Test: FRITZ!DECT 210: Smart Home-Steckdose für den Außeneinsatz

Besitzer einer FRITZ!Box mit DECT-Funktion sind sicher schon mal über die intelligenten Steckdosen von AVM gestolpert. Diese lassen sich durch die Verbindung zum Router auf unterschiedlichste Weise von zuhause oder unterwegs schalten oder auch automatisieren. Wir selbst nutzen schon seit Ende Dezember 2012 die FRITZ!DECT 200 im Innenbereich. Mittlerweile haben wir vier davon in der Wohnung im Einsatz. Dabei geht es in unserem Fall meist weniger um das automatische Schalten, sondern mehr um die Option, den Strom in kompletten Bereichen ganz abzuschalten oder den Verbrauch zu messen. Über die Jahre hat AVM durch Updates viele neue Optionen für die Smart Home-Steckdose ergänzt, wie z. B. die Messung der Temperatur und davon abhängigen automatischen Schaltungen oder zuletzt auch die Schaltung durch Geräusche wie Klatschen. Die dafür notwendigen Sensoren in den Steckdosen waren abgesehen von der allerersten Produktion in allen Geräten vorhanden, wurden aber erst später durch Updates aktiv genutzt. Die Vielzahl der Möglichkeiten und Optionen ist vorbildlich, leider gab es aber einen großen Haken. Die FRITZ!DECT 200 war nur für den Innenraum konzipiert. Der Ruf der Kunden nach einer Version für den Außenbereich ließ nicht lange auf sich Warten. Erst Ende 2015 wurde dann die FRITZ!DECT 210 vorgestellt. Es dauerte dann aber noch mal über ein Jahr bis die FRITZ!DECT 210 wirklich im Handel verfügbar war. Das war Anfang des Jahres und seit dieser Zeit haben wir die Smart Home-Steckdose für den Außenbereich im Einsatz. Die FRITZ!DECT 210 ist also kein Nachfolger der FRITZ!DECT 200, sondern eine von den Funktionen identische Lösung für den Außeneinsatz im Garten, auf dem Balkon, der Terrasse oder auch im Bad oder der Garage. Wir haben uns in den letzten rund drei Monaten ein genaueres Bild von der FRITZ!DECT 210 und vor allem deren Widerstandsfähigkeit gegen Regen, Schnee und Minustemperaturen gemacht und wollen unsere Erfahrungen mit Euch teilen.

Testbericht AVM FRITZ!DECT 210 schaltbare Steckdose für Garten und Feuchträume

FRITZ!DECT 200 oder FRITZ!DECT 210 – Unterschiede

So mancher Neukunde wird sich vielleicht fragen, welche der Smart Home-Steckdosen man sich zulegen kann. Wichtig ist zuerst, dass man über eine FRITZ!Box mit DECT-Funktion verfügt, da diese für einen sinnvollen Einsatz zwingend nötig ist. Der Hauptgrund für die Entscheidung zwischen den beiden Modellen sollte der Einsatzzweck sein. Wollt Ihr damit den Fernseher im Wohnzimmer, den PC im Arbeitszimmer oder andere Dinge in trockenen Räumen automatisch steuern oder schalten, dann ist in der Regel die FRITZ!DECT 200 die richtige Lösung. Die FRITZ!DECT 210 ist immer dann interessant, wenn es um den Außenbereich oder Feuchträume geht, denn hier kann die FRITZ!DECT 200 nicht eingesetzt werden. Natürlich kann man die FRITZ!DECT 210 aber auch in trockenen Umgebungen einsetzen. Wer also keinen festen Einsatz der intelligenten Steckdose plant, sondern diese flexibel einsetzen will, sollte dann ggf. auch zur FRITZ!DECT 210 greifen. Preislich liegen die Modelle aktuell rund 10 Euro auseinander. Offiziell liegen die Preise bei 59 €, die FRITZ!DECT 200 findet man mittlerweile aber schon für unter 45 Euro und auch die FRITZ!DECT 210 gibt es schon für knapp unter 55 Euro. Preislich ist der Unterschied also nicht sehr groß. Wer aber mehrere Geräte fest im Innenbereich einsetzen will, kann ggf. auf die günstigere Variante setzen. Insgesamt kann man unabhängig von den bis zu sechs DECT-Telefonen zehn dieser schaltbaren Steckdosen gleichzeitig an einer FRITZ!Box betreiben.

Vergleich FRITZ!DECT 210 (links) und FRITZ!DECT 200 (rechts)

Ansonsten unterscheiden sich die Modelle in der Optik, Größe und dem Aufbau der Steckdose etwas. Dies sieht man auf unseren Fotos (links 210 / rechts 200). Während die FRITZ!DECT 200 über Lüftungsschlitze an der Ober- und Unterseite verfügt, mussten diese bei der Version für draußen natürlich verschwinden. Auch eine zusätzliche Abdeckung der Steckdose, welche bei der Nutzung als kleines Dach über dem Stecker des genutzten Gerät verbleibt, hat nur die FRITZ!DECT 210. Solche Klappdeckel kennt mach auch von normalen Außensteckdosen. Es ist auch kein Problem, wenn die genutzte Steckdose auch eine solche Klappe besitzt, die FRITZ!DECT 210 passte bei uns problemlos in die vorhandenen Außensteckdosen. Der Hauptunterschied neben der Optik ist der Spritzwasserschutz (IP 44) und der erweiterte Temperaturbereich bei der FRITZ!DECT 210. Es gibt aber noch einen weiteren Punkt, welcher für die eine oder andere Kaufentscheidung wichtig sein könnte. Die FRITZ!DECT 210 ist für angeschlossene Geräte bis 3.450W geeignet (bei der FRITZ!DECT 200 sind es bis zu 2.300 Watt). Die FRITZ!DECT 210 verträgt Temperaturen zwischen -20° C bis + 40° C  (die FRITZ!DECT 200 ist für Temperaturen von  0° C bis + 40° C geeignet). Bei der eigenen Leistungsaufnahme gibt es keine großen Unterschiede. Im Standby zeigt das Messgerät bei beiden Modellen 0,4 – 0,5 Watt und während einer Aktion sind es maximal 1,1 – 1,5 Watt.

AVM DECT Steckdosen - Seitenansicht - links: 210 und rechts: 200

FRITZ!DECT 210 – Draußen mit Regen, Schnee und Minusgraden

Wer unseren Vorbericht gelesen hat, weiß dass unser Testgerät erst kurz nach Weihnachten eintraf. Eigentlich zu spät für die Weihnachtsbeleuchtung. Der Weihnachtsbaum stand aber noch draußen auf dem Balkon und blieb dank Ballen noch viele Wochen grün. Somit haben wir unseren Weihnachtsbaum draußen bis Mitte März abends beleuchtet. Die verwendete Außensteckdose ist nicht überdacht, sondern wird nur durch die Klappen von oben geschützt. Ansonsten ist es ordentlich windig bei uns, was den Regen auch mal wild rumwirbelt und auch die Temperaturen sinken durch den freien Blick auf die umliegenden Felder schon mal kräftig.

In der Zeit der Nutzung hat es an sehr vielen Tagen, vor allem in den letzten Wochen teils über Tage immer wieder kräftig geregnet. Auch geschneit hat es in dem Testzeitraum zweimal und die Temperaturen sind vereinzelt nachts auf bis zu -11° Grad gefallen. Da ist mit den offiziell angegebenen „bis zu  -20° C“ zumindest in unseren Breitengraden noch genug Luft nach unten. Die über zwei Monate draußen bei Wind und Wetter haben der FRITZ!DECT 210 sowohl in Sachen Funktion als auch Optik nichts anhaben können. Die automatische Schaltung unserer Außenbeleuchtung funktionierte immer tadellos und auch die Optik der Steckdose hat zumindest nach dieser Zeit noch nicht gelitten (die Vergleichsfotos mit beiden Modellen, entstanden nach der Nutzung). In unserem Test gab es somit beim Außeneinsatz keine Probleme. Unsere FRITZ!Box 7490 steht eine Etage tiefer und genau an der anderen Hausseite, die DECT-Verbindung ist aber fast immer stabil. In zwei Einzelfällen zeigte das FRITZ!Fon mal kurz „inaktiv“ an. Dies war aber nicht reproduzierbar und selbst in diesen zwei Ausnahmefällen in den letzten Monaten, wurde die Außenbeleuchtung trotzdem wie gewünscht geschaltet. Der Hersteller spricht von einer Reichweite von bis zu 40 Metern in Gebäuden und bis zu 300 Metern im Freien. Dies halte ich unter realen Bedingungen aber in der Praxis für deutlich zu optimistisch. Mehr als 12-15 Meter waren bei Tests in unserer Umgebung nicht möglich und die FRITZ!Box befindet sich in der Regel immer in Gebäuden. Wer deutlich mehr Reichweite braucht, sollte ggf. erst mal mit einer Steckdose testen oder überlegen ob man zwischen Fritz!Box und Steckdose einen DECT-Repeater einsetzen kann. Wer ein FRITZ!Fon besitzt, kann ggf. auch damit die DECT-Reichweite im Garten oder auf der Terrasse grob testen. Dort wo unsere DECT-Telefone nur noch 1-2 Balken zeigen und die Gesprächsqualität merklich nachlässt, war auch ungefähr der Bereich wo die Steckdose die dauerhafte Verbindung zur FRITZ!Box verlor.

In unserem Test hat die FRITZ!DECT 210 also ihre Versprechen bzgl. des Außeneinsatz gehalten. Wie es bei Temperaturen um die 40° C Grenze ist, konnten wir mangels passendem Wetter bisher nicht testen. Natürlich hört sich 40° C nach viel an, an einem sehr sonnigen Tag und Plätzchen draußen, sind diese aber durchaus denkbar. Unser Testgerät geht jetzt erstmal wieder zurück an AVM, wenn wir aber eine interessante Beleuchtung für unseren Balkon im Sommer finden, wird sicher eine FRITZ!DECT 210 angeschafft. Spätestens für die nächste Weihnachtsbeleuchtung wäre wieder eine Lösung für draußen gefragt.

Wichtig bei der Nutzung draußen oder in Feuchträumen ist natürlich, dass sowohl die eigentlich genutzte Steckdose als auch die angeschlossene Gerät die gleiche Schutzklasse (IP44) aufweisen.

Ein Problem war nach Gesprächen mit unseren Lesern für den ein oder anderen ein fehlender Diebstahlschutz. Bei uns auf dem Balkon war das kein Thema und bei vielen im Garten wahrscheinlich auch nicht. In einer öffentlich zugänglichen Einfahrt oder einem Vorgarten muss man aber ggf. in Betracht ziehen, dass böse Langfinger sich an Eurem Eigentum zu schaffen machen. Das gilt aber sowieso für die angeschlossenen Geräte, wobei je nach Einsatz eine Lichterkette weniger ärgerlich wäre als die Smart Home-Steckdose für über 50 Euro. Technisch/mechanisch kann man da aber aus meiner Sicht keinen wirklich sinnvollen Diebstahlschutz realisieren, der dann auch an allen Einsatzorten funktioniert. Natürlich könnte man die Geräte registrieren, identifizieren und ggf. seitens des Herstellers sperren. Bedeutet aber viel Aufwand für den Hersteller in Sachen Registrierung/Support und den eigentlichen Diebstahl verhindert man damit auch nicht. Man kann zumindest die LEDs an der Steckdose per Einstellung deaktivieren, damit man Dieben nicht noch den Weg leuchtet.

Für Besitzer einer FRITZ!DECT 200

Diese können an dieser Stelle eigentlich zum Fazit abbiegen, da die wirklichen Unterschiede schon genannt wurden. Die Einstellungen und Optionen bzgl. der Messung, Schaltung und Automatisierung sind ansonsten identisch mit der FRITZ!DECT 200. Nur wer lange keine Updates mehr gemacht hat oder sich nicht mehr mit dem Thema beschäftigt hat, findet vielleicht noch den ein oder anderen Hinweis der ggf. unbekannt ist. Wer z. B. nicht wusste, dass man die Steckdosen auch per Klatschen oder anderen Geräuschen schalten kann, sollte vielleicht doch weiterlesen.

Messen, automatisieren und schalten

Die Funktionen der Fritz!DECT 210 (und 200) sind sehr vielfältig. Mittels Updates hat sich hier auch immer wieder was getan. Neben der manuellen Schaltung und Automatisierung der Schaltvorgänge kann man auch einiges mit den FRITZ!DECT Steckdosen messen. Zuerst wäre hier der Energieverbrauch zu nennen. Den Energieverbrauch kann man sich nicht nur aktuell anzeigen lassen, dieser wird auch für bis zu ein Jahr aufgezeichnet. Die Daten kann man über die Oberfläche der FRITZ!Box als .CSV-Datei für Excel und Co. exportieren. Auch eine automatische Zusendung per Push-Mail ist möglich. Durch Hinterlegung von Infos zu Preis pro kWh oder CO2-Ausstoß pro kWh kann man die Daten auch nach Kosten oder CO2-Ausstoß auflisten lassen. Das kann sehr praktisch sein um spontan den Verbrauch einzelner Geräte zu überprüfen oder auch langfristig mal unnötige Verbraucher zu identifizieren. Für viele, wie auch für uns, ist es ein wichtiger Anschaffungsgrund, dass man die Geräte wirklich komplett abschalten kann, um unnötige Leistungsaufnahme im Standby zu vermeiden. Natürlich verbraucht die FRITZ!DECT 210 im Standby auch ca. 0,4 – 0,5 Watt, was aber vergleichsweise ein sehr geringer Verbrauch ist.

Testbericht - FRITZ!DECT 210 von AVM - Energiekostenmessung

In Sachen Messen kann man auch noch die Temperatur im Bereich der jeweiligen Steckdose ablesen. Der Temperaturverlauf wird auch für bis zu 24 Stunden aufgezeichnet. Die Messung der Temperatur ist aber nicht wirklich sehr genau. Das liegt zum einen sicher an der Tatsache, dass der entsprechende Sensor sich im Gehäuse befindet, welches sich ggf. noch direkt an der Hauswand oder innen hinter einem Schrank  befindet. Da hat man dann ggf. Werte die um mehrere Grad von einem freistehenden Raumthermometer oder Außenthermometer abweichen. Das kann man aber in den Einstellungen korrigieren und entsprechende Abweichungen ausgleichen. Man kann Geräte auch abhängig von der Temperatur ein- oder auszuschalten. Die Option steht nicht bei „Automatisches Schalten“ der einzelnen Smart Home-Steckdosen zur Verfügung, aber über die Anlage einer Gruppe kann man hier nach Temperatur schalten. Also z. B. ein Kühlgerät oder eine Heizung abhängig von den gemessenen Temperaturen steuern und zusätzlich kann man dies noch nach Wochentagen und einem Tageszeitraum einstellen. Also z. B. nur Mo-Fr. von 8 -17 Uhr oder ähnlich. Mehr dazu weiter unten.

Grundsätzlich kann man sich auch per Push-Mail, App oder der Benutzeroberfläche über den aktuellen Schaltzustand einzelner Steckdosen informieren lassen oder aktiv informieren. Das geht auch von unterwegs, sofern die FRITZ!Box von außen zugänglich gemacht wird. In der Regel geht das einfach über den Dienst MyFritz oder andere DynDNS-Lösungen. Problematisch wird es ggf. mit sehr aktuellen Kabel- & Glasfaseranschlüssen, welche teils nicht mehr über eine öffentliche IPv4-Adresse verfügen. Da aber die meisten mobilen Netze oder auch öffentliche WLAN-Netzwerke oft noch nicht mit iPv6 kompatibel sind, kann es sein, dass Ihr nicht so einfach per Smartphone und Co. von außen auf Eure FRITZ!Box oder die Smart Home-Funktionen zugreifen könnt. Wir haben seit Ende 2016 einen Glasfaseranschluss und damit können wir nicht mehr so einfach von außen auf unsere FRITZ!Box zugreifen. Das wird sich mit der ständig wachsenden Nutzung und Unterstützung des iPv6-Protokolls sicher zukünftig ändern, aktuell sollte man das aber bei einer Neuanschaffung beachten. Es gibt natürlich auch für dieses Problem Lösungen, allerdings leider keine wirklich einfachen Lösungen bzw. wenn, sind diese meist vergleichsweise teuer. Wer also von außen schalten will, sollte aktuell idealerweise über einen Internetanschluss mit öffentlicher IPv4-Adresse verfügen. Das ist natürlich nur für das manuelle Schalten von unterwegs wichtig. Wer nur aus dem eigenen WLAN schalten will oder Geräte automatisch nach Tageszeit, Sonnenaufgang, Kalender usw. schalten will, hat da keine Probleme. Die automatische Schaltung übernimmt die FRITZ!Box welche immer in Funkreichweite zu den Smart Home-Komponenten ist.

Die eigentliche Schaltung der Steckdose ist aber für viele der Haupteinsatz der Steckdose. Bevor die Frage kommt, die Steckdosen lassen sich durch einen Taster am Gerät manuell schalten (sofern die getätigten Einstellungen das nicht unterbinden). Also keine Angst, auch wenn es kein Internet gibt, das WLAN versagt oder die FRITZ!Box gerade ein Update macht, kann man manuell an der Steckdose schalten. Auch nach einem Stromausfall kann man definieren was passieren soll, also „letzter Zustand“, „an“ oder „aus“. Natürlich gehen auch keine Einstellungen oder Informationen verloren, wenn Ihr die FRITZ!DECT 210 (200) aussteckt und z. B. an einer anderen Steckdose wieder einsetzt. Interessant ist aber z. B. auch das manuelle Schalten über andere Geräte. Das können z. B. die DECT-Telefone von AVM sein. Mit einem FRITZ!Fon, kann man die Steckdosen auch schalten und grobe Infos wie Schaltzustand, Temperatur und den aktuellen Energieverbrauch abrufen. Gleiches gilt für Smartphones und Tablets mit der MyFRITZ!App. Auch darüber kann man die Geräte überwachen und schalten. Mit der Einrichtung eines Zugangs zur FRITZ!Box von außen, geht dies natürlich auch von unterwegs. Weiterhin geht dies natürlich auch über die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box von jedem Browser aus.

Ein wichtiger Punkt für uns bei der Schaltung ist die Option zur automatischen Abschaltung wenn ein gewisser Verbrauch unterschritten wird. Beispiel ist unser Wohnzimmer wo Fernseher, Receiver, Fire TV, Xbox One usw. hinter einer FRITZ!DECT Steckdose sind. Diese Steckdose ist tagsüber komplett aus und die Geräte verbrauchen keine Energie im Standby. Bei Bedarf wird diese dann über eines unserer FRITZ DECT-Telefone eingeschaltet. Eine Logitech Harmony Touch übernimmt dann das Einschalten der einzelnen Geräte für den jeweiligen Bedarf (Fernsehen, Fire TV, Musik hören…) und später auch das Abschalten. Anfangs musste man dann nach der Nutzung wieder aktiv die Steckdose zusätzlich abschalten. Dies kann man sich aber nach ein paar Updates heute sparen. Man legt nun eine Leistungsschwelle von z. B. 15 Watt fest und eine Zeit von 5 Minuten fest. Sinkt der Energieverbrauch nun für die angegebene Zeit unter die festgelegte Leistungsschwelle, schaltet sich die Steckdose selbständig ab. Also schaltet ich die Geräte mit meiner Universalfernbedienung aus und nach spätestens fünf Minuten geht alles komplett aus. Die richtige Leistungsschwelle kann man leicht mit den Messfunktionen ermitteln.

Erfahrungsbericht FRITZ!DECT 210 - schaltbare Steckdose

Nun aber zum Punkt „Automatisch Schalten“. Hier gibt es eine sehr große Auswahl an Möglichkeiten, welche ich hier einfach mal kurz aufzähle mit einem jeweiligen Screenshot der Optionen. Grundsätzlich kann man die Einstellungen für jede Steckdose einzeln festlegen. Alle Einstellungen sind beim jeweiligen Gerät separat zugänglich. Nur beim Schalten nach Temperatur muss man derzeit auf die Option Gruppen zurückgreifen, man kann aber auch eine Gruppe mit nur einem Gerät erstellen. Gruppen können natürlich auch dann interessant sein, wenn man mehrere Steckdosen auf einmal bzw. in Abhängigkeit von einer Master-Steckdose schalten will. So kann man z. B. mehrere Außenbeleuchtungen an verschiedenen Steckdosen mit einer übergreifenden Automatik steuern (ohne jede FRITZ!DECT einzeln zu konfigurieren) oder man legt fest, wenn die Wohnzimmerecke geschaltet wird, soll z. B. die Stehlampe mit angehen (bzw. später wieder ausgehen).

Hier die Auflistung der verschiedenen Optionen:

Wochentäglich

Hier habt Ihr eine Übersicht der Wochentage und bei jedem Tag dann eine Ansicht der 24 Stunden. Nun könnt Ihr in dieser grafischen Darstellung markieren, wann die Steckdose eingeschaltet bzw. abgeschaltet sein soll. Alternativ gibt es noch eine Eingabemaske um einen Zeitraum festzulegen. So könnt Ihr dann in Einheiten von minimal 15 Minuten festlegen ob die Steckdose an oder aus ist.

Täglich

Diese Option wählt man, wenn es keine Abhängigkeiten von Wochentagen gibt und wenn es eine klare Zeit gibt, wann die Steckdose an- bzw. ausgeschaltet wird. Also z. B. täglich um 08.07 Uhr an und um 18:03 Uhr wieder aus. Die „krummen“ Uhrzeiten habe ich absichtlich gewählt. Diese Option erlaubt im Gegensatz zu ersten Option die genaue Angabe von Minuten (nicht nur 15 Minuten Schritte).

Zufällig

Diese Option eignet sich z. B. für den Urlaub oder andere Abwesenheitszeiten. Hier legt man einfach einen Start- und einen Endtag an und eine Start- und Endzeit (minutengenau) fest. Zusätzlich noch eine maximale An-/Ausschaltdauer (ab 1 Minute bis 1 Stunde). Darüber kann man dann erreichen, dass im Rahmen der festgelegten Parameter zufällig mal eine Lampe, ein Radio oder andere Dinge angeschaltet werden. Aber eben ohne festes Zeitmuster, welches auf eine automatische Zeitschaltuhr tippen lässt. Es wird der Eindruck erweckt als wäre jemand in der Wohnung oder dem Haus.

Countdown

Hier kann man festlegen, dass sich die Steckdose immer nach dem manuellen Einschalten nach X Stunden/Minuten wieder ausschaltet. Das Ganze kann man auch umdrehen. Dann schaltet sich die Steckdose nach jedem manuellen Ausschalten nach X Stunden/Minuten wieder ein.

Rhythmisch (startet mit angeschaltetem Zustand)

Hier wird die Steckdose in rhythmischen Intervallen an- und ausgeschaltet. Ihr legt z. B. fest 15 min an und dann 1 Stunde aus. Das Schalten wird dann in diesem Rythmus immer weiter ausgeführt. Zur Auswahl stehen festgelegte Zeiten von 1 Minute bis 5 Stunden.

Einmalig

Wie der Name schon sagt, kann man hier ein einmaliges Ereignis definieren. Man kann entweder die Steckdose ein- oder ausschalten. Der Tag und die Zeit kann minutengenau festgelegt werden. Zusätzlich kann man noch festlegen ob diese einmalige Schaltung „dauerhaft“ ist. Also ob die Steckdose danach (ohne weitere manuelle Eingriffe) dauerhaft an oder aus bleiben soll, oder ob der Schaltzustand nur für eine bestimmte Zeit geändert werden soll. Hier stehen zehn vorgegebene Zeitwerte von 1 Minute bis zu einem Tag zur Auswahl.

Astronomisch

Hier wird die Steckdose nur geschaltet, wenn die Sterne gerade gut für Euch stehen. Kleiner Scherz. Hier geht es um den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang. Dank der Eingabe von Breitengrad und Längengrad funktioniert das sehr genau. Man kann dann noch die Schaltdauer festlegen und auch noch etwas vor und nach Sonnenunter- oder aufgang konfigurieren. Wir haben z. B. festgelegt, dass sich die Außenbeleuchtung eine Stunde nach Sonnenuntergang für X Stunden oder alternativ bis 23 Uhr einschaltet. Ähnlich funktioniert es beim Sonnenaufgang.

Kalender

Die bisherigen Optionen sind noch nicht die Lösung für Euer Schaltvorhaben? Dann legt Euch einen Google-Kalender an und tragt da Termine „an“ und „aus“ ein. Diesen Kalender könnt Ihr der Steckdose zuordnen und schon wird nach den festgelegten Terminen geschaltet. Dies funktioniert natürlich nur mit Internetzugriff auf den Kalender. Man kann auf diesem Weg aber die Schaltung auch ohne direkten Zugriff auf die FRITZ!Box von außen ergänzen oder anpassen.

Geräusch

Eine Option, die erst sehr spät im letzen Jahr aktiviert wurde. Es gab lange Verschwörungstheorien warum es in den FRITZ!DECT Geräten ein Mikrofon gibt. Diese Funktion ist die Antwort. Man kann die Steckdosen auch über Geräusche wie Klatschen oder Klopfen oder anderen Geräuschen (Empfindlichkeit/Frequenzbereich/Dauer konfigurierbar) steuern. Eine der wenigen Funktionen die zumindest bei uns bisher nicht gut funktionieren. Die Standardoption zweimal Klatschen oder Klopfen funktioniert bei uns in allen Empfindlichkeitsstufen nicht wirklich zuverlässig. Ich muss aber auch anmerken, dass sich unsere Steckdosen immer hinter einem Schrank, unter einem Tisch usw. befinden. Dies dürfte aber bei vielen der Fall sein. Ich habe mehrfach rum getüftelt, aber entweder musste ich manchmal häufiger Klatschen damit was passiert oder wenn ich die Empfindlichkeit erhöhte, reichte eine schnell geschlossene Schublade oder eine Schranktür zum ändern des Schaltvorgangs. Draußen gab es noch mehr Geräusche die ggf. fehlinterpretiert wurden. Die Funktion ist witzig, wer die Steckdose aus diesem Grund kauft, muss es in seiner Umgebung testen. Es gibt auch viele weitere Optionen ob man per Geräusch nur Ein- oder auch Ausschalten will. Ersteres könnte verhindern, dass ein Klatschen im Fernsehton dann das Gerät abschaltet. Vielleicht haben andere auch mehr Glück damit. Ich habe auch kein Problem damit, dass diese Funktion bei mir nicht richtig funktioniert, da diese damals beim Kauf nicht beworben wurde und ich diese auch nicht brauche. Da die Funktion aber mittlerweile mit beworben wird, können neue Käufer das natürlich anders sehen.

Temperatur (über Gruppe)

Oben hatten wir bereits über das Thema Temperaturmessung gesprochen. Abhängig von der Temperatur kann man auch Geräte schalten. Das können dann z. B. Kühlgeräte oder Heizgeräte sein. Diese kann man dann bei einer festgelegten Temperatur einschalten oder auch abschalten. Also dann, wenn es zu kalt wird die Heizung anmachen oder alternativ wenn es zu warm wird ein Klimagerät aktivieren. Man kann hier entsprechend eine Komforttemperatur und eine Absenktemperatur eingeben. Zusätzlich gibt es dann die Übersicht der Wochentage und bei jedem Tag dann eine Ansicht der 24 Stunden. In Einheiten von 15 Minuten kann man dann festlegen, wann entsprechend der Temperatur geschaltet werden soll.

Schalten von Gruppen

Derzeit können bis zu zehn dieser schaltbaren Steckdosen an einer Fritzbox genutzt werden. Sicher möchte der eine oder andere auch mehrere Steckdosen als Gruppe schalten. Dazu lassen sich wie schon beim Thema Temperatur beschrieben Gruppen anlegen. Einfach mehrere Steckdosen zu einer Gruppe zusammenfügen und schon kann man mehrere Steckdosen und Geräte in einem Rutsch an- oder abschalten. Alle oben genannten Möglichkeiten zur automatischen Schaltung (einzige Ausnahme Geräusch), kann man auch auf eine Gruppe anwenden. Alternativ zur automatischen Schaltung oder der Schaltung über die Gruppe selbst, kann man auch eine Steckdose als „Master“ für eine Gruppe festlegen. Wird diese manuell geschaltet, reagieren auch die anderen Steckdosen der Gruppe.

Fazit

In unserem Test gab es keine Probleme und die FRITZ!DECT 210 hat trotz Minusgraden, Schnee und Starkregen immer ihren Dienst getan. Auch in Sachen Empfang gab es bei uns keine nennenswerten Probleme, obwohl die FRITZ!Box eine Etage tiefer und am anderen Hausende steht. Die vom Hersteller angegebenen Maximalwerte von 40 Metern (in Gebäuden) oder 300 Metern (im Freien) sind aber deutlich zu optimistisch aus unserer Sicht. In Sachen Funktionen und Möglichkeiten bleibt aus unserer Sicht kaum ein Wunsch offen. Seit der Einführung der FRITZ!DECT 200 und unserem Test dazu, hat sich sehr viel getan. Es wurden viele Wünsche von Nutzern ergänzt und auch die Benutzeroberfläche wurde deutlich verbessert. Die Schaltung per Geräusch wurde im letzten Jahr auch ergänzt. Grundsätzlich eine gute Sache aber trotz sehr vieler Einstellmöglichkeiten bekommen wir kein zufriedenstellendes Ergebnis bei uns hin. Ist für uns kein Problem, da die Funktion erst nach unserem Kauf aktiviert wurde. Wer aber jetzt eine FRITZ!DECT 200/210 kauft, findet diese Funktion als Feature in der Produktbeschreibung und somit müssen wir dafür in der Wertung ein paar Punkte abziehen.

Die passenden Apps für Smartphones und Tablets sind aus unserer Sicht auch in Ordnung, es gibt natürlich immer Potential für Verbesserungen. Wer über ein Android-Smartphone mit NFC verfügt, kann die Steckdosen sogar per NFC-Tag schalten. Apple stellt die NFC-Funktion leider bisher nicht für andere Apps zur Verfügung (nur Apple Pay). Ansonsten kann man die groben Einstellungen und das manuelle Schalten aber sehr gut mit den Apps für iOS und Android erledigen. Windows Phones oder Windows 10 Tablets sind leider rein auf die Nutzeroberfläche der Fritz!Box beschränkt. Es gab eine alternative Lösung, welche der Drittentwickler aber leider eingestellt hat. Da sich die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box aber mittlerweile an kleinere Bildschirme anpasst (responsive), kann man den Weg besser nutzen als früher. Besitzer eines FRITZ!Fon haben eine weitere Möglichkeit zur Schaltung der Steckdosen. Mittlerweile bieten die AVM DECT-Telefone auch einen speziellen Startbildschirm für Smart Home, damit man mit wenigen Klicks die Geräte steuern kann. Wenn AVM in Sachen Updates für seine Geräte so weiter macht wie in der Vergangenheit, gibt es eigentlich wenig zu meckern. Die FRITZ!DECT 210 erhält unsere zweitbeste Note „sehr gut“. Die Schaltung per Geräusch funktionierte zumindest in unseren Tests nicht wirklich zuverlässig und auch die Temperaturmessung ist nicht sonderlich genau. Dafür und für die etwas zu optimistischen Reichweitenangaben gab es einen Punktabzug. Wer eine FRITZ!Box mit DECT-Funktion besitzt, bekommt in Sachen Steckdose (egal ob Innen-/Außennutzung) aber ohne Frage eine sehr gute Lösung.

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Preisvergleich – FRITZ!DECT Steckdosen und Zubehör

Insgesamt wäre seitens AVM im Thema Smart Home aber noch deutlich mehr drin. Was wir uns wünschen würden, wären deutlich mehr Komponenten in Sachen Smart Home. Steckdosen und Heizungsthermostate sind gut aber da ist man in Sachen Vielfalt eigentlich schon ein Schlusslicht. Dabei wäre es uns auch egal, ob die weiteren Komponenten direkt von AVM kämen. Wenn AVM da nicht sein Kerngeschäft für die Zukunft sieht, gibt es sicher andere Hersteller die gerne eine direkte Kompatibilität zur FRITZ!Box herstellen würden. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass man aktuelle Dinge nicht immer zeitnah angeht oder zumindest nicht offen darüber kommuniziert. So kommen in Sachen Sprachsteuerung von Alexa (Amazon Echo) derzeit fast wöchentlich neue Skills (Erweiterungen) zum Thema Smart Home dazu. Etliche Geräte von verschiedensten Herstellern können darüber mittlerweile per Sprache gesteuert werden. AVM äußert sich seitens des Support immer nur sehr nebulös auf Anfragen. Man beobachte den Markt, prüfe Möglichkeiten und würde dann ggf. reagieren. Solche Aussagen sind heutzutage und vor allem mit Blick auf die Konkurrenz nicht mehr wirklich zeitgemäß. Niemand erwartet eine sofortige und perfekte Lösung, viele Smart Home-Hersteller starten ihre Unterstützung von Alexa auch als Beta-Version, was völlig in Ordnung ist. Aber für Neukunden könnten solche Dinge die Kaufentscheidung beeinflussen und wenn der Hersteller nichts ankündigt, muss man davon ausgehen, dass da zeitnah nichts geplant ist.

Update 27.07.2017: Mittlerweile gibt es einen inoffiziellen Skill für Alexa, um die die FRITZ!DECT 200 und 210 zu schalten.

Auch wir als langjährige AVM-Kunden mit jeweils aktueller FRITZ!Box und vier dieser Steckdosen, beobachten die Entwicklung bei der Konkurrenz sehr genau. Wir haben auch einen Amazon Echo im Haus und würden ggf. sogar einen weiteren Echo Dot anschaffen, um dann überall die Steckdosen per Sprache steuern zu können. Beim Thema Smart Home-Steckdose ist mir insgesamt betrachtet keine bessere Lösung als die von AVM bekannt, wobei Lösungen wie die TP-Link WLAN-Steckdose HS110 mit Verbrauchsanzeige auch immer mehr können (wenn auch noch nicht für den Außeneinsatz). Diese Lösungen unterstützen aber die Sprachsteuerung per Alexa / Amazon Echo, auch die Produktpalette anderer Hersteller ist einfach meist größer. Das FRITZ!DECT 300 Heizkörperthermostat ist für viele sicher interessant, für uns mit Fußbodenheizung aber nicht nutzbar. Vielleicht überrascht uns AVM bald auch mit einer offiziellen Lösung für den Amazon Echo oder mit neuen Smart Home-Komponenten, hier muss man abwarten. Verschlafen sollte man das Thema Sprachsteuerung nicht, so mancher lächelt vielleicht noch über den Amazon Echo oder bezweifelt dessen Verbreitung, aber gerade Smart Home-Fans haben meist schon viel Geld investiert bzw. sind bereit dazu. Eine Steuerung der heimischen Geräte auf Zuruf dürfte für viele die ideale Ergänzung bzw. Steuerungslösung für Zuhause sein.

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Autor: Guido

Im Alter von 9 Jahren begann alles mit dem ZX-81 und TI-99/4A. 1981/82 ging es teilweise parallel weiter mit dem Commodore VC-20 und C64. Letzterer konnte mich für viele Jahre in seinen Bann ziehen. Danach ging der übliche Weg – mit kurzen Umwegen über Schneider CPC, Amiga – zum PC (286er mit 5 1/4 Zoll Festplatte). Auch die erste Konsole war 1978/79 die Philips G7000. Auch gesurft wurde schon vor dem heutigen Internet mit Akustikkoppler oder Modem. Seit dem interessiert mich alles was mit Computer, Internet, Software, Konsolen, Betriebssystemen, Smartphones, Tablets usw. zu tun hat.

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