Test: FRITZ!Box 7590 – das aktuelle Topmodell von AVM

Wir hatten bereits im Vorfeld mehrfach über die neue FRITZ!Box 7590 berichtet und seit Ende August ersetzt dieses Modell nun unsere bisherige FRITZ!Box 7490 (bzw. den baugleichen 1&1 HomeServer 50.000+ von 1&1). Wir haben unseren Test noch etwas verlängert, um auch noch mit der finalen Version von FRITZ!OS 6.90 testen zu können. Wir nutzen schon seit vielen Jahren Router von AVM und sind insgesamt immer sehr zufrieden. In der Vergangenheit haben wir durch Vertragsverlängerungen auch immer recht günstig auf neue Modelle umsteigen können. Seit letztem Jahr sind wird nun per Glasfaser über die Deutsche Glasfaser angebunden und dort gibt es leider keine AVM-Hardware im Rahmen des Vertrags. Aber natürlich wollten wir trotzdem einen Blick auf die FRITZ!Box 7590 werfen und schauen, ob ein Umstieg für uns sinnvoll wäre und welche Vorteile dieser Umstieg mit sich bringt. Wir testen wie immer im normalen Einsatz zu Hause und nicht in einem Labor. In diesem Beitrag haben wir alles festgehalten, was uns während der letzten Wochen im Praxiseinsatz aufgefallen ist. Ich spare mir in diesem Bericht genauere Erklärungen was eine FRITZ!Box ist oder welche Grundfunktionen diese Geräte bieten, dies dürfte den meisten bekannt sein. Ansonsten kann man sich hier natürlich beim Hersteller genauer über die technischen Daten informieren.

FRITZ!Box 7590 im Praxistest

FRITZ!Box 7590 – Das neue Design

Optisch hat man die FRITZ!Box 7590 doch noch mal grundlegend verändert. Nach der schon fast legendären FRITZ!Box 7490 kam irgendwann die FRITZ!Box 7580. Plötzlich stand die FRITZ!Box aufrecht, was schon eine gravierende Veränderung war. Das gefiel nicht jedem, von der grundlegenden Optik war aber auch dieses Modell schon schicker als die offiziellen Vorgänger mit sehr viel Rot. AVM verneinte bei der 7580 auch sehr schnell den Status als Nachfolger für die 7490. Heute wissen wir warum, denn dies sollte die FRITZ!Box 7590 werden. Dort hat man auch wieder auf ein „liegendes“ Gehäuse gesetzt.

Optisch finde ich das neuste Modell der FRITZ!Box sehr gelungen. Das Rot bei der originalen FRITZ!Box 7490 war mir persönlich immer schon zu viel. Während andere Geräte versuchten immer unauffälliger oder schicker zu werden, war das Rot zumindest für uns nicht ansprechend. Da wir die Modelle von 1&1 in schwarz nutzen, war das für uns kein Problem. Aber es ist sicher ein guter Schritt gewesen, dass die Farbe Rot bei der FRITZ!Box 7590 in den Hintergrund tritt. Nur noch das obere Lüftungsgitter ist in roter Farbe. Der obere Teil der Gehäuses ist sonst weitestgehend in Weiß und die Unterseite und die etwas versteckten Seiten sind in Grau. So mancher hängt die FRITZ!Box vielleicht in einen Schrank oder unter den Schreibtisch an die Wand, dann hat die Optik vielleicht nicht so viel Gewicht. Bei uns steht diese aber auf dem Schreibtisch und fügt sich da sehr gut ein. Ein mattes Weiß statt dem Hochglanz wäre aus unserer Sicht noch schöner und unempfindlicher gewesen, dies ist dann aber wirklich Geschmackssache. Mit dem neuen Design und der dezenteren Farbwahl muss man die FRITZ!Box auf jeden Fall nicht mehr verstecken.

FRITZ!Box 7590 – Die Anschlüsse

Wichtig bei einem solchen Router nicht natürlich auch immer die Anschlüsse. Neu im Vergleich zu der FRITZ!Box 7490 ist der WAN-Anschluss (Gigabit). Hier können Kabel- und Glasfasernutzer nun die Verbindung zum meist vorgegebenen Modem des Anbieters herstellen. Das war auch früher möglich, hier musste man dann aber über Einstellungen einen der 4 LAN-Anschlüsse dafür opfern. Die vier Gigabit-LAN-Anschlüsse der FRITZ!Box 7590 bleiben trotz zusätzlichem Kabel- oder Glasfasermodem frei. Das freut uns mit unserem Glasfaseranschluss natürlich (war aber bei der von uns übersprungenen 7580 auch schon so). Ansonsten hat man natürlich einen Anschluss für DSL/VDSL, ISDN, 2x analoges Telefon bzw. Fax und zweimal USB 3.0 (einmal hinten und einmal links an der Seite). Hier ist es wichtig zu wissen, dass die USB-Anschlüsse ohne manuelle Aktivierung in der Benutzeroberfläche (Heimnetz/USB-Geräte/USB-Einstellungen) erstmal nur als USB 2.0-Anschlüsse fungieren. Erst mit der Aktivierung der entsprechenden Option werden die Anschlüsse zu USB 3.0-Anschlüssen. Natürlich unterstützt die FRITZ!Box 7590 auch DECT für die FRITZ!Fon-Geräte und andere Telefone.

FRITZ!Box 7590 - Rückseite - Anschlüsse

FRITZ!Box 7590 – DSL – Supervectoring für bis zu 300 MBit/s

In Sachen DSL ist die FRITZ!Box 7590 nicht nur aktuell, sondern ihrer Zeit sogar etwas voraus. Das kann für Nutzer, die langfristig weiter auf DSL setzen aber durchaus mehr Zukunftssicherheit bringen. Die meisten werden sehr zufrieden sein, wenn per DSL Geschwindigkeiten im Bereich von 50 MBit/s und mehr angeboten werden. Von 100 MBit/s und mehr dürften die meisten nur träumen. AVM spricht dank Superverctoring von DSL-Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s. In der Praxis sind solche Geschwindigkeiten noch überhaupt nicht verfügbar. Die Telekom plant für die zweite Jahreshälfte 2018 mit Supervectoring und Geschwindigkeiten bis 250 Mbit/s. Wie bei allen neuen Geschwindigkeiten darf man davon ausgehen, dass diese zumindest zuerst nur in ausgesuchten Gebieten starten. Somit werden die meisten DSL-Nutzer wohl frühestens Ende 2018/Anfang 2019 wirklich davon profitieren können. Wer neu kauft, bekommt so mehr Zukunftssicherheit. Alle, die noch mit DSL-Geschwindigkeiten von 100 MBit/s und weniger unterwegs sind, benötigen Supervectoring nicht. Natürlich kann die grundsätzlich neue Technik in der FRITZ!Box 7590 ggf. auch dort das eine oder andere MBit/s mehr rausholen, für alles bis 100 MBit/s reicht aber auch die normale Vectoring-Unterstützung der Vorgängermodelle.

FRITZ!Box 7590 –  schnelles WLAN AC mit Multi-User MIMO

Eine der für uns interessanten Dinge war die verbesserte WLAN-Technik. Wir leben auf zwei Ebenen in einer Maisonettewohnung und die FRITZ!Box steht unten im Arbeitszimmer, der Wohn- und Küchenbereich inkl. Terrasse ist aber oben. Unsere FRITZ!Box 7490 schaffte es nicht, unsere Wohnung inkl. Terrasse mit ausreichendem WLAN zu versorgen. Hier mussten wir mit einer Powerline-Lösung nachhelfen (FRITZ!Powerline 510/540E), die auch noch mal im oberen Bereich ein WLAN bereitstellt. Dies funktionierte dann zu unserer Zufriedenheit und große Downloads mit unserer Xbox One oder hochauflösende Streams waren so ohne Aussetzer möglich. Wir übertragen in der täglichen Praxis keine nennenswerten Daten innerhalb des Netzwerks (also z. B. von PC zu PC). Somit sind die vom Hersteller genannten Übertragungsraten von bis zu 1.733 MBit/s auf dem 5-GHz-Band plus 800 MBit/s auf dem 2,4-GHz-Band für uns nur Theorie. Dies dürfte auch den meisten anderen so gehen, da nur wenige Geräte solche Übertragungsraten überhaupt erreichen können. Selbst aktuelle PCs & Notebooks kommen mit der verbauten Technik noch nicht auf solche Werte, geschweige denn Smartphones oder Tablets. Dank unseres Glasfaseranschlusses (mit 100 Mbit/s in beide Richtungen) nutzen wir für den Datenaustausch einfach die Cloud.

Allerdings muss man heutzutage auch sehen, dass nicht nur ein Gerät im WLAN aktiv ist. Bei uns sind das mal locker bis zu 10 und mehr mit Smartphones, Tablets, Amazon Echo, Fire TV usw. Auch wenn diese Geräte nicht alle durchgängig aktiv sind, muss ein heutiger Router viele Geräte gleichzeitig bedienen. Und mit der neuen Technik der FRITZ!Box 7590 können bis zu vier WLAN-Datenströme parallel bereitgestellt werden. Wir wollten natürlich sehen, ob sich das auf unseren Alltag positiv auswirkt.

Zum Test haben wir mal das zusätzliche WLAN über Powerline deaktiviert und die FRITZ!Box 7590 alleine die Wohnung mit WLAN über zwei Etagen versorgen lassen. Diesen Test haben wir vor der Umstellung auf die 7590 auch mit unserer FRITZ!Box 7490 gemacht. Zum Test haben wir dann ganz normale Geräte wie unser Huawei P9 Lite und unser iPad Air genommen und an verschiedenen Orten in unserer Wohnung jeweils mehrfach die WLAN-Signalstärke (dBM) und den Datendurchsatz gemessen. Also was von unseren recht stabilen 100 MBit/s dann wo im Haus ankam. Natürlich waren beide Geräte auf Autokanal gestellt und hatten vor den Tests mehrere Wochen Zeit sich auf die Umgebung und die WLAN-Netzwerke der Nachbarn einzustellen.

FRITZ!Box 7590 vor FRITZ!Box 7490 (1&1-Modell)

Bei der Signalstärke gab es auf der unteren Ebene unserer Wohnung keine nennenswerten Unterschiede zwischen der FRITZ!Box 7490 und der 7590. Auf der oberen Ebene der Wohnung war das Signal der 7590 etwas stärker aber auch nicht stark genug um die Terrasse mit abzudecken. Eine wirklich größere Reichweite gab es in unserem Fall also schon mal nicht. Das ist aber natürlich alles immer abhängig von der Wohnung, den Wänden, Störfaktoren usw.

Beim Datendurchsatz zeigten sich die Vorteile der FRITZ!Box 7590 im Nahbereich (gleicher Raum und ein Raum weiter) um die FRITZ!Box 7590. Hier kamen wir von unseren verfügbaren 100 Mbit/s im Durchschnitt auf 10-20% mehr Datendurchsatz als mit unserer 7490. Das war auch mit mehreren Messungen sehr konstant. Bei Räumen, die weiter entfernt waren, wie der Raum unten am gegenüberliegenden Ende des Gebäudes oder auf der oberen Ebene gingen diese Vorteile aber schnell verloren. Beim Datendurchsatz im Download waren die Werte hier auf identischem Niveau der FRITZ!Box 7490. Anders sah es beim Upload von unserem iPad aus. Hier fielen die Übertragungsraten bei der FRITZ!Box 7590 deutlich ab und das nahm bei weiterer Entfernung sogar noch zu, sodass wir in an weit entfernen Stellen nur noch die Hälfte der Uploadgeschwindigkeit erreichten, wie zuvor in den Messungen bei der FRITZ!Box 7490. Wir haben die Messungen natürlich noch mal wiederholt, kamen aber wieder zu diesem Ergebnis. Die Downloadrate war wie gesagt kein Problem, hier glichen sich die Werte mit denen der 7490. Den genauen Grund konnten wir nicht ermitteln. Natürlich gibt es immer Einflüsse von außen durch Störfaktoren, daher haben wir wie gesagt die Messungen mehrfach wiederholt, es zeichnete sich aber an mehreren Tagen dieses Bild ab. Im Nahbereich war die 7590 spürbar und messbar schneller im Datendurchsatz, bei steigender  Entfernung verschwand dieser Vorteil aber langsam und in Sachen Uploadrate sanken die Werte sogar teilweise deutlich unter die Messungen mit der FRITZ!Box 7490. Wir hatten wie gesagt auch die neuste Version FRITZ!OS 6.90 im Einsatz.

FRITZ!Box 7590 – mit USB 3.0 (wenn man es aktiviert)

Wie oben im Bereich der Anschlüsse schon vermerkt, unterstützt die FRITZ!Box 7590 auch USB 3.0, wenn man diesen Standard in der Benutzeroberfläche (Heimnetz/USB-Geräte/USB-Einstellungen) aktiviert. AVM wirbt bei den FRITZ!Boxen auch gerne mit der Funktionalität in Sachen Mediaserver und NAS. Vergleicht man die integrierte Lösung mit externen Geräten speziell für diese Zwecke, dann schneidet die FRITZ!Box in Sachen Funktionsvielfalt und Geschwindigkeit eher mäßig ab. Wirklich ersetzen kann die FRITZ!Box z. B. eine seperate NAS-Lösung nicht. Wer aber die Funktion nur in geringerem Umfang nutzt und auch nicht von riesigen Datenmengen abhängig ist, kann die Funktionen vielleicht sinnvoll nutzen.

FRITZ!Box 7590 USB 3.0 Anschlüsse

Nutzer, die diese Funktionen einsetzen oder versucht haben diese zu nutzen, hatten häufig den Wunsch nach USB 3.o, um mit entsprechenden Speichermedien eben höhere Datenraten zu erreichen. Direkt an einem PC oder Notebook sind die Unterschiede im Datendurchsatz zwischen USB 2.0 und 3.0 schon sehr erheblich. Das erhoffte man sich natürlich auch durch entsprechende Anschlüsse an der FRITZ!Box. Aber im Test kamen wir nur auf Übertragungsraten von 14 bis 20 MB/s. Das ist deutlich besser als bei der FRITZ!Box 7490, welche bei uns oft unter 10 MB/s lieferte, aber weiterhin langsam. Bei guter Verbindung mit unserem Glasfaseranschluss können wir eine Datei dann ggf. schneller aus dem Internet laden als vom im Netzwerk verbundenen USB-Speichermedium.

FRITZ!Box 7590 mit FRITZ!OS 6.90 und WLAN Mesh

Wir haben die FRITZ!Box 7590 in den letzten Wochen auch noch mit der neusten Version des Betriebssystems FRITZ!OS 6.90 getestet. Hier wurde z. B. die Heimnetz-Übersicht verbessert und WLAN Mesh offiziell eingeführt. Damit kann man sein heimisches WLAN mit entsprechenden WLAN-Repeatern oder Powerline-Geräten mit WLAN vergrößern und verbessern. Und man erstellt nicht mehre Netzwerke mit eigenem Namen, Passwort usw., sondern dank der neuen Funktion wir im Grunde ein großes WLAN über alle Geräte erstellt, welches sich von einem Punkt aus konfigurieren und steuern lässt. Dies haben wir sowohl mit unserer FRITZ!Box 7490 als auch jetzt mit der FRITZ!Box 7590 genutzt und sind mit der Option in der Praxis sehr zufrieden. Einen Unterschied zwischen den beiden Routern konnten wir bei dieser Funktion nicht feststellen.

WLAN Mesh mit FRITZ!OS 6.90

Grundsätzlich ist FRITZ!OS und damit die sehr umfangreiche aber trotzdem übersichtliche Funktionsvielfalt sicher für viele ein Grund zu einer FRITZ!Box zu greifen. Egal welches Modell man nimmt, von einem Schnäppchen kann man in der Regel nicht sprechen. Dafür gibt es aber regelmäßig neue Updates, die weitaus mehr als nur Fehlerbehebung wie bei anderen Anbietern mit sich bringen. Neue Funktionen und grundlegende Verbesserungen sind bei AVM regelmäßiger Standard und das nicht nur für die neusten Modelle. Wer einfach nur einen Router und simples WLAN will, der wird zumindest nicht zu einem aktuellen Gerät greifen. Wer aber neuste Technik möchte oder sich einfach über Jahre an die einfache Bedienung und Funktionsvielfalt gewöhnt hat, wird diese vermutlich nicht mehr missen wollen.

FRITZ!Box 7590 – Probleme – Aussetzer und Hänger

Wenn man sich die Rezensionen der FRITZ!Box 7590 genauer anschaut, gibt es neben vielen positiven Meinungen über die FRITZ!Box 7590 auch eine nicht zu übersehende Anzahl an kritischen Stimmen. Grund sind meist Aussetzer, Hänger oder Verbindungsabbrüche welche seitens der Kunden die verschiedensten Ursachen von DSL, WLAN oder der Box selbst zugeordnet werden. Mit diesen Problemen waren wir zu Beginn in unserem Test auch konfrontiert. Beim Streaming von Musik oder Videos gab es einfach mal eine Pause oder im Zweifel je nach App auch mal einen kompletten Hänger. Das passierte bei Zattoo, Amazon Video, Netflix oder auch Amazon Music über verschiedene Geräte. Selbst bei Aufruf einer einfachen Webseite gönnte sich der Ladebalken mal die eine oder andere Gedenksekunde. Probleme in der DSL-Verbindung konnten wir ausschließen, da wir Glasfaser nutzen und die Verbindung stabil vorhanden war. Die Internetverbindung war auch zu keinem Zeitpunkt ansatzweise ausgenutzt. Bei der Vielzahl der betroffenen Dienste konnten wir Fehler seitens der Anbieter auch weitestgehend ausschließen. Dann gab es auch ein entsprechendes Update für die FRITZ!Box 7590 das einige Verbesserungen brachte. Mit dem letzten Update von FRITZ!OS 6.90 wurde es dann deutlich besser.

Mit der neusten Version haben wir keine Aussetzer mehr im Browser und auch Amazon Music, Netflix und Amazon Video laufen ohne Aussetzer. Einzig Zattoo hängt zwischendurch immer mal wieder obwohl die Internetverbindung noch nicht mal zu 10% ausgelastet wird und die Verbindung grundsätzlich da ist. Dabei ist es auch egal ob das genutzte Fire TV der ersten Generation per WLAN oder Kabel (über Powerline) verbunden ist, die Aussetzer kommen zeitweise immer noch vor und dann auch mehrmals gehäuft hintereinander. Es gibt aber auch Zeiten wo mehrere Stunden alles reibungslos läuft. Mit der FRITZ!Box 7490 hatten wir diese Probleme bei gleicher Konfiguration vorher nicht. Da aber auch Zattoo seine App aktualisiert hat und es aktuell bei uns nur dort auftritt, können wir es nicht zu 100% der 7590 zuschreiben.

FRITZ!Box 7590 mit FRITZ!OS 6.90 im Test

Unser Fazit

Insgesamt ist die FRITZ!Box auf jeden Fall ein aus unserer Sicht optisch wie technisch sehr überzeugender Router. Das neue Design gefällt und in Sachen DSL und WLAN ist man ganz vorne dabei bzw. teilweise der Zeit sogar vor raus. Wenn man andere Tests betrachtet, schafft die FRITZ!Box 7590 auf kurzer Distanz übers WLAN 800 MBit/s und mehr im Netzwerk. Das war für uns aber uninteressant, da wir keine großen Daten zwischen zwei PCs etc. austauschen. Und die Geräte in direkter Nähe zur FRITZ!Box sind sowieso verkabelt. Die einfache Übertragung der normalen Internetverbindung an Geräte per WLAN war gut und im Nahbereich auch schneller als bei der FRITZ!Box 7490. Bei weiterer Entfernung ließ bei uns der Vorteil aber schon deutlich nach. Bei größeren Entfernungen und dem Uploadspeed waren die Werte sogar teilweise deutlich schlechter als bei der FRITZ!Box 7490. Hier konnten wir den Grund aber nicht genau ermitteln und in einer anderen Wohnumgebung können sich natürlich auch andere Erfahrungen ergeben. Für uns ist es aber kein nennenswerter Vorteil in Sachen WLAN, was aber auch an unserer Nutzung liegt wo einfach nur die Internetverbindung in der Wohnung verteilt werden und nicht etliche Gigabyte an Daten per WLAN hin- und hergeschoben werden.

Die Zukunftssicherheit in Sachen DSL ist natürlich generell gut, für uns mit Glasfaser aber uninteressant. Wir würden an unserem Wohnort aktuell nur DSL 16.000 ggf. dann irgendwann mal im kommenden Jahr DSL 50.000 bekommen. Für beides bzw. sogar für Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/s würde aber auch unsere „alte“ FRITZ!Box 7490 reichen. Die NAS-Geschwindigkeit über USB 3.0 (wenn aktiviert) verändert sich schon deutlich spürbar, allerdings immer noch weit weg von richtigen NAS-Lösungen. Da wir die USB-Anschlüsse in der Praxis nicht nutzen, wäre aber auch das für uns kein Grund für einen Umstieg.

Das waren dann aus unserer Sicht auch schon die wichtigsten Kriterien. Der zusätzliche WAN-Anschluss, welchen es aber auch schon bei der FRITZ!Box 7580 gab, ist auf jeden Fall gut für uns aber auch kein zwingender Grund für einen Wechsel auf das neuste Modell.

Wer aus eine FRITZ!Box 7490 oder FRITZ!Box 7580 besitzt, kann diese aus unserer Sicht ganz entspannt weiternutzen. Wer mit der FRITZ!Box 7490 unterwegs und nur auf WLAN angewiesen ist und viele Daten hin und her schiebt, kann das natürlich etwas anders sehen. Bei den neusten DSL-Standards macht der Umstieg aktuell keinen Sinn, da diese in der Praxis noch gar nicht zur Verfügung stehen.

Wer eine sehr viel ältere FRITZ!Box besitzt oder ggf. auch erstmals auf eine solche setzen will, sollte es aus unserer Sicht von der eigenen Nutzung und auch den aktuellen Preisunterschieden ausmachen.

Die Aussetzer die wir zu Beginn mit der FRITZ!Box 7590 hatten, wurden durch ein Update behoben. Die speziellen Probleme mit Zattoo können wir auch nicht sicher der FRITZ!Box 7590 zuordnen. Da wir zu dieser spezifischen Kombination auch keine anderen Anwenderberichte finden konnten und die Probleme auch nicht konstant sind, haben wir diese bei der Benotung nicht berücksichtigt.

Update 05.11.2017: Nach dem Test der FRITZ!Box 7590 haben wir wieder auf unsere 7490 umgestellt. Ab diesem Zeitpunkt gab es keine Aussetzer mehr – siehe Kommentare unten.

Update 09.11.2017: Das heute erschienene Update auf FRITZ!OS 6.92 soll weitere Probleme und Aussetzer beim Streaming in Verbindung mit IPv6 beheben.

Die Bedienung und Funktionsvielfalt des aktuellen Betriebssytems FRITZ!OS 6.90 lässt wenige Wünsche offen und ist vermutlich für so manchen neben der aktuellen Hardware der Entscheidungsgrund schlecht hin. Zusammen mit unseren mobilen FRITZ!DECT-Telefonen, den FRITZ!DECT 200/210-Steckdosen sind wir schon sehr zufrieden. Einzig die langsame Entwicklung im Bereich Smart Home ist sehr schade, egal ob es nun um neue Smart Home-Komponenten oder z. B. die Unterstützung von Amazon Echo oder auch Google Home geht. Da wird AVM rasant von chinesischen Anbietern überholt, die günstige Leuchtmittel oder Steckdosen mit Alexa-Steuerung für kleines Geld anbieten. Um den Preis geht es bei vielen Smart Home-Anwendern auch nicht, da diese häufig schon viel investiert haben. Aber wenn Hobby-Entwickler Alexa Skills für die FRITZ!DECT-Steckdosen entwickeln können, die AVM für schwierig bzw. nur schwer umsetzbar hält, dann muss man schon etwas schmunzeln. Trotz bisher fehlender IPv6-Unterstützung (die viele Glasfaser- bzw. Kabelkunden wie uns betrifft) und so mancher unfairen Bewertung schafft es der Skill schnell in die Top-Platzierung aller Smart Home-Skills für Alexa. Vergleicht man die Anzahl der Bewertungen mal mit anderen Skills, dann sollte AVM klar sein, dass hier nicht nur eine kleine Zielgruppe auf offizielle Unterstützung wartet. Eine Bewertung schreiben immer nur sehr wenige, vor allem wenn eine App oder ein Skill reibungslos und werbefrei funktioniert.

Insgesamt kommen wir so auf die Note „gut„. Der aktuelle Preis ist mit rund 269 € kein Schnäppchen, aber in der Regel eine Investition von der man problemlos mehrere Jahre profitieren kann. Die Probleme mit dem WLAN-Upstream bei weiterer Entfernung waren in unserer Umgebung ärgerlich und die USB-Performance wurde zwar spürbar verbessert, die Einsatzzwecke sind aber begrenzt und unter der Bezeichnung NAS bzw. mit USB 3.0-Unterstützung dürfte so manche Erwartung in Sachen Übertragungsraten enttäuscht werden. Anderseits ist dies auch nur eine Zusatzfunktion und nicht der Hauptzweck der FRITZ!Box. Insgesamt hätten wir aber erwartet, dass wir in unserer Praxis zwischen einem Gerät aus dem Jahr 2013 und dem neuen Topmodell aus diesem Jahr deutlichere Unterschiede in der Praxis erkennen. Das diese nicht so gravierend sind, liegt aber zum Teil natürlich auch daran, dass auch das „alte“ Modell das gleiche neue Betriebssystem mit Verbesserungen wie z. B. WLAN Mesh erhält und AVM hier nicht nur die letzte Generation bevorzugt. Und dieses Vorgehen seitens AVM muss man an der Stelle uneingeschränkt loben, hier werden ältere Modelle nicht benachteiligt.

Empfehlen kann man die FRITZ!Box 7590 ohne Bedenken, in vielen Fällen wird aber die günstigere FRITZ!Box 7580 oder auch eine ältere FRITZ!Box 7490 ähnlich gute Dienste leisten. Auch die Rezensionen bei Amazon spiegeln ein gemischtes Bild wieder. Viele Nutzer sind sehr zufrieden und haben auch spürbare Vorteile zu älteren Modellen, es gibt aber auch zahlreiche Berichte über Probleme die mit alten Modellen nicht auftraten. Wieder andere hätten sich ähnlich wie wir auch mehr spürbare Vorteile erwartet. Somit bleiben wir nach längerer Überlegung auch vorerst bei unserer FRITZ!Box 7490 solange diese noch funktioniert.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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2 Kommentare

  1. Update 09.11.2017: AVM veröffentlicht neues Update für Streaming-Aussetzer in Verbindung mit IPv6.

  2. Nach der Rücksendung des Testgerätes ist nun wieder unsere FRITZ!Box 7490 (1&1 Homeserver) im Einsatz. Die Probleme mit Aussetzern sind seit dem völlig weg. Auch Zattoo läuft einwandfrei und ohne jeden Aussetzer. Vielleicht mag die neue FRITZ!Box 7590 auch nicht die Kombination mit unserer schon älteren Powerline-Lösung (510/540E).

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