Test: FRITZ!Fon C6 – schnurloses DECT-Telefon von AVM

Wie bereits in den Vorberichten angekündigt, haben wir in den letzten Wochen das neuste schnurlose DECT-Telefon von AVM mit dem Namen FRITZ!Fon C6 getestet. Dieses wurde im August 2018 vorgestellt, es hat jetzt aber über ein Jahr gedauert, bis vom neusten Modell wirklich die ersten Geräte im Handel verfügbar waren. Wer bereits ein FRITZ!Fon MT-F, FRITZ!Fon C4 oder C5 nutzt, wird im Testbericht auch einige Vergleiche finden, da wir diese drei früheren Modelle auch immer noch einsetzen. Für Neueinsteiger in Sachen FRITZ!Fon sei gesagt, dass diese DECT-Telefone nur in Verbindung mit einer passenden FRITZ!Box wirklich Sinn machen. Wer keine FRITZ!Box nutzt und auch keine Anschaffung plant, braucht das Telefon aus unserer Sicht nicht in Betracht zu ziehen (obwohl die Grundfunktionen mit anderer Basisstation möglich wären). Wer aber eine der FRITZ!Box-Modelle mit DECT-Funktion hat und das sind mittlerweile sehr viele Modelle, bekommt diverse Vorteile gegenüber einem üblichen schnurlosen Telefon. Nun wollen wir aber einfach mal der Reihe nach die wichtigsten Punkte durchgehen und von unseren Erfahrungen in Verbindung mit unserer immer noch im Einsatz befindlichen FRITZ!Box 7490 berichten. Die DECT-Telefone von AVM können natürlich auch z. B. mit der neueren FRITZ!Box 7590 genutzt werden. Uns überzeugte das neuste Modell der FRITZ!Box in einem Test kurz nach Release nicht vollständig und so sind wir bei der FRITZ!Box 7490 geblieben. Falls Ihr ein anderes Modell einsetzt, schaut einfach mal in die Produktliste bei AVM. Geeignete FRITZ!Boxen sind dort mit einem gelben DECT-Hinweis versehen.

Testbericht FRITZ!FON C6 von AVM - neues DECT Schnurlostelefon

Lieferumfang / Optik / Einrichtung

In der Verpackung findet man das DECT-Telefon selbst, die Ladeschale mit fest verbundenem Netzteil und eine Kurzanleitung. Für manchen könnte die Anleitung sicher etwas länger sein, wir finden diese aber völlig ausreichend. Da AVM per Firmware-Updates häufiger Änderungen an der Oberfläche oder auch Ergänzungen und Optimierungen von Funktionen vornimmt, wäre diese nicht sonderlich lange aktuell und das Papier kann man auch der Umwelt zuliebe sparen. Daher macht der Verweis auf die PDF-Version deutlich mehr Sinn. In diesem Handbuch zum FRITZ!Fon C6 findet man dann wesentlich ausführlichere Informationen zur erweiterten Einrichtung und den möglichen Funktionen.

Während der Vorgänger, das FRITZ!Fon C5 in Schwarz daher kam, ist das FRITZ!Fon C6 wieder komplett in Weiß mit einigen silbernen Akzenten gehalten und geht damit optisch wieder Richtung des FRITZ!Fon C4. Hier ist es natürlich Geschmackssache, was einem besser gefällt. Im Vergleich zum Fritz!Fon C4 wirkt das C6 auf uns aber nochmal moderner und auch hochwertiger, wenn es auch nur Details sind. Das C5 war etwas länger als das C4 und das C6 ist noch mal minimal gewachsen. Das FRITZ!Fon C5 war etwas dünner (flacher) als das C4 und das ist auch im Vergleich zum neuen FRITZ!Fon C6 noch zutreffend. Das FRITZ!Fon C6 hat an der linken Gehäuseseite einen Anschluss für einen Kopfhörer bzw. ein Headset. Dieser Anschluss ist mit einer flexiblen Gummiabdeckung geschützt. Diese verbleibt auch bei der Nutzung am Gehäuse, man muss auf diese also nicht aufpassen oder sie immer wieder rein und raus machen. Beim FRITZ!Fon C5 war der Kopfhöreranschluss oben, beim C4 auch seitlich aber auf der rechten Seite. Wir nutzen den Anschluss nicht und können so schwer sagen, ob die neue Position jetzt Vorteile hat. Die Abdeckung kann sicher nicht schaden, wenn diese auch bei häufiger Nutzung noch so perfekt sitzt und hält wie jetzt.

FRITZ!Fon C6 Erfahrungsbericht - Fotos Rückseite, Ladestation und Netzteil

Während das Fritz!Fon C5 eher gradliniger und eckiger daher kann, ist beim FRITZ!Fon C6 alles wieder etwas runder. Beim FRITZ!Fon C6 gibt es wieder die beiden Lautstärketasten an der rechten Gehäuseseite. Diese Tasten gab es beim C4 oder MT-F so nicht, sondern hier wurde das mit der normalen Tastatur auf der Vorderseite gelöst. Ich habe bisher nur selten die Lautstärke verstellen wollen oder müssen, von daher habe ich die Tasten früher nicht vermisst und bei den neuen Geräte kaum genutzt. Wer aber vielleicht das Telefon immer mitnimmt und sich in Umgebungen mit stark unterschiedlichen Lautstärken bewegt, freut sich vielleicht über die Tasten. Die Verarbeitung des FRITZ!Fon C6 ist aus meiner Sicht wieder einwandfrei. Man setzt zwar bei den Materialien ausschließlich auf Kunststoff, das Telefon wirkt aber trotzdem wertig. Das FRITZ!Fon C6 ist für mich persönlich auch das Schönste der vier Modelle. Beim FRITZ!Fon C5 fand ich persönlich die glänzenden Gehäuseteile des Telefons und der Ladeschale nicht so optimal. Beim FRITZ!Fon C6 hat man komplett matte Oberflächen am Gerät, was mir gut gefällt. An der deutlich kleineren Ladeschale glänzt es seitlich aber auch etwas. Die geringeren Abmessungen der Ladeschale wurden vermutlich auch durch den Verzicht auf einen Anschluss für das Netzteil erreicht. Dieses ist fest mit der Ladeschale verbunden. Spontan hätte ich jetzt gesagt, dass ein einzelnes Netzteil schöner wäre, aber im Alltag hat das jetzt nicht gestört. Und bisher musste ich noch an keinem der anderen drei Vorgänger jemals das Netzteil tauschen. Falls jemand die Ladeschale gerne auch mal ohne Netzteil irgendwo nur als Halterung hingestellt hat, dann könnte das feste Netzteil stören. Dafür nimmt die Ladeschale selbst weniger Platz auf dem Schreibtisch ein und ist deutlich flacher. Kompatibel ist die neue Ladeschale leider mit keinem der Vorgänger, die Anschlüsse sind unten anders positioniert. Trotz der geringeren Größe steht die Ladeschale aber fest auf dem Schreibtisch und das FRITZ!Fon C6 lässt sich auch ohne großes Hinsehen einfach in die Ladeschale legen und sitzt dort genau so gut wie bei den zwei Vorgängern.

FRITZ!FON C6, Testbericht - Vergleich mit FRITZ!Fon C5, C4 und MT-F

von links – FRITZ!Fon C6, C5, C4 und MT-F

Die Einrichtung könnte aus meiner Sicht nicht einfacher sein. Zuerst entfernt man die Schutzfolie am unteren Teil des Telefons, welche die Verbindung zum Akku während des Transports unterbindet. Danach einfach die DECT-Taste an der FRITZ!Box / Basisstation drücken und die Verbindung ist aufgebaut. Somit wäre das Telefon jetzt schon einsatzbereit, man kann aber noch viele Dinge konfigurieren. Das geht los mit dem Telefonbuch, den Rufnummern, auf die das Telefon reagiert oder mit welchen es hinaustelefoniert, dem Namen des Mobilteils (praktisch bei mehreren Telefonen) und vielem mehr. Darauf gehen wir später noch näher ein. Was auch sofort auffällt, beim FRITZ!Fon C6 gibt es jetzt im unteren Teil der Rückseite eine separate „Klappe“ für das Akkufach (wie es auch beim alten MT-F der Fall war). Dieser Teil der Rückseite kann einfach nach unten weg geschoben werden. Das gefällt mir persönlich deutlich besser als bei den zwei Vorgängern. Hier musste man mit einer Münze oder anderen Sachen die komplette Rückseite abnehmen. Auch wenn ich da so gut wie nie dran muss, war das bei den Vorgängern immer sehr fummelig und die Münze zum Öffnen hinterließ auch gerne mal unschöne Spuren. Der Akku hat beim C6 auch etwas mehr Kapazität, dazu aber später mehr.

FRITZ!Fon C6 in der Seitenansicht - Verdeckter Kopfhöhreranschluss - Testbericht

Das Display / Die Tastatur

Beim Display hatte AVM damals bei der Vorstellung des FRITZ!Fon C5 von einem hochauflösenden Display gesprochen. Hier hatten dann viele eine höhere Auflösung oder ein verbessertes Display im Vergleich zum FRITZ!Fon C4 erwartet, was aber nicht der Fall war. Die Auflösung ist auch beim FRITZ!Fon C6 mit 240 x 320 Pixeln (180ppi) identisch geblieben, genau wie die Displaygröße selbst. Beim C5 empfand  ich die Helligkeit (bei 100%) etwas dunkler als beim C4. Den gleichen Effekt habe ich jetzt auch, wenn ich das neue FRITZ!Fon C6 mit dem C5 vergleiche. Hier erscheint das C6 jetzt wieder einen Tick heller als das C5 (genau wie das C4 zuvor). Es ist aber minimal und ich bin mir heute auch nicht mehr sicher, ob es das Display selber ist oder die Schutzscheibe davor, die es beim C5 einfach weniger lichtdurchlässig ist bzw. die Farben insgesamt etwas grauer wirken lässt. Es kann aber auch einfach eine optische Täuschung durch das hellere Gehäuse des C6 und C4 sein. Also wer mit dem Display der Vorgänger zufrieden war, wird es auch hier sein bzw. muss deshalb sein vorhandenen Vorgänger nicht austauschen. Klar, selbst einfachste Smartphones haben heute eine höhere Auflösung und Pixeldichte, aber aus meiner Sicht muss das hier auch nicht sein. Das würde auch nur zulasten des Akkus gehen und kaum einer wird wirklich länger auf das Display seines normalen Telefons schauen.FRITZ!Fon C6 getestet - DECT-Telefon für die FRITZ!Box - Nahaufnahme Tastatur

Die Tastatur ist im Vergleich zum C5 und C4 etwas gewölbt, wie die komplette Gehäusevorderseite. Die einzelnen Tasten sind auch wieder beleuchtet, sodass auch ein Einsatz in dunklen Räumen problemlos möglich ist. Die Tasten sind nicht wie beim C4 in silber, sondern in dem Weiß des Gehäuses. Für mich die beste Tastatur, das C6 liegt zumindest in meiner Hand ideal und die Tasten haben einen guten Druckpunkt wie auch schon beim C5. Die Tasten oben unter dem Display, rechts und links von der mittleren Menütaste, haben beim C6 erstmals so kleine Erhebungen wie auf der Zahlentaste „5“. Das ermöglicht noch besser eine Bedienung ohne genaues Hinsehen. Da die Tasten unter dem Display bei der Bedienung der Menüs sehr häufig zum Einsatz kommen, finde ich das hilfreich. Auch der Außenring um die OK-Taste in der Mitte ist etwas breiter als beim C5, was mir bei der Bedienung entgegen kam.

Akku / Laufzeit / Abmessungen

Hier kann man kurz und knapp schon mal sagen, das C6 hat einen Akku mit mehr Kapazität als seine Vorgänger. Waren es da 750mAh so sind es jetzt beim FRITZ!Fon C6 1000 mAh, also ein Drittel mehr. Etwas verwirrend wird es jetzt, wenn man die heute angegebenen Daten von AVM vergleicht. Zur Zeit unseres Testberichtes zum FRITZ!Fon C5 sprach AVM von 10 Stunden Gesprächsdauer und 12 Tagen im Stand-by. Schaut man heute auf die Produktseite des C5 sind es immer noch 10 Stunden Gesprächszeit, aber „nur“ noch 8 Tage Stand-by. Vielleicht hat AVM hier einfach damals zu viel angegeben, denn schon in unserem Test waren die 12 Tage damals nicht erreichbar. Eine gute Woche war drin, danach meldete sich das Gerät ab. Beim FRITZ!Fon C6 werden jetzt von AVM bis zu 16 Stunden Gesprächsdauer angegeben und bis zu 12 Tage Stand-by. Das ist mehr als man rein rechnerisch bei 250 mAh mehr Akkukapazität erwarten würde. Wir haben jetzt keine 16 Stunden am Stück telefoniert, diese dürfte man auch nur unter Idealbedingungen erreichen. Beim Stand-by war die längere Laufzeit zu erkennen, nach etwas mehr als 10 Tagen war der Akku dann aber bei uns leer. Das hängt natürlich auch vom Empfang zur Basisstation ab, wobei in unserem Test das Telefon im selben Raum mit der FRITZ!Box war. Vielleicht hat AVM auch softwareseitig oder in Sachen Hardware noch etwas geändert, was die Laufzeit verlängert. Wer gerne etwas mehr Laufzeit als bei den alten Modellen hätte, sollte zum FRITZ!Fon C6 greifen. Auch wenn die Idealwerte bei uns im Stand-by nicht erreicht wurden, war die Verbesserung aber klar erkennbar und der größere Akku erklärt die Verbesserung natürlich auch. Auch bei der Zeit, die zur Aufladung für den Akku angegeben wird, gibt es mit 6 Stunden zumindest in den technischen Daten von AVM keine Unterschiede zwischen C5 / C6. Die angegebenen Daten bei AVM auf der Webseite lassen manchmal zweifeln, ob da einfach die alte Produktbeschreibung kopiert wurde und nicht alles aktualisiert wurde.

FRITZ!Fon C6 - neustes Telefon mit mehr Akkukapazität im Test

Der neue Akku ist von der Form etwas anders. Etwas schmaler und dafür länger, die Höhe ist identisch. Das wirkt sich etwas auf das Gehäuse aus. Auch wenn AVM aktuell beim C5 und C6 in den technischen Daten auf Ihrer Webseite von exakt gleichen Abmessungen spricht, gibt es Unterschiede. Die angegebenen ca. 150 x 48 x 15 mm und 111g passen auch zum C5. Beim C6 sind es händisch mit dem Lineal rund 151 x 48 x 21 mm. Also besonders bei der Höhe ist der Unterschied nicht mit dem „ca.“ zu begründen. Macht jetzt für mich keinen Unterschied, kommt aber durch die deutlich gewölbte Vorder- und Rückseite des FRITZ!Fon C6. In der Hand liegt das C6 für mein Empfinden am besten, muss dafür aber Kritik für das Ablegen auf dem Tisch einstecken. Durch die gerundete Rückseite und die etwas höher liegende Innenseite der Aussparung für den Lautsprecher, kann man das C6 als ideales Ersatzgerät beim Flaschendrehen verwenden. Da liegt es nicht schön und im Vergleich zu seinen Vorgängern kann man beim C6 keine Rufnummer wählen oder die Menüs bedienen, wenn das Gerät auf dem Tisch liegt. Es gibt immer noch Einsatzzwecke, wo das FRITZ!Fon im Dauereinsatz ist und nicht nach jedem Telefonat wieder in die Ladestation kommt, dann kann das störend sein. Andererseits kann man durch die Wölbungen an der Seite das Gerät gut greifen, wenn es auf dem Tisch liegt.

FRITZ!Fon C6 - wenig Kritik im Test

Sprachqualität / Reichweite

Seit mittlerweile mehr als 9 Jahren nutze ich nun ein FRITZ!Fon und konnte mich nie wirklich über die Sprachqualität beschweren. Ich habe parallel auch immer noch ein (zumindest früher) recht teures und kabelgebundenes ISDN-Telefon (ascom Eurit 30) im Einsatz. Nicht, weil ich es wirklich brauche, aber es ist da und falls der Akku des Mobilteils im Arbeitszimmer dann mal leer ist, kann ich darauf zurückgreifen. Natürlich kann die Qualität gerade bei VoIP auch von der Internetverbindung (und deren aktueller Auslastung) und der DECT-Verbindung abhängen. Ich hatte vorher einen einfachen 1&1 DSL-Anschluss 16.000 (effektiv 10-13 Mbit/s) und ich merkte auch während zeitgleichem Streaming von Filmen per Fire TV (max. HD) keine Probleme bei der Sprachqualität. Heute habe ich einen Glasfaser-Anschluss mit 400 Mbit Download/ 200 Mbit Upload und die Werte werden auch in der Praxis erreicht und beim Download auch gerne mal um so 20-25 MBit übertroffen. Somit wird es da bei uns trotz Alexa, UHD-Videostreams und Konsole keinen Engpass geben.

Unsere Wohnung geht über zwei Etagen, die FRITZ!Box 7490 steht unten und ich kann auch in der oberen Etage ohne irgendwelche Repeater etc. problemlos telefonieren. Einzig auf dem Balkon (genau entgegengesetzt im Gebäude zur FRITZ!Box und eine Etage höher) lässt der Empfang deutlich nach. Dann kommt es schon mal zu Unterbrechungen, aber nicht zu einem Abbruch der Verbindung. Man geht einfach einen Schritt zurück und der Empfang ist wieder da. Hier konnte ich auch keinen nennenswerten Unterschied zwischen dem C5 und C6 feststellen. Ich habe diese mal an verschiedenen Orten aufgestellt und die grobe Anzeige der Signalstärke im Display war immer identisch. Wer da größere Wege oder dickere Wände überwinden muss, kann sich mit entsprechenden DECT-Repeatern behelfen. Bei uns klappt es mit dem DECT-Signal besser als mit dem WLAN-Signal. Letzteres reichte nicht problemlos in die zweite Etage, sodass wir dieses per Powerline-Lösung von AVM oben zusätzlich verteilen. Hier haben wir dann im letzten Jahr auch wegen Glasfaser von der 510/540E Variante (mit bis zu 500 Mbit/s) auf die Powerline 1220E (bis 1.200 Mbit/s) umgestellt. Allerdings sind die Maximalwerte hier wirklich noch deutlich unrealistischer als die Angaben zum Kraftstoffverbrauch bei Autoherstellern. Denn selbst im gleichen Raum oder mit zwei Steckdosen nebeneinander erreicht man effektiv nicht mal die Hälfte. Aber das ist bei Powerline ein grundsätzliches Problem, mit Lösungen anderer Hersteller war es auch nicht besser und die gaben teilweise noch höhere Maximalwerte an. Über die manchmal fragwürdige Stabilität der Verbindung will ich gar nicht reden. Aber das schweift jetzt auch vom Thema ab.

Warum ein FRITZ!Fon und kein „normales“ DECT-Telefon?

FRITZ!Fons - Rückseiten im Vergleich - C6, C5, C4 und MT-F

von links FRITZ!Fon C6, C5, C4 und MT-F

Es muss auch an der FRITZ!Box nicht zwingend ein DECT-Telefon von AVM sein, man kann problemlos auch Geräte anderer Hersteller einsetzen. Andersherum könnte man das FRITZ!Fon bzgl. der Grundfunktion auch ohne FRITZ!Box (mit anderer Basisstation) einsetzen, was aber aus unserer Sicht wenig Sinn machen würde. Die Vorteile der FRITZ!Fon-Geräte sind die vielen Konfigurationsmöglichkeiten, Zusatzfunktionen und natürlich die optimale Anbindung an die FRITZ!Box. Das beginnt schon mit der einfachen Einrichtung, welche aber trotzdem extrem viele Einstellmöglichkeiten bietet, wenn man ins Detail gehen möchte.  Man kann sehr genau einstellen, auf welche Rufnummer das jeweilige Mobilteil (bis zu 6 Schnurlostelefone an einer FRITZ!Box möglich) reagieren soll, man kann Namen für die einzelnen Geräte vergeben, interne Kurzwahlnummern, Hintergrundbilder für den Startbildschirm oder Anrufer festlegen, Ruhezeiten (Klingelsperre) einrichten und vieles mehr. Und das muss eben nicht zwingend vom Telefon selbst erfolgen, sondern man kann das auch über per PC oder App mittels der Benutzeroberfläche der FRITZ!Box steuern. Auch bei der Einrichtung der Telefonbücher hat man beide Optionen für die Anlage und Pflege. Bei der FRITZ!Box  kann man ein globales Telefonbuch anlegen oder für jedes Telefon ein eigenes Telefonbuch. Andererseits kann man auch mit dem FRITZ!Fon diverse Funktionen der FRITZ!Box steuern, also z. B. WLAN an/aus, Rufumleitung an/aus oder auch Smart Home-Komponenten wie die Fritz!DECT 200/210 kann man über das Telefon steuern. Im Startbildschirm kann man mit der aktuellen Firmware auch Informationen zu der aktuellen Verbindung, der Anzahl der verbundenen Geräte im WLAN oder die CPU-Auslastung der Fritz!Box anzeigen lassen. Letzteres ist eher Spielerei, war uns in der einen oder anderen Situation aber schon mal hilfreich. Weitere Startbildschirme stellen Infos über Smart Home-Geräte (von AVM), den Anrufbeantworter, die Anrufliste oder auch eine Analoguhr im Display bereit.

FRITZ!Fon C6 Review - im Vergleich mit C5, C4 und MT-F - Seitenansicht mit Ladeschale

von links C6, C5, C4 und MT-F

Weiterhin kann man über das FRITZ!Fon auch sogenannte Internetdienste abrufen. Hiermit sind derzeit E-Mail, Internetradio, RSS-Feeds und Podcasts gemeint. Auch wenn das wahrscheinlich die wenigsten wirklich im Alltag brauchen, es ist in der Kombination durch FRITZ!Box (mit DECT-Funktion) und FRITZ!Fon möglich. Natürlich ist die Darstellung von E-Mails durch das Display stark eingeschränkt und mit Bildern und sonstigen Anhängen etc. kann man natürlich nicht arbeiten. Internetradio oder Podcasts kann man problemlos nutzen, wobei das natürlich nur mit einem Kopfhörer oder anderen über den 3,5 Klinkenanschluss verbundenen Lautsprechern wirklich Spaß macht. Der kleine Lautsprecher im Telefon ist dafür wirklich nur bedingt geeignet. Da das FRITZ!Fon kein Bluetooth unterstützt, ist man auch auf Kabellösungen angewiesen. Mit dem Mediaplayer kann man auch Musik von an der FRITZ!Box angeschlossenen Speichermedien oder anderen UPnP-Mediaservern abspielen. Bei RSS-Feeds sieht man nur das Nötigste in Textform, genau wie bei den zuvor genannten E-Mails.

Neben den oben genannten Internetdiensten gibt es noch die Komfortdienste Weckruf, Rufumleitung, Babyfon, Timer oder auch ein Nachtlicht. Der Weckruf sollte klar sein, man kann hier auch mehrere Wecker bzw. Wiederholungen einstellen. Die Rufumleitung kann man einfach in den Menüs ein- und abschalten, was sehr praktisch ist. Natürlich kann man die Rufumleitung in der FRITZ!Box im Detail konfigurieren (wann, wie schnell, wohin usw.). Beim Babyfon gibt man eine Zielnummer einstellen und kann auch noch die Empfindlichkeit der Raumüberwachung einstellen. Ab dem entsprechenden Lautstärkepegel im überwachten Raum wird dann eben die Zielnummer kontaktiert und man kann mithören. Über den Timer kann man sich erinnern lassen, wann die Waschmaschine fertig ist oder der Braten aus dem Backofen muss. Einfach Minuten (gehen auch mehrere Stunden) eingeben und den Timer starten, dann wird man rechtzeitig erinnert. Das Nachtlicht erklärt sich von alleine, hier wird das Display als Nachtlicht eingesetzt.

Alles nette Funktionen und vielleicht hat der ein oder andere Bedarf. Wobei ich persönlich glaube, dass in Zeiten von Smartphones und Tablets die meisten Dinge zumindest keine dauerhafte Verwendung mehr finden. Da sind die mobilen Geräte wie Smartphones oder Tablets einfach deutlich besser in Sachen Display, Darstellung, Leistung usw. Die Rufumleitung ist für mich ideal und täglich im Einsatz. Das Internetradio habe ich in früheren Zeiten schon mal genutzt, im Zeitalter von Amazon Alexa und Amazon Echo spielt das aber heute auch keine Rolle mehr bei uns. Hier vermisst man dann eher die Anbindung der FRITZ!Box und dem Drumherum mit Alexa oder auch dem Google Assistant. Klar, die Smart Home-Sachen von AVM arbeiten über DECT und ohne Cloud, was ja auch nicht verkehrt ist. Viele wollen vielleicht auch kein Smart Home über eine Cloudlösung. Aber die Beliebtheit von inoffiziellen Skills, die Smart Home-Geräte von AVM mit Alexa verbinden, ist nicht zu übersehen. Warum man da nicht zumindest optional mehr anbietet, ist mir immer noch schleierhaft. Diese inoffiziellen Lösungen schaffen es dann nämlich auch meine Steckdosen zu schalten, egal ob nun IPv4/IPv6/DS-LITE und welche Verbindung ich unterwegs habe. Die MyFRITZ!App versagt hier, sobald in unserem Fall (mit IPv6/DS-LITE) die mobile Verbindung nicht auch IPv6 unterstützt. Und abgesehen von der Telekom mit ihrem D1-Netz ist da aktuell mobil noch wenig zu machen mit IPv6. Klar geht das über die inoffizielle Lösung jetzt, da könnte AVM sich aber noch mehr Kunden zu treuen Fans machen. Selbst wenn ein offizieller Alexa Skill nur über das lokale Netzwerk auf die FRITZ!Box zugreifen würde. Wie toll wäre das, wenn ich Alexa einfach mal kurz „Schalte Rufumleitung ein“ sagen könnte, das Gast -WLAN per Sprache aktivieren könnte usw. Da finden sich sicher viele interessante Anwendungszwecke. Aber bisher hält sich AVM hier bedeckt und scheint nicht wirklich was zu planen.

FRITZ!Fon C6 - das aktuell beste DECT-Telefon von AVM für FRITZ!Box-Nutzer

Der Anrufbeantworter ist eine der für mich wichtigen Funktionen. Dieser kann sehr einfach aber umfangreich konfiguriert werden, es können auch mehrere Anrufbeantworter angelegt werden und auch das Abhören ist von überall einfach möglich. Über die MyFRITZ!App wie oben beschrieben leider mit unserer IPv6 zuhause nicht immer, aber im Zweifel dann per Anruf mit entsprechendem Kurzbefehl und PIN.

Sehr wichtig und in täglichem Gebrauch waren auch vor Alexa bei uns schon die Smart Home-Funktionen. Alle wichtigen Geräte wie PCs, Fernseher, Stereoanlage usw. sind an einer FRITZ!Dect 200 Steckdose und wurden per Telefon an oder aus geschaltet. Das ist zwar per Smartphone und Tablet auch möglich, hier sind die Wege beim Telefon über die Favoriten oder den speziellen Startbildschirm aber deutlich kürzer und schneller. Da die Steckdosen auch die Temperatur oder den Energieverbrauch messen, kann man am FRITZ!Fon auch schnell mal die Temperatur in den jeweiligen Räumen oder auch den Verbrauch abrufen. Mit Alexa kommt das Telefon hierfür bei uns allerdings so gut wie nicht mehr zum Einsatz. Dank des inoffiziellen Skills für Alexa, geht zumindest das Schalten von Steckdosen, Thermostaten und die Abfrage der Temperatur nun ohne Gerät in der Hand. Die Entwickler haben über die offizielle Schnittstelle aber leider nur Zugriff auf die Smart Home-Dinge und können daher andere Dinge wie Rufumleitung, WLAN usw. nicht über Alexa oder auch den Google Assistant steuern.

Interessant kann das FRITZ!Fon aber vielleicht sein, wenn man eine kompatible Türklingel mit Kamera nutzt oder auch eine per Link abzurufende Kamera hat, die man sich dann über das Display des FRITZ!Fon anschauen kann.

Fazit

Das FRITZ!Fon C6 ist ein sehr gutes DECT-Telefon für Besitzer eines FRITZ!Box-Routers (mit DECT-Funktion). Es gefällt mir optisch von allen Geräten am Besten und ich finde, es liegt ideal in der Hand. Leider eben nur in der Hand und nicht auf dem Tisch. Da wackelt es und lässt sich als Kreisel oder zum Flaschendrehen verwenden. Das sollte man in Zukunft verbessern. Dafür kann man die Klappe für den Akku beim C6 deutlich einfacher und ohne Hilfsmittel öffnen. Der Akku ist Sachen Kapazität um ein Drittel gewachsen, was sich natürlich positiv bei der Gesprächszeit und Stand-by-Zeit auswirkt. Die Ladeschale ist klein und kompakt, trotzdem standfest, nur das jetzt fest verbundene Netzteil ist vielleicht nicht für jeden ideal.

Was die Funktionsvielfalt angeht, ist das FRITZ!Fon unabhängig vom Modell einfach unschlagbar. Ja, viele der Funktionen wie E-Mails abrufen, sind vielleicht für die große Masse heute uninteressant, bei Sachen wie Podcasts oder Internetradio zeigen Kommentare im Blog aber durchaus noch Leser, die das regelmäßig nutzen. Es schadet ja nicht, wenn es Funktionen gibt, die man selbst nicht nutzt. Durch regelmäßige Updates verbessert AVM auch die Funktionen und geht dabei auch bei älteren Geräten weit über die reine Fehlerbehebung hinaus. So zeigen die FRITZ!Fon-Geräte z. B. seit einiger Zeit an, aus welchem Land ein Anruf kommt. Gerade unerwünschte Werbe- bzw. oft auch Betrugsanrufe (Ping-Anrufe) kann man so schnell erkennen und muss nicht überlegen, ob es doch eine deutsche Vorwahl sein könnte. Das könnte dem einen oder anderen Kosten für einen teuren Rückruf ersparen. Mit wenigen Schritten kann man solche Anrufe oder auch sonstige unerwünschte Nummern einfach für die Zukunft sperren. Das betrifft aber auch die Vorgänger und nicht nur das FRITZ!Fon C6. Aber es gibt auch immer wieder Neueinsteiger in Sachen FRITZ!Box und FRITZ!Fon, die sowas von „normalen“ Schnurlos-Telefonen nicht kannten oder der Anrufbeantworter da immer extra Hardware bedeutete.

Durch die schöne Optik, das sehr gute Gefühl in der Hand, der besseren Klappe auf der Rückseite, der Abdeckung des Kopfhörerausgang und dem größeren Akku ist das FRITZ!Fon C6 diesmal wirklich im Bereich unserer Bestnote „ausgezeichnet“. Auch das fest verbundene Netzteil mit der Ladestation hat unser Urteil da nur minimal getrübt. Die wacklige Rückseite wenn es auf dem Tisch liegt, kann stören, dafür kann man es durch die seitlichen Rundungen einfach vom Tisch wieder in die Hand nehmen. Ja, die meisten von uns werden nur noch selten über das „Festnetz“, welches heute meist VoIP bedeutet, telefonieren. Vielleicht stellen die meisten es nach der Nutzung auch gleich wieder in die Ladestation. Aber ich sehe unterwegs in diversen Firmen, Arztpraxen oder Handwerksbetrieben, wie die Geräte doch noch sehr stark im Einsatz sind, da sollte man das mit der Rückseite einfach wissen. Ansonsten ist und bleibt es für uns insgesamt trotzdem das beste FRITZ!Fon bisher. Auch wenn es 10-20 Euro mehr kostet als die Vorgänger, würde ich trotzdem dann zum FRITZ!Fon C6 greifen. Wenn aber Optik und Akku egal sind, dann tun es die Vorgänger genau so gut. Wobei der offizielle Preis von 79 € für das FRITZ!Fon C6 auch schon regelmäßig um 10 Euro und mehr unterboten wird.

Insgesamt erhält das FRITZ!Fon C6 daher unsere Bestnote „ausgezeichnet“. Es gibt keine bahnbrechenden Neuerungen, aber es ist diesmal zumindest etwas mehr als reine optische Modellpflege.

 

AVM FRITZ!Fon C6 - Testurteil - ausgezeichnet

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg - mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga - zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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