Display und der Prozessor benötigen einfach einen größeren Akku, um die Laufzeiten auf ähnlichem Niveau wie beim Vorgänger zu halten. Die 0,6 mm machen sich nicht wirklich bemerkbar und meine nicht originale Dockingstation passt immer noch einwandfrei. Auch das Smart Cover (welches ich bewusst nicht nutze) passt wohl noch. Hält man beide Geräte in der Hand ist der Unterschied im Gewicht schon zu spüren. Mich stört es aber nicht und die Gründe dafür sind verständlich. Das neue Retina-Display entschädigt dafür allemal.

Das neue Retina-Display

Der größte Unterschied liegt im neuen Retina-Display mit der Auflösung von 2048 x 1536 Pixel (264ppi). Ich habe das Display meines iPad 2 immer für sehr gut gehalten (was es auch ist), aber das Display des iPad 3 ist eine ganz andere Liga. Leider lässt sich die Sache auf Bildern nur schwer vergleichen. Ich denke, dass man die Unterschiede trotzdem erkennen kann. Wobei die Bilder des neuen Retina-Display leider nicht die Qualität in Natura widerspiegeln können.

Hier ein direkter Vergleich der Akkuanzeige und des Icons von Asphalt 6, welches schon für das neue iPad und die neue Auflösung optimiert wurde.

Vergleich der Displays iPad 2 gegen iPad 3 mit Retina-Display

Das nächste Bild zeigt einen Ausschnitt aus der Sidebar unseres Blogs. Auch hier sind die Texte deutlich schärfer und angenehmer zu lesen. Man braucht generell beim iPad 3 weniger zu zoomen, da auch kleine Schriften einwandfrei lesbar sind.

Texte, Webseiten und vieles mehr deutlich schärfer auf dem neuen iPad 3

Ein weiteres Bild zeigt einen Ausschnitt aus meinem RSS-Reader auf dem iPad. Den Unterschied sollte man mit einem Klick auf das Bild erkennen. Leider lässt sich aber die Qualität des Retina-Displays hier auch nur bedingt wiedergeben, es ist in Wirklichkeit noch deutlich schärfer.

Texte im RSS-Reader sind deutlich schärfer und besser lesbar

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier noch zwei weitere Vergleichsbilder. Meine Aufnahmen entstanden mit der Kamera in meinem Smartphone (HTC Radar).Facetime Icon und Akkuanzeige - iPad 2 vs. iPad 3

FeeddlerRSS auf iPad 2 und dem neuen iPad 3

 

Wer auf unseren Bildern noch keinen deutlichen Unterschied erkennt, sollte mal bei Engadget vorbeischauen. Die Jungs haben die beiden Displays unterm Mikroskop verglichen und man sieht dort den gravierenden Unterschied. Man braucht aber mit dem Gerät in der Hand kein Mikroskop und keine Lupe, um den Unterschied zu sehen. Dieser fällt auf den ersten Blick auch ohne direkten Vergleich der Geräte auf. Die extrem scharfe Schrift und die neuen optimierten Icons (noch nicht bei allen Apps aktualisiert) fallen sofort ins Auge. E-Mails, Webseiten, Einstellungsmenüs, Akkuanzeige und vieles mehr sind einfach unglaublich scharf und ohne jeden sichtbaren Pixel oder die bekannten Treppchen. Im direkten Vergleich fragt man sich wirklich wie man das beim iPad 2 gut finden konnte. Besonders für Leute, die das iPad auch als eBook-Reader verwenden, ist das neue Display ein echter Vorteil. Man merkt schnell, dass man auch bei kleineren Schriften auf Webseiten viel weniger zoomen muss, da auch kleinste Schriften absolut scharf und einfach lesbar sind.

Für mich persönlich ist diese Veränderung alleine Grund genug, um den Umstieg zu rechtfertigen. Das iPad 2 ist weiterhin ein sehr gutes Tablet und auch das Display ist gut, aber wer das iPad wirklich viel nutzt, sollte sich den Unterscheid auf jeden Fall mal selber anschauen.

Der neue Dual-Prozessor A5X, 1GB RAM und Quad-Core GPU

Hier ist es im Vergleich zum Display nicht ganz so einfach konkrete Unterschiede auszumachen. Man hat aber das Gefühl, dass so einige Dinge noch flüssiger als auf dem iPad 2 sind. Auch Ladezeiten verkürzen sich bei einigen Apps um ein paar Sekunden. Hierfür könnte auch der verdoppelte Hauptspeicher mit verantwortlich sein. Ich habe gestern gleich mal ein paar Euro in neue Apps investiert, die bereits für das neue Retina-Display optimiert sind. Man sieht den Unterschied bei einigen definitiv im direkten Vergleich, man merkt aber, dass viele Apps anscheinend sehr schnell optimiert wurden. So sind häufig erkennbar bessere Texturen im Einsatz, aber einzelne Grafiken, Zwischenszenen und Videos sind noch nicht optimiert worden. Hier wird es interessant, wenn die ersten Spiele kommen, die von Beginn an auch für das neue iPad 3 geplant und entwickelt werden.

In Benchmarks gibt es meist keine gravierenden Unterschiede bzw. verschiedene Ergebnisse. So hat die Chip z.B. dem iPad 3 deutliche Vorteile im Test mit Browsermark und dem Sunspider-Benchmark bescheinigt, hier kann ich nicht wirklich zustimmen. Ich habe beide Benchmarks mehrmals auf beiden Geräten (iPad 2/iPad 3- beide iOS 5.1 – alle anderen Apps geschlossen) laufen lassen und es gab keine gravierenden Unterschiede. Ich erhalte zwar ähnliche (leicht höhere) Ergebnisse beim iPad 3, aber die vom iPad 2 sind fast auf gleichem Niveau.

Im Endeffekt sind Benchmarks für den Alltag auch wenig aussagekräftig. Wichtig ist, was das Betriebssystem und die Apps mit der vorhanden Leistung anzufangen wissen. In Sachen flüssiger Bedienung war das iPad 2 schon der klare Favorit. Das neue iPad steht dem trotz deutlich höherer Auflösung in nichts nach und das ist für mich erst mal entscheidend.

Etwas wärmer wird das neue iPad im Vergleich zu seinem Vorgänger. Wenn man es im Hochformat hält spürt man auf der linken Seite die abgegebene Wärme des neuen Prozessor. Ich empfand das bisher aber nicht als störend. Man muss natürlich mal sehen, wie sich das neue iPad dann an heißen Sommertagen schlägt. Die neue Kühlung des iPad 3 ist schon ziemlich komplex.

Wer genau wissen will wie es in seinem iPad 3 so aussieht und was man für sein Geld bekommt, kann mal bei iFixit vorbeischauen. Auch wenn das Zerlegen dort sehr gut beschrieben ist, sollte man selber besser die Finger davon lassen.

Die neue Kamera auf der Rückseite

Die neue Kamera im iPad 3 - 1080p und 5-MegapixelWährend die Frontkamera unverändert zum iPad 2 bleibt, gibt es auf der Rückseite nun eine 5-Megapixel Kamera mit verbesserter Optik (iSight). Machen wir uns nichts vor, die Kamera im iPad 2 war ziemlicher Mist. Für Videos mit 720p noch ganz OK, aber Fotos waren ziemlich gruselig. 8Man konnte mal ein Foto machen, um es als Bild zum Kontakt zu speichern aber mehr auch nicht. Ich hab die Kamera abgesehen von Tests hier für den Blog so gut wie nie im Alltag genutzt. Einzig über Facetime, wenn man mal im Gespräch was vor sich zeigen wollte.

Die neue Kamera ist um Längen besser und wirklich brauchbar, wobei ein Tablet aus meiner Sicht zum Filmen oder Fotografieren weiter völlig ungeeignet bleibt. Die Kamera ist gut, kann aber nicht mit einer guten Digitalkamera oder auch der im iPhone 4S konkurrieren. Wer sich eine bessere Kamera gewünscht hat, bekommt diese mit dem neuen iPad. Neben der neuen Auflösung sorgen auch Autofocus, Videostabilisierung und Gesichtserkennung für bessere Bilder und Videoaufnahmen.Es sind nun auch Videoaufnahmen mit 1080p möglich, beim iPad 2 war bei 720p das Maximum erreicht. Ich habe für so was meine Kodak Playsport Zx5, deutlich handlicher, unempfindlicher und sogar für Unterwasseraufnahmen. Das 1080p Videomaterial der Kodak kann problemlos auf dem iPad 2/3 mit iMovie weiterverarbeitet werden.

Heute ist es schon zu dunkel, um mal ein Testvideo oder ein paar Bilder zu machen, vielleicht schaffe ich das zum sicher noch folgenden zweiten Teil meines Erfahrungsbericht zum neuen iPad.

Akkuleistung und Ladezeiten

Hier ist es noch zu früh um konkrete Aussagen zu treffen, sicherlich der Ladevorgang wird durch den größeren Akku länger dauern aber das stört mich nicht. Vergleiche der Laufzeit sind sowieso immer schwierig, da es etliche Optionen gibt, die einen Unterschied ausmachen. Hier wird man erst nach längerer Zeit merken, ob sich da was verändert hat. Ob nun 7 Stunden oder 10 Stunden bei Dauereinsatz ist mir auch relativ egal, beide Werte würden für mich völlig reichen. Mit meinem iPad 2 komme ich 2-3 Tage ohne Nachladen aus (WLAN/3G und Ortung immer an, Bluetooth aus). Leute, die intensiv Videos schauen oder sehr viel spielen, müssen ggf. schneller wieder aufladen.

Kein LTE in Deutschland

Ich muss zugeben, dass mir das auch erst richtig bewusst wurde, nachdem ich bereits bestellt hatte. Hier hätte Apple schon etwas genauer auf den Umstand der unterschiedlichen Frequenzen in Deutschland hinweisen müssen. Diverse Werbetexte wurden mittlerweile wohl verändert und LTE in der Vermarktung für Deutschland etwas zurückgenommen. Klar, für alle, die jetzt schon LTE nutzen oder die Anschaffung konkret planen (weil z.B. vorort kein schnelles DSL verfügbar ist), kann das sehr ärgerlich sein. Mich persönlich stört es nicht, da ich die Anschaffung sowieso in naher Zukunft nicht plane. Die Kosten sind mir noch zu hoch und der Ausbau noch zu gering. Der Preis für die Version mit 4G LTE ist nicht anders als letztes Jahr mit 3G. Ich habe derzeit eine Vodafone-SIM (Fyve) und somit bis zu 7,2 Mbit/s. Diese Geschwindigkeit erreiche ich aber nur selten bzw. genau dann, wenn auch eine WLAN-Verbindung zur Verfügung steht. Wer mit 7,2 Mbit noch nicht auskommt und noch mehr möchte, findet bei Vodafone oder T-Mobile auch noch deutlich schnellere, aber auch knackig teure Tarife. Klar, LTE wäre vom Surfgefühl deutlich näher an DSL als die HSPA+ oder DC-HSPA Verbindungen, aber damit müssen wir uns wohl abfinden. In einem Jahr gibt es sowieso dann das “noch neuere iPad”.

Diktierfunktion und kein Siri

Einige hatten sich wohl Siri fürs neue iPad gewünscht. Es bleibt aber zumindest vorerst nur bei der Diktierfunktion. Diese funktionierte im Test ganz ordentlich, aber nur mit Internetverbindung. Hier merkt man auch deutliche Geschwindigkeitsunterschiede zwischen WLAN und mobilen Verbindungen. Unterwegs habe ich deutlich schneller getippt, als die Diktierfunktion meine Spracheingabe analysiert und in Text gewandelt hat.

Erstes Fazit: Ich bin mal wieder zufrieden mit meiner Kauf-Entscheidung. Seit dem ersten sehr skeptischen Beginn mit dem beruflich bereitgestellten iPad 1 (damals noch mit starker Ablehnung gegenüber Apple und deren Produkten) habe ich mich mit dem eigenen iPad 2 dann wirklich zu einem intensiven und glücklichen iPad-Nutzer entwickelt. Klar, es ist nicht alles gut und ohne iTunes könnte das Ganze noch viel schöner sein, aber es ist einfach das beste Gesamtpaket. Tolle Optik, sehr gute Verarbeitung, erstklassige Apps die auch für Tablets optimiert sind und ein butterweiches und schnelles Betriebssystem. Der Preis ist sicher nicht gerade ein Schnäppchen, aber schaut Euch mal die Preise der kommenden Flaggschiffe auf Basis von Android an, die sind auch nicht wirklich günstiger. Die “Einschränkungen” und “Beschränkungen”, die viele vom Kauf eines iPad abhalten, sind aus meiner Erfahrung oft theoretisch. Meiner Meinung nach beschränkt man sich selber, wenn man derzeit zu einem anderen Tablet greift, nur weil das Gerät nicht von Apple sein darf. Für Bastler und Frickler mag das anders aussehen, aber ich habe ein Tablet, um damit zu konsumieren ohne viel Basteln. Aber jeder ist anders, ich spiele auch lieber mit einer Konsole als am PC (auch wenn mein PC dafür durchaus geeignet wäre).

Aber ich schweife wieder ab. Das neue iPad – Kaufempfehlung JA oder NEIN? Aktuell klares JA für alle, die wirklich viel mit dem Gerät machen und viel darauf Lesen und Surfen. Das neue Display ist einfach das Beste was es zurzeit gibt. Wer noch kein iPad hatte, sollte aus meiner Sicht möglichst gleich zum neuen iPad 3 greifen. Der Mehrpreis ist alleine für das Display gerechtfertigt.  Selbst Besitzer eines iPad 2 sollten den Verkauf und Umstieg in Betracht ziehen, die älteren Apple-Geräte sind sehr wertstabil und der Aufpreis sollte sich in Grenzen halten. Besitzer eines iPad 1 sollten sich wirklich Gedanken bzgl. eines zeitnahen Umstiegs machen. Wer nur surft und E-Mails liest, ist damit immer noch gut bedient. Aber Fotobearbeitung, Videobearbeitung, Spiele und viele weitere aktuelle Apps überfordern die “alte” Hardware mittlerweile.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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2 Kommentare

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    Gerne. Ich werde sicher nach einiger Zeit noch mal einen weiteren Bericht schreiben. Ich bin immer noch sehr zufrieden mit dem Umstieg vom iPad 2 auf das neue iPad. Das Retina-Display ist für mich alleine Grund genug, da es sich auf so gut wie alles was man mit einem iPad macht positiv auswirkt. Es sind noch nicht alle Apps optimiert aber das ist nur eine Frage der Zeit.

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    Ein klasse Erfahrungsbericht …ein Mitglied unserer kleinen Community http:\\www.ifreaks.de hat darauf verlinkt und ich muss sagen… vielen Dank!

    Ich werde in den nächsten Tagen wohl auch umsteigen. Mal sehen, inwieweit ich mich in Deinen Erfahrungen widerfinde. :)

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